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1 (1884) Anorganische Chemie
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SlLICIUM.

jenes Doppelsalzes das Fluor unter Bildung von Fluornatriumentzogen.

Das auf diese Weise dargestellte, zurückbleibende, amorpheSilicium ist ein bunkelbraunes, abfärbendes Pulver, unlöslich inWasser, Salpetersäure und Schwefelsäure. Von wässriger Fluss-säure wird es unter Entwickelung von Wasserstoff gelöst, eben sovon concentrirter Kalilauge zu kieselsaurem Kali. An der Lufterhitzt, verbrennt es leicht mit starkem Lichtglanz zu schmelzen-der Kieselsäure, aber nur unvollständig, weil diese von dem Siliciumeinen Theil einschliesst, und so dem Zutritt der Luft entzieht.In einem Strom von Chlorwasserstoffsäure erhitzt, nimmt dasSilicium 3 At. Chlor und 1 At. Wasserstoff auf und verwandeltsich in die unten (S. 327) beschriebene Verbindung: SiHCl 3 .Wird das amorphe Silicium in einem Tiegel bei Luftabschlussgeglüht, zuletzt bis zur Weissgluth, so schrumpft es zusammen,wird chocoladebraun und hat nun die Eigenschaft verloren, sichbeim Erhitzen an der Luft zu entzünden. Auch löst sich dieseModification nicht mehr in Flusssäure, noch in Kalilauge.

Das Silicium ist auch krystallisirt dargestellt. Man gewinntdie Krystalle durch Zusammenschmelzen von Aluminium mit demdreissigfachen Gewichte Kieselfluornatrium und Ausziehen des ge-bildeten eisenschwarzen Kegulus mit concentrirter Salzsäure, welchedas Aluminium löst, zuletzt mit Flusssäure.

Eine andere einfachere Darstellungsmethode des krystallisirtenSiliciums ist die, dass man ein Gemenge von 3 Thln. Kieselfluor-kalium, 1 Thl. in kleine Stücke geschnittenes Natrium und 1 Thl.granulirtes Zink in einen rothglühenden hessischen Tiegel einträgtund darin noch eine Zeit lang so stark erhitzt, dass das Zink ge-schmolzen bleibt (nicht so hoch, dass es sich verflüchtigt).

Der das Silicium enthaltende Zinkregulus wird nach demErkalten und Zerschlagen des Tiegels herausgenommen, durchWasser vollständig von der Schlacke befreit und daraus das Zinkmit Salzsäure ausgezogen.

Das auf die eine oder andere Weise gewonnene, zurück-bleibende Silicium bildet undurchsichtige metallglänzende Krystall-blätter von schwarzgrauer Farbe, ähnlich dem Graphit, oder eisen-graue, stark glänzende Prismen von 2 - 5 speeif. Gewicht und vonbeträchtlicher Härte. Es ist ein Leiter der Elektricität, in sehrhohen Temperaturen schmelzbar, bleibt beim Glühen an der Luft