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Agaricus P HALLO IDES.
Auch bei Menschen kamen nach Faulet O«), Bulliard u.A.(") häufiget 100 ) Vergiftungsfällevor, welche nicht selten tödtlich abliefen. Bei den genauer mitgetheilten Fällen geschieht derweissen und der gelblichen Varietät speciell Erwähnung. Die Vergiftungserscheinungen treten inder Regel erst etwa 10-12 Stunden (doch auch früher) nach dem Genüsse ein, nachdem die Men-schen in der Zwischenzeit oft noch andere Speisen zu sich genommen haben. Sie sind auch hiernarkotisch -entzündlicher Art < 101 ). Der Tod scheint (oft unter heftigen Krämpfen oder in einertiefen Betäubung) in der Regel 1-2 Tage nach dem Genüsse einzutreten C 10 ^ ftn Genesungsfalleaber bisweilen wochen- und monatelange Nachübel zu folgen.
Krombbolz (IV. 19,20) sah in einem Versuche (den er an sich selbst anstellte?) von 2 Lothder grünlichen Varietät, welche gebraten genossen wurden, ,]-3 Stunden nach dem Versuch unan-genehme Zufälle (leises Zittern am Körper, Schwindel, Übelkeit, Drücken und Kratzen in Magenund Schlund, Darmgrimmen) < 103 ); er erwähnt auch kurz, dass wiederholte (von wem angestellte?)Versuche mit der weissen Varietät ähnliche Erscheinungen bewirkt. —
Diesen Erfahrungen gegenüber stehen andere, wo sich der Pilz unschädlich zeigte. So gelanges I<enz nicht, Mäuse damit zu vergiften. Hcrtwig (404,405) gab ansehnliche Dosen der gelbenVarietät, theils in Substanz (bis zu 21 Quentchen), theils den ausgepressten Saft (10 Q., aus 42Q. ausgepreist), theils in Abkochung, mehreren Hunden und einem Schaafe olme alle wahrnehmbareWirkung. Nach Vittadini (20) soll dessen Aman, viridis in einigen Gegenden (Italiens?) von Ar-men gekocht olme Nachtheil gegessen werden.
Es felüt uns an Ankaltspuucten, um diese difFerirenden Angaben auszugleichen oder zu erklären.
Erklärung der Abbildungen.
Taf. I. Fig. 1-3. Junge, Fig. 4-6 erwachsene Exemplare (von F. 4 ist der unterste Theil durch F. 9 verdeckt). —Fig. 7, 8. Alternde Exemplare, jenes besonders gross, dieses ungewöhnlich klein. — Fig. 9,10. Der Hut z.weier Exem-plare, von unten gesehen (F. 10 ist dasselbe Expl. wie F. ß). — Fig. 11,12. Senkrechter Durchschnitt zweier erwach-senen Exemplare. — Fig. 13. Senkrechter Durchschnitt eines alternden Exemplars. — Fig. 14. Theil eines ähnlichenDurchschnitts, mit tief emarginirter Lamelle. — Fig. 15-19. Schematische Darstellung der Veränderungen der allge-meinen Hülle (vgl. S. 13,14).
Fig. 20-27 bei einer Vergrösserung von 270 gezeichnet. — Fig. 20. Zellgewebe, s. S. 17. — Fig. 21. Junge Keim-körnerträger von der Seite, F. 22. halb von oben, F. 23. von oben gesehen. — Fig. 24, 25. Tetraden mit unreifen, F. 26mit reifen Keimkörnern. — Fig. 27. Tetrade nach dem Abfallen der Keimkörner. — Fig. 28. Abgefallene Keimkörner(bei 700 Vergr. gezeichnet).
Agaricus vaginalus.
Agaricus plumbeus, fulcus, hyalinus und badius Seh. — Agar, vaginatus Ball. — Fr. S. m. I.14. — I.etell.57;f.36. — I.enai26; f. 2. — Krombh.t.1 f. 1-5, t.28 f. 11,12. — Wallr. II. 738. —
Vitt.»iflfl#.t.l6(f). — Amanita spadicea Fers-----KromMi. 1.10 f. 6 - 9, t.30f.l3,14. — Amanita va-
ginuta. Tratt. Östr.f.25 (mittelm.). — Amanita nivalis. Grev.t.18.
Ficco( 104 > verdächtigt den Pilz, weil ein Hund, dem er davon zu fressen gab, dadurch sehr
(98) Vergl. Roq. 140.
(99) Vergl. z. B. Gazette de SantS. 1777. n. 34. (wiedergeg. b.Roq. 140,141; — von 5 Vergifteten starben 3, und nebenbei einHund und eine Katze, welche Überbleibsel gegessen hatten) ; Car-resi in Ömodei Annali vniv. di Med. LH (1829) 173 ff. (von 5Vergifteten starb 1).
(100) Bull. Ten. 173 spricht von „des milliers dTexemples" !
(101) Die Erscheinungen, welche Carresi bei dem Knaben, dernachher starb, am 3ten Tage fand (harter, stossender, unrcgelmässi-ger Puls, flammende Wangen, wild glänzende Augen, nelirium, hefti-ger Husten, Dyspnoe, fürchterliche Convulsionen, Trismus, Tympa-nitis, Abdominalpulsation; dann unter schrecklichem Heulen augen-blicklicher Tod), deuteten auf eine heftige Entzündung oder dochCongcstion i« Bauch- und Schädcl-Hühlc; doch war der Beobachter
nur bei den letzten Augenblicken des Sterbenden zugegen. Die Lei-che fand Carresi schon nach einigen Minuten ganz mit dunklenStriemen und Flecken bedeckt, und bei der (wie lange nach dem Todeangestellten ?) Scction den ganzen Vcrdauungscanal „entzündet, stel-lenweis brandig", auch die gesammten Luftwege, namentlich die linkeLunge, das Neurilem des Plexus cervico-scajmlaris und alle Theilein der Schädelhöhle „entzündet" [spielte auch keine Leichen-Hyper-ämie mit?J.
(102) In dem Falle der Gaz. de Satitl — s. Note 99 — scheint erbei den 3 Individuen am 5tcn Tage erfolgt zu seyn.
(103) Aber warum traten hier die Erscheinungen so früh ein?Hatte die Phantasie mit Anthcil?
(104) PicCO Meletemata inaugural. Taurini\7$8. S.p. 153 (f).