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Lehrbuch der Physik zum Gebrauche bei Vorlesungen und zum Selbstunterrichte : mit 665 Holzsch.
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177
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Vom Schalle.

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V. Abschnitt.

Vom Sdjaffe.

§. 179.

Die Wahrnehmung von Schwingungen in der Luft oder in festenKörpern durch den Gehörsinn nennen wir Schall. Da in den meisten Fäl-len die Schwingungen der Luft die Vorstellung vom Schalle veranlassen,und der Erfahrung gemäss die Luft ihn am reinsten und nach allen seinenVerschiedenheiten fortpflanzt, so wird hier auch vorzugsweise von der Mit-theilung durch diese die Rede sein. Indem man unter Schall im weiternSinne verschiedene Arten von Schwingungen versteht,'so muss mit dereinfachsten Art der Anfang gemacht werden.

Wenn c (Fig. 215, Seite 169) der Mittelpunkt einer Kugel ist, welchesich plötzlich ausdehnt und wieder zusammenzieht, nachher aber in Ruhebleibt, so muss auf die im §. 168 angegebene Art rings um sie eine kugel-förmige Welle entstehen. Von den Schwingungen der Lufttheilchen aberwirken auf unser Gehör nur diejenigen als Schall, welche zur Oberflächeder Kugel senkrecht sind, also die Längenschwingungen oder die mit demWellenstrahl in paralleler Richtung hin und her gehenden Rewegungen.Reim Platzen einer Petarde z. R. folgt der ersten Erschütterung der Luftkeine zweite nach. Ein solcher Schall heisst einfach, und wenn er, wiehier, stark genug ist, ein Knall; der pendelartige Hin- und Hergang desLufttheilchens heisst eine Schwingung , bei Andern eine Doppelschwingung.Nach einem einfachen Schall kehrt jedes Lufttheilchen, nachdem es eineSchwingung gemacht hat, in den Zustand der Ruhe zurück.

Fig< nu Stellt nun Fig. 221

bf die Länge einer Luft-welle vor, und habendie Lufttheilchen in edie grösste Geschwin-digkeit vorwärts, so haben die in c und g die grösste Geschwindigkeitrückwärts. Die Luft in f muss also in diesem Augenblick verdichtet unddie in d verdünnt werden. Eine Luftwelle besteht daher aus einer Ver-dichtungs- und einer Verdünnung*-Welle.

Zur Beobachtung- der Lurtschwjnsungen dient am besten eine über einen Holz-rahmen gespannte feine Membrane, wie in Fig. 222. Sind die Schwingungen vertikal,

Fig. 222.

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Klienlohr, Physik. 8. Au«.

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