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A G A B I C C S MUSCARIUS.
folgendermassen cliarakterisirt: „Meist büschelweis wachsend; doppelt so gross als die Hanptform;Hut 6" breit, leberfarb, klebrig, mit gelben Warzen; Stiel meist derb, 1-2" dick, an der Basis mitconcentrischen, zurückgebogenen, sparrigen Schuppen".
Ob der Agaricus rubens Scop. (416), mit rothen Warzen, rothem, an der Spitze ausge-breitetem Stiel, als Varietät hieher gehöre, wie Fries U.A. annehmen, ist fraglich, besonders dader Autor einen „essbaren" Pilz des Micheli dazu citirt.
Die von Batsch (59) herrührende Benennung Ag. Puella bezeichnet Exemplare, derenHut keine Lappen trägt; doch thun spätere Autoren (Pers., Secr., Webun. u. A.) noch andere Be-stimmungen dazu, was aus dem in Note 117 berührten Grunde unzweckmässig scheint.
Der Hut variirt kegelförmig, auch gebuckelt t 11 »'.
Eine seltene Monstrosität, den Hut aus der Mitte proliferirend, sah Cileditsch (82) eini-gemal. — Nicht selten beobachtet man (wie auch bei anderen Pilzen, am häufigsten bei büschelweiswachsenden) Stiele ohne Hut oder mit kleinem, missgestalteten Hut. Oft ist dies nur Folge vonBeschädigung (durch Vieh p.p.), nach welcher der Stiel noch fortgewachsen; bisweilen aber auchunzweideutig Hemmungsbildung i 11 9 ).
Vorkommen. Häufig im Spätsommer und Frühherbst; einzeln oder häufiger truppweis; inWäldern und Gebüschen aller Art, auch auf Triften am Rande der Waldungen, auf fettem und ma-gerem Boden; nur feuchte und sehr schattige Stellen vermeidet er. — In Deutschland, Schweden,Norwegen( l2 °), Dänemark, GrossbrittannieiM 121 ), den Niederlanden, Frankreich, der Schweiz, derpyrenäischen Halbinsel« laa >, Italien0 a »), Ungarn( 12i >, Preussen (loes.88), fast ganz Russland(Weinm.5-6), auch Sibirien (vgl.Note 151); doch scheint er im nördlichsten Sibirien nicht mehr recht(oder gar nicht mehr?) fortzukommen (vgl.Notel52).
Verwechselungen. Der Kaiserling, Agar. (Amanita) caesareus Seh. unter-scheidet sich vom Fliegenpilz durch eine zähe, dicke, scheidige, glattere, nicht schuppige,Wulst, grössere, minder zahlreiche, festere Lappen auf dem Hute (die jedoch auch hier, wie beimFliegenpilz, bisweilen ganz fehlen), glatteren Stiel, dessen Durchschnitt am äusseren Umfange eingelbelndcs Fleisch zu zeigen pflegt, entschieden gelbe Farbe der Lamellen und meistens auch desStiels und Bings. Das „Ei" des jungen Kaiserlings ist auf der Grenze zwischen Hut und Stiel-knollen nicht eingezogen^ 125 '
Sehr ausgeblasste Fliegenpilze werden bisweilen, der gelbhütigen Varietät von Agaricus{Amanita) vaginatus Bull., wie sie Ball. t.512.Fig. N. oder Krombh. T.10Fig.7. abbildet, ei-nigermassen ähnlich. Doch ist Ag. vaginatus meist schlanker, sein Hut selten ganz so flach aus-gebreitet wie beim Fliegenpilz oder dann doch meist kleiner, auch meist ganz nackt oder nur miteinigen grösseren, glatten, Lappen bedeckt, sein Stiel weniger rauh, nach oben verdünnt, ohne deut-lichen Knollen, ohne Ring (wenigstens bei erwachsenen Exemplaren, innen hold (beimFliegen-pilz ist die Aushöhlung wenigstens selten so vollständig), seine Wulst scheidig, sein Hutfleischauf dem Durchschnitt ohne farbigen Saum.
Von der bisweilen vorkommenden Varietät des Fliegenpilzes mit griinlichbraunem (leberfarbe-nem) Hut unterscheidet sich der nahe verwandte Agar. (Amanita) pantherinüs DC. folgen-
(118) Pers. a. a. O.; Rebentisch Prodr. Flor. Neomorch. 364(beide Schriftsteller geben das „umbonattis" sogar als Regel an);Asch. 13.
(119) Unpassend nennt dies Secr. 1. 11 eine monströse „Varie-tät ; auch gehört der Schimmel, dessen er erwähnt, nicht wesentlichdazu.
(120) Fl.nan.fasc.Wp.7.
(121) „Ahuntlant inthe llighlanäs: iess common inthesouthofEngland." Berk.4.
(122) Wenigst«« iur Portugal fuhrt ihn vandelli (s. Römer
Scriptorts de ptt. Hisp., Li,sit. cet. 163) auf.
(123) Doch habe ich (zufällig ?) keine Angabe für S ü d - Italienaufgefunden - und auch in Nord-Italien scheint er nicht überall vor-zukommen ; sovermisst man ihn z. B. nicht bloss in Naccari's Fl,feneta, wo man es sich durch die Örtlichkeit (viel Sumpf) erklärenkönnte, sondern auch anderswo, vgl. Vitt. Am. 22, Pollini Fl. Ve-ron. 111.701. SoUtc hierin schon eine Andeutung seiner Südgrenzeliegen ?
(121) Endlicher Fl. Poson. 67.
(125) In Wien darf der Kaiserling, wegen möglicher Verwechse-lung mit dem Eliegenpilz, nicht auf den Markt gebracht werden:
Hayne 36.