Knollen-Blätter
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Gresclimack u.s.w., kommt auch, die weisse und etwa bisweilen die braune Farbe ausgenommennicht leicht in den Farbennuancen des A. phallöides vor.
Agar. (Aman.) solltarius ist seltener, grösser, derber als A. phallöides, immer ganz weiss,der Hut des ganz ausgebildeten Pilzes oft in der Mitte etwas vertieft, die Läppchen auf dem, bis-weilen klebrigen, am Rande meist deutlicher gestreiften, Hut (falls sie nicht ganz fehlen) kleinerzaldreicher, flockiger, der Stiel häufiger dicht oder doch gefüllt, die Wulst (wenn wohl erhalten)schuppig ' 91 >.
Das „Ei" des Äff. phallöides kann mit dem des als Leckerbissen behebten Kaiserlings,Agar. (Aman.) caesareus, verwechselt werden; aber das erstere hat einen eingeschnürtenHals (zwischen Knollen und Hut), das letztere nicht, und das erstere zeigt durchschnitten weisseLamellen oder doch nicht so entschieden gelbe wie das des Kaiserlings.
Eine Verwechselung des Ag.phalL mit dem vorzugsweis so genannten Champignon, Agar.campester Ii., hat, wie Faulet, Bulliard u. v. A. erzählen, oft Unheil gebracht; aber der Cham-pignon hat anfangs blass - röthlichweisse, später blassrothe, dann braune Lamellen, keine Lappenauf dem Hut, keine Wulst, einen gefüllten, an der Basis nur wenig verdickten Stiel, einen meistflüchtigen, nicht gestreiften Ring, meistens eine seidenartige Oberfläche, einen angenehmen Geruch(den Mehrere körbelähnlich finden); sein Fleisch schmeckt nussähnlich und pflegt gekäut eine Wein-farbe anzunehmen; er wächst auch meistens an offneren Stellen (Triften p.p.). ( 9a )
Wenn der Agar, phallöides, namentlich der Hut mit seinen Lappen, im Alter eine schmutzigweisse oder bräunlichweisse Farbe angenommen hat, die Lappen durchs Trocknen flach und ziem-lich fest anliegend geworden sind (so dass sie fast wie Schuppen aussehen), so ist der Pilz aufden ersten Blick einer Lepiota Fr., z.B. dem Agar, excoriatus & 3 \ ähnlich. Eine genauere Unter-suchung zeigt jedoch bald die Lappen, die Wulst, die Beschaffenheit des Rings u.s.w.
Wirkung. Zahlreiche Erfahrungen an Thieren< 94 > und Menschen beweisen die Giftigkeitdes Pilzes.
Faulet ( 95 ) experimentirte mit der grünlichen und gelben Varietät an Hunden; er gab diesentheils den Schwamm in Substanz, mit Futter vermengt, theils den ausgepressten Saft mit etwasWasser verdünnt, theils einen wässerigen oder geistigen Auszug < 96 >; alle Hunde starben, schonnach massigen Quantitäten < 9 T >, binnen etwa 24-30 Stunden. Die Vergiftungserscheinungen began-nen in der Regel erst nach 10-12 Stunden, nachdem die Thiere in der Zwischenzeit oft noch ge-fressen hatten (nur auf die halbe Unze Saft, s. Note 97, trat beinahe sogleich Erbrechen ein); siebestanden in Erbrechen, Durchfall (einmal blutig), heftigen Schmerzen, grosser Ermattung, Be-täubung (einmal Zeichen von Schlagfluss) und Krämpfen, unter welchen bisweilen der Tod erfolgte.Die Leichenöffnungen zeigten in Magen und Darmcanal die Wirkungen der Schärfe. — In vonRoques mit der gelben Varietät angestellten Versuchen bekam eine Katze von einem Quent-
chen Krämpfe und Durchfall, eine andere starb von einer stärkeren Gabe unter Zuckungen,sagt, die kleinste Gabe mache den Thieren Durchfall.
Roques
(91) Ich habe mich bei dem Obigen nur an den echten A. soli-tarius Bull., nicht an den A. nitidus Fl., de. mir der Identitätmit A. phallöides verdächtig ist — vergl. Note 173 _ gehalten.
(92) Einige führen auch noch als Unterschied an, dass sich dieOberhaut des Huts beim Champignon leicht abziehen lasse; aberes ist beim Ag-, phallöides auch der Fall
(93) Welcher deshalb zu Wien auf dem Markte verboten ist:Hayne 39.
(94) Wenn wir auch auf die Angabe leteUier's — welcher(p. 60), ohne seine Versuche specielicr zu erzählen, sagt, dass derSaft des Pilzes, Fröschen in das Zellgewebe am Kücken eingespritzt,sie binnen A -1 Stunde unter Zuckungen tödtc — wenig geben, daaus einem Zusätze des Autors hervorzugehen scheint, dass er denSaft immer nur in Verbindung mit anderen Stoffen, namentlich Al-
kalien, Säuren, essigsaurem Blei oder GaUäpfeln, angewandt habe'
(93) Vergl. Lenz 22-24.
(90) Faulet versuchte auch bei mehreren Hunden eine durch De-stillation des ausgepressten Safts gewonnene Flüssigkeit, aber diesezeigte sich wirkungslos, während dagegen der Rückstand von derncslillation schon in kleiner Gabe Hunde tödtetc. Es passt dieszu der nicht flüchtigen Natur des Letellierschcn Amanitins. _ ß,,;dieser Gelegenheit will ich doch anmerken, dass Roques nichtmit Letellier die Giftigkeit des Agar, phallöides und A. musea-rius vom Amanitin, sondern, ohne Beweis, von einem fetten Stoffherleitet (p. 125,139).
(97) Ein Paar Scrupel bis einige Drachmen; einmal \ Unze de«ausgepressten Safts (dies scheint die höchste Quantität gewesen zuseyn).
c*