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1 (1884) Anorganische Chemie
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Chlokwasseestofp.

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Chlorwasserstoff.

Syn.: Chlor Wasserstoff säure; Salzsäure. Zusammen-setzung: HCl. Kommt in der Natur unter den gasigenEductender Vulkane vor.

Die Chlorwasserstoffsäure ist ein farbloses, an der Luft rau-chendes Gas von stechend saurem Geruch und Geschmack, und vonstark saurer Keaction; sie hat 1"26 specif. Gewicht, ist nicht brenn-bar, lässt sich durch einen Druck von 25 Atmosphären bei 4°zu einer farblosen Flüssigkeit verdichten. Von Wasser wird siein grosser Menge absorbirt und bildet damit die gewöhnlichewässrige Salzsäure.

Die Chlorwasserstoffsäure entsteht durch unmittelbare Ver-einigung von Chlor und Wasserstoff, unter starker Wärmeentwicke-lung resp. Explosion, wenn man das Gemisch annähernd gleicherVolume den directen Sonnenstrahlen aussetzt oder durch einenelektrischen Funken auf die Verbrennungstemperatur bringt. Wirdeine Medicinflasche im Dunkeln über Wasser zur Hälfte mit Wasser-stoff und dann mit Chlor gefüllt, darauf fest verkorkt und beiklarem Himmel aus dem Schatten etwa eines Hauses in die Luftgeworfen, so erfolgt Vereinigung beider Gase unter pistolenschuss-artiger Explosion und Zertrümmerung des Glases in dem Moment,wo der erste Sonnenstrahl darauf fällt. Langsamer erfolgt die Ver-einigung bei zerstreutem Tageslichte. Dieses bewirkt nur dannplötzliche Verbindung der beiden Gase unter Explosion, wenn die-selben genau zu gleichen Volumen im Dunkeln gemischt waren.Man gewinnt eine solche Mischung gleicher Volume, wenn manstarke wässrige Salzsäure unter Anwendung von zwei Kohlen-eylindern als Elektroden elektrolytiscli zersetzt, und das Gasgemischsammelt, nachdem die Gasentwickelung so lange Zeit angedauerthat, dass alle Luft aus der Flüssigkeit und der porösen Kohleausgetrieben und die Flüssigkeit mit Chlorgas gesättigt ist.

Wenn 1 Volum Chlor sich mit 1 Volum Wasserstoff verbindet,so erfolgt nicht, wie bei der Vereinigung von Sauerstoff mit Wasser-stoff, eine Verdichtung, sondern es resultiren zwei Volume Chlor-