Druckschrift 
2 (1838) Kryptogamen
Entstehung
Seite
90
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

90

Gattung: Morchella, Morchel.

Vermuthlich ist es die in Europa, Asien und Nord-Amerika gemeinste Art, M. esculenta Perg.,Fr., von welcher Einige behaupten, dass sie bisweilen schädlich werde. < 537) Leidlich nachgewie-sene Thatsachen finde ich nicht auf( 538 ).

Gattung: Helvella. Lorchel.

Lorchel. Lorche. Laurich. Falsche, gefaltete (jj), Stein- od. Stock-Morchel. Faltenpilz (jj).Katzenöhrlein. Holl. Tolzwam. Krenkzwanu Steenmorilje. Böhm. Kfapac. ChrapacA 539 )

Synonyme. Ilelcella. Fr. S. m. II. 13. Iienas 98. Wallr. II. 553. I* Hdb. 313. El-velae s. Helvellae specc. lAnn., Seh., Bull.

Wesentlicher Charakter. Hut gestielt, schildförmig, auf zwei entgegengesetzten Seiten(seltner mehrseitig) herabgeschlagen.

Beschreibung. Der häutige Hut erhält dadurch, dass er auf zwei Seiten'herabgeschlagenist, ungefähr die Gestalt eines umgekehrt (das Oberste zu unterst) gehaltenen Klapphuts. DieseGestalt wird jedoch oft dadurch entstellt, dass der Hut hie und da unregelmässig aufgeblasen, da-durch buchtig oder selbst gelappt erscheint. Die ganze obere Fläche des Huts, auch noch derRand, ist von dem Hymenium, einer zarten, meist wachsartigen, dünnen Platte, überzogen und inder Regel glatt, bisweilen jedoch auch durch hervorragende, labyrinthisch durch einander laufendeRippen grossgrubig (lacunosus), was einen Übergang zu Morchella bildet (Überhaupt lassen sichdiese beiden Gattungen nicht streng trennen, und es ist z.B. Helv. esculenta Fers., Fr. ein deut-liches Mittelglied, ja passender eine Morchella zu nennen; Fries gesteht selbst, dass er sie nurwegen der Verwandtschaft mit //. Infula zu Helvella gebracht habe.) Die untere, oft auch die obereFläche ist bereift. Stiel mittelständig, in den Hut übergehend; oft eckig; gefüllt oder häufigerhohl; bisweilen zeigt er, aus mehreren, vielfach mit einander seitlich anastomosirenden Blättern be-stehend, auf dem Durchschnitt eine Anzahl unregelmässig (nur die Längenrichtung beobachtend) ne-ben und über einander liegender Höhlen; in diesem Falle ist er auch gewöhnlich aussen unregel-mässig grossgrubig, doch so, dass auch diese Gruben die Längenrichtung beobachten. Bisweilenunterscheidet man am Stiel mehrere von aussen nach innen auf einander folgende, ziemlich leichttrennbare, Schichten. Mycelium nach Krombholztheils fädig (aus Fadenzellen gewebt)und dann bald flockig und weiss, klein, bald wollig, verbreitet, durchdringend und umhüllend,theils massenartig (aus irregulär gehäuften Zellen gebildet) und dann bald gross und grau, baldzart und weiss, bald wachsartig wie die Strunksubstanz, tief und verbreitet". Grosse oder mit-telgrosse Pilze, ziemlich brüchig, fast geruch- und geschmacklos, auf der Erde oder auf sehr mor-schem Holze, meist im Herbst, doch zum Theil auch im Frühjahr wachsend, wochenlang dauernd.

(537) So sagt Haller (Hist. stirp.n. 2247), indem er sichaufliister travels p. 154 (f) beruft:innocens, nist forte ex in-*eclorum cormptela periculum nalum fuerit". V.Krapf (12,Note) sagt:Ich selbst sammt meinem sei. Weibe habe starkesBrechen und andere üble Zufalle durch den Genuss dieser cssba-*en Maiirachen erlitten". FOdere (wie Christ. 0(16 angiebt)"** Fälle erwähnt, ,,in welchen die gemeine Morchel nach lang-dauerndem Regen schädlich geworden zu seyn schien". Dier-bach (3(J8) sagt:sehr zuverlässige Botaniker, wie Schrader"(der berühmte zu Güttingen verstorbene Prof. d. Bot. ? oder derebenfalls als Schriftsteller geschätzte, zu Berlin verstorbene Apo-theker . Und wo ;,t dj c g ue iie dieser Angabe ? Ich habe sietrotz vieler Mühe nicht auffinden können.)und Krapf" (die-sen darf man wohl nimmermehr einen zuverlässigen Botanikernennen),fanden selbst bei der gemeinen essbaren Morchel einegiftige Beschaffenheit". i m Berlin. Jahrb. f. d. Pharm. Bd. 34.

Abth. 2. 1834. S. 238-240 sind Beobachtungen des KreisphysiousDr. WOlf zu Calau über Vergiftungszufällc durch Morcheln mit-getheilt. Da aber dieser Mann Homöopath ist und ich nicht weiss,ob man einen Homöopathen in ärztlichen Angelegenheiten als gül-tigen Zeugen anerkennen kann, da auch überdies die Geschich-ten so dürftig erzählt sind, dass man auch ohne jenes Bedenkenüber ihre Zuverlässigkeit nicht würde urtheilen können, so b.gniige ich mich, auf die Ouelle verwiesen zu haben.

(538) Denn Y. Krapf ( kurze Angabe (Note 537) mit einetBenennung in deutscher Sprache, ohne genauere Bezeichnung,kann ich nicht als eine solche betrachten.

(539) Krombholz (III. 21) führt auch noch italienische Volk»-namen nach Micheli und einen cochinchinesischen nach Lou-reiro an, aber diese Namen gehen, wie sich leicht nachweisenlässt, nur auf einzelne Species,