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Chlob.
Gegenwart von Wasser in s chwefelsau r en Kalk (Gyps) , letzteresSalz in schwefelsaures Natron . Eine nach dem Bleichen mit diesenStoffen behandelte und darnach wiederholt mit Wasser gewascheneLeinewand ist schöner und dauerhafter als die, welche durch so-genannte Rasenbleiche gebleicht war.
Die Eigenschaft des Chlors, organische und besonders orga-.nisirte Stoffe zu zersetzen oder chemisch zu -verändern, hat diesemElement noch eine andere praktische Verwendung verliehen. DasChlor wirkt als kräftiges Desinfectionsmittel, es zerstört die con-tagiösen, miasmatischen Stoffe, welche in der Luft verschlossenerRäume sich ansammeln, wo Kranke, zumal mit ansteckenden Krank-heiten, liegen. Die Erfahrung hat gelehrt, dass in den Kranken-sälen die Luft reiner, dass sie gesunder wird, wenn man darinvon Zeit zu Zeit kleine Mengen Chlor verdunstet. Man erreichtdas am Besten dadurch, dass man in die betreffenden Räume aufirdenen Tellern kleine Mengen Chlorkalk stellt und mit gewöhn-lichem Essig benetzt, welcher daraus langsam Chlor frei macht.
Chlorhydrat: Cl 2 -|- 10H 2 0. Wasser, welches bei gewöhn-licher Temperatur nur etwas mehr als das Doppelte seines VolumsChlors absorbirt, nimmt bei 0° grosse Mengen davon auf, und bildetdamit eine chemische Verbindung von obiger Zusammensetzung.Dieselbe scheidet sich durch Einleiten von Chlor in eiskaltes Wasserals krystallinische Blättchen von grünlichgelber Farbe aus, wo-durch zuletzt die ganze Flüssigkeit zu einem Magma gesteht.Sie lassen sich bei Winterkälte abfiltriren und durch Auspressenvon anhängendem Wasser befreien. — Wenige Grade über 0° zer-fällt das Chlorhydrat wieder in seine Bestandtheilo. Diese Eigen-schaft desselben bietet ein .einfaches Mittel, liquides Chlor dar-zustellen. Man presst Chlorhydrat in das untere, geschlossene Ende
Fig. 20.
einer starken in Kältemischung getauchten Glas-röhre, schichtet darüber Stücke von Chlorcalcium,biegt dieselbe dann, wie Fig. 20 zeigt, in derMitte, und schmilzt das andere offene Ende beiC zu. Wird nun der Schenkel c in Kälte-mischung getaucht und der Schenkel a gelindeerwärmt, so condensirt sich das frei gewordene
Chlor in c zu einem gelben Liquidum, während das Wasser vom
Chlorcalcium zurückgehalten wird.