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Lehrbuch der Physik zum Gebrauche bei Vorlesungen und zum Selbstunterrichte : mit 665 Holzsch.
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172
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Interferenz der Schwingungen.

z. B. in q die Linie >/t = r/r -f- q* macht. In x heben sich die Ge-schwindigkeiten xw und xo auf.

Man sieht aus dem Obigen, dass wenn sich die Hohe der einzelnenWellensysteme, das heisst die grösste Geschwindigkeit, welche die Luft-theilchen wahrend einer Vibration erhalten können, oder ihre Vibration*'Intensität nicht verändert und Welle auf Welle sich folgt, es im erstenFall einerlei ist, ob die Punkte a und b um 1 oder 2, 3, 4... ganzeWellenlängen von einander abstehen, und im zweiten Fall, ob sie um '/joder l'/j, 2 Vi 5 3 '/i ... Wellenlängen entfernt sind u. s. w. Wenn aberdie Vibrations-Intensitäten sich ändern, indem sie z. B. im Anfang grössersind, so ist der Abstand der Punkte a und b von grösserem Einfluss.

Das Wellensystem, welches durch die Interferenz zweier Wellen-systeme entsteht, deren Lufttheilchen nach einerlei Bichtung schwingen,und in gleichen Zeiten eine Vibration vollenden, hat, wie Fig. 216, 217,218 zeigen, Wellen von gleicher Länge mit jenen Systemen. Zur Verhü-tung von Missverständnissen ist es nöthig zu bemerken, dass die Bichtungder Geschwindigkeiten, nach welchen die Lufttheilchen schwingen, eineganz andere sein kann als die, welche in den drei vorhergehenden Figurenangenommen wurde; dass aber, welches auch diese Bichtung sein mag, dieentgegengesetzten Bewegungen sich immer ganz oder zum Theil aufheben.

$. 170.

Wenn, wie in Fig. 204, Seite 163, mehrere kugelförmige Luftwellendicht neben einander erregt werden, so entsteht aus der Interferenz der-selben eine die andern umsehliessende Luftwelle, deren Gestalt man erhält,wenn man das ganze Wellensystem um die Linie mn dreht, und eineFläche sich denkt, welche alle diese Kugelflächen berührt. Man kann darumauch annehmen, dass, wenn eine Beihe neben einander liegender Lufttheil-chen durch die Fortpflanzung einer Welle zugleich in schwingende Bewe-gung versetzt wird, jedes Lufttheilchen der Mittelpunkt einer neuen, vonihm ausgehenden Welle wird, welche durch die Interferenz mit den übri-gen eine eben so. breite cylindrisehe Welle erzeugt als diejenige' war,welche die Bewegung veranlasst hat.

Trifft darum eine Luftwelle auf die in einer Wand angebrachte Oeff-nung ab (Fig. 213, Seite 167), so erregen die daselbst befindlichen Luft-theilchen neue Wellen, durch deren Interferenz die gebeugten Wellen mg,fo u. s. w. entstehen. Auch hier muss, wie in §. 169, an einigen Ortendie Bewegung verstärkt, an andern geschwächt werden.

§. 171.

Wenn, wie in Fig. 2Ü8, Seite 164, eine kugelförmige Luftwelle, derenMittelpunkt c ist, gegen eine feste Ebene uv sich fortbewegt, so wird der-jenige Punkt von uv zuerst von ihr getroffen, welcher die geringste Ent-fernung von c hat, und also da liegt, wo eine von c auf die Ebene uvgezogene Senkrechte cb mit dieser zusammentrifft. Alle rings um b lie-genden Punkte der Ebene werden die Mittelpunkte neuer Wellen, welcheum so später entstehen, je weiter sie von b entfernt liegen, und es mussdarum, durch die Interferenz dieser Wellen, eine reflektirte Welle ent-stehen, deren Gestalt man erhält, wenn man die ganze Fig. 208 um dieLinie ea dreht. Daraus folgt, dass der Mittelpunkt der entstehenden kugel-