Knollen-Blätterpilz.
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Hülle; bisweilen zeigt sie dabei gestrichelte bräunliche Flecke (Fig.6); überhaupt erscheint sie oftfein faserig -gestrichelt (was Fig. 4,5 am besten wiedergeben). Die dunkleren Farben des Huts (Oli-venfarb, Braun p.p.) scheinen am Stiel nicht vorzukommen' 81 '. Dagegen ist die Wulst oft wie-der etwas dunkler gefärbt, am häufigsten schmutzig bräunlichgelblich, gelblichweiss, doch auchblass grünlichgelb p.p. Sie ist glatt; seltener filzig' 82 ) als kahl; angewachsen (Fig. 1,3,7,8,16,17,19) oder gerandet (F.2,5,6,18), selten' 83 ) deutlicher scheidig. Den angewachsenen Theil kannman, falls er nicht durchs Alter oder durch Insektenlarven, welche den Pilz häufig heimsuchen,zerstört ist, leicht abtrennen. Der, bald rundliche, bald eiförmige, Knollen selbst geht bisweilen ( 84 >aihnählig in den dünneren Stiel über (F. 5,6,11,12,13); andremal setzt er sich schroff ab (F. 1,3,7,8), und bildet dabei bisweilen nach oben eine wagerechte oder etwas geneigte Fläche, in welche
sich der dünnere obere Theil des Stiels gleichsam einzupflanzen scheint (am deutlichsten in F. 3)___
Der Stiel ist ziemlich fest und etwas elastisch (etwas zu biegen, ehe er bricht); man kann ihn ingröbere Längsfasern und der Länge nach laufende Stücke zerdrücken. Bei jüngeren Exemplarenpflegt er durchaus dicht zu sein; allmählig wird sein Gewebe lockerer (gefüllt); dann wird er, ge-wöhnlich zuerst an der Spitze, hohl, und zuletzt pflegt er fast seiner ganzen Länge nach — nur denKnollen, und auch diesen oft nicht ganz, ausgenommen — hohl zu seyn. An alten Exemplaren fin-det man auf dem senkrechten Durchschnitt da, wo sich der Stiel in den Hut inserirt, oft eine sehrschwach, nur durch einen leichten Schatten, angedeutete Grenze zwischen beiden (Flg. 13), ohnedass jedoch der Stiel hier wirklich articulirte und sich natürlich auslösen Hesse. — Myceliumgering: weisse oder gelbliche Fasern. — Fleisch weich, doch derb (namentlich im Hut), weissoder, besonders im Umfange des Stiels, gelblich oder grünlichgelblich (was sich zum Theil nachder äussern Farbe richtet). Den Geschmack fand ich (bei der grünlichgelben und der weissenVarietät) immer, in allen Theilen, bitterlich und unangenehm, nur bei sehr alten Exemplaren mehrindifferent; den Geruch immer indifferent' 85) .— Beider mikroskopischen Untersuchungfindet man dasselbe wie beim Agar, muscarius (als ein Beispiel davon ist in Fig. 20 etwas vom Zell-gewebe aus der Mitte des Stiellleisches, von einem jungen Exemplar, in einem senkrechten Durch-schnitt abgebildet).
Varietäten. "Wichtig sind die Varietäten der Farbe, namentlich des Huts, insofern haupt-sächlich diese zur Aufstellung mehrerer Species Veranlassung gegeben haben, welche wir sämmt-lich nur als Varietäten anerkennen können. (Das Trennen der Schriftsteller ist um so auffallender,als bei weitem die meisten Exemplare zwischen Grün, Gelb und Weiss mitten inne stehen, die Far-benübergänge also häufiger sind als die reinen Farben.)
a. Der ganze Pilz weiss. Agaricus bidbosus scii.t.241 (von der Beschreibung abweichend
(81) Falls nicht vielleicht Ag. porphyrius A. S. nur Varietätvon A<r. phallöides ist (vgl. Verwechselungen).
(S"2) Her Filz besteht hier, und in der Hegel bei den Hymeno-myceten, nicht in einer Verbindung von Haaren (wie bei den Pha-nerogamen), sondern in einer Auflockerung des oberflächlichenGewebes selber in bald {.'rubere, bald feinere Fasern. Eine so auf-gelockerte Stelle kann allmählig in eine, wo das Gewebe dichterist (die man nach der hei Phanerogamen üblichen Terminologie„kahl" nennen muss), übergehen. So erkennt man denn biswei-len den Filz schon mit blossem Auge sehr deutlich, andrcmal erstunter der Loupe.
(83) Wallroth hat sie wiederholt so gesehen (mündl. Mitthei-lung) ; auch einige Figuren von Bulliard u. A. zeigen sie etwasdeutlicher scheidig als die meinigen. Wenn aber Bulliard's Fig.f. auf T. 577 dabei zugleich etwas Schuppiges zeigt, so ist diesentweder einem ungewöhnlichen Zufall oder einer nachlässigenZeichnung zu imputiren.
(S4) Bei der grünen Varietät soll nach PersOOn (Traiti1S1 Z. O, 4 v. u.) immer nur dieser Fall stattfinden.
(83) Die Angaben der Autoren über Geschmack und Geruch sind
höchst widersprechend; bald wird Beides als indifferent oder selbstangenehm, bald jener als scharf, styptisch, dieser als sehr wider-wärtig, durchdringend p. p. angegeben. Wicht einmal durch Be-rücksichtigung der Varietäten und mit vieler Geduld im Combini-ren kann man diese Widersprüche schlichten. Auch Ascherson's(S. 23 Note 5) aus einem sehr kleinen Theil der hiehcr gehöri-gen Oata gezogene Folgerung, dass der Pilz gegen Norden mil-der zu werden scheine, ist zwar ansprechend, scheint sich abernicht zu bestätigen [so z. B. wenn man die Angaben von KlOmb-holz mit denen von Bulliard vergleicht, während doch Pragfast die gleiche Tomperatur-Jahresmittlerc und sogar eine höhereSommermittlerc wie Paris hat]; auch, sollte man meinen, müssteungewöhnlich warme Witterung auch in höheren Breiten dem Pilzbisweilen die unangenehmeren Eigenschaften geben, und doch geheintdies nicht beobachtet. Etwas spricht ■freilich sehr für Ascher-SOn's Meinung (was er selbst nicht dafür angeiührt hat), dass auchdie VcrgiitungsfäUc hauptsächlich aus Frankreich und Italien be-richtet werden, da doch der Pilz auch in nördlicheren Gegendenso häufig ist; doch könnte dies andere Ursachen [Vorliebe der Be-wohner mancher Gegenden für mit Jg. phallöides leicht zu ver-wechselnde Pilze, p.p.] haben.