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Agaricus.
Band in der Jugend abwärtsgebogen, oft selbst eingerollt ist, trägt an seiner Unterseite Blätter, welchebei fast allen Arten aus einer dünnen, plättclienförmigen, auf beiden Seiten mit dem Hymenium über-zogenen Fortsetzung der Hutsubstanz bestehen. Diese Blätter sind meistens ungleich lang, so dassein Theil von ihnen von der Peripherie bis zum Stiel (bisweilen auf demselben noch herablaufend)oder doch bis fast zum Stiel reichte 55 ', während andere, von der Peripherie ausgehend, nicht ganzso weit gelangen < s 6 ), sondern früher aufhören t 57 '. Es sollte, sieht man, der an der Peripheriegrössere Platz möglichst benutzt, dem Hymenium eine möglichst grosse Ausbreitung gegeben wer-den. Sehr oft aber ist dies auch dadurch erreicht, dass zwei von der Peripherie ausgehende La-mellen sich früher oder später zu Einer vereinigen ( 58 ': bisweilen wiederholt sich solche Vereinigimgzwei- oder mehrmaK 59 ). — Bei vielen Arten findet sich eine, spinngewebige oder häufiger häutige,Hülle (Velum partiale), welche das Hymenium in der Jugend überdeckt, indem sie sowohl am Hut-rände als am Stiel befestigt ist; wird der Pilz grösser, so löst sie sich von einer oder der anderendieser beiden Stellen ab und erhält, wenn sie am Stiel befestigt bleibt, den Namen Ring (annulus,frz. collier), wenn sie (meistin Fetzen) am Hutrände befestigt bleibt, den Namen Franse (cor-tina). Bei manchen Arten ist der ganze oder fast der ganze Pilz in der Jugend von einer Hülle(velum universale) umgeben* 60 ).
Die Keimkörner variiren (soviel mir bis jetzt bekannt ist) in ihrer Länge von -j^j- Par.'"bis zu x$Tr"' xu, d darüber, in ihrer Dicke von -r$-j"' bis zu -r£-r'"; bei den einzelnen Arten variirensie jedoch lange nicht so sehr, sind vielmehr hi ihrer Grösse auffallend constant. Ihre Gestal-ten und Farben sind sehr verschieden. Fries unterscheidet folgende Farben: weiss, blassgelb, ro-senfarb (richtiger vielleicht hellgrauröthlich), okerfarb, rostbraun, braunpurpurn, schwärzlich und(fast) schwarz< 61 ). Es sind jedoch diese Farben bei den einzelnen Arten nicht immer streng ge-schieden, vielmehr geht Weiss in Blassgelb über (vgl. z. B. Ag. integer), zwischen Okerfarb, Rost-braun und Braunpurpurn kommen sehr häufig unentschiedene Mittelglieder vor, p. p. Auch sind mitAusnahme der weissen die übrigen (also die farbigen) Keimkörner vor der Reife fast immer viel hel-ler gefärbt (z. B. die rosenfarbenen oft weiss, die braunpurpurnen oft blassroth, die schwarzen undschwärzlichen oft grau oder graupurpurn, u.s.w.): sie fallen in diesem Zustande zwar noch nichtab, so dass man direct über ihre Farbe urtheilen könnte, aber sie verrathen dieselbe doch durcheine hellere Färbung der Lamellen' 62 ). Man beurtheilt die Farben der Keimkörner mit Sicher-
(55) Wir wollen solche Lamellen durchgehend nennen. Esexistirt noch kein besserer deutscher oder lateinischer Kunstausdruck,denn integer (franz. entier), aequalis und deren deutsche Über*tragungen sind nicht recht passend.
(56) Wenn sie nur ungefähr halb so weit gelangen, so nenntman sie, nicht recht passend, halbirt, dijnitliatae, franz.demi-fettillet.
(57) Man nennt deshalb das peripherische Ende der Lamellen,en welchem sie oft ,,breiter" (d.i., genaugenommen, höher) sind,auch das vordere, das centrale das hintere. Fries nennt jenes dieBasis, dieses die Spitze, was physiologisch gedacht ist, indem dieLamellen von jenem zu diesem gleichsam auslaufen, — wobei manalso nicht an Unten und Oben zu denken hat.
(58) Geschieht diese Vereinigung in einem spitzigen Winkel, sokönnte man die aus der Vereinigung hervorgegangene Lamellezweispaltig, —■ unter einem abgerundeten Winkel, gabiigoder gegabelt, nennen; doch wird zwischen diesen Kunstaus-drucken (bei welchen man in Gedanken in der entgegengesetztenRichtung, vom Stiel zur Peripherie geht) bis jetzt gewöhnlich nochnicht so streng unterschieden.
(59) Bei den zu der Abtheilung Russula (ans der man auch eineeigene Gattung gemacht hat, wovon noch später) gehörigen Artenzeigen manche Exemplare alle Lamellen durchgehend; wahrendhei anderen, um den an der Peripherie grösseren Platz auszufül-len, hie und da einzelne kürzere Lamellen sich finden oder gabel-förmige Verbindung stattfindet.
(CO) nie, wo er ganz von einer solchen HUUe umgeben ist, wer-
den bei Persoon u.A. als eine besondere Gattung, Amanita, ge-trennt — nicht mit L T nrecht, da dieser Charakter constant (auchnur sehr selten schwer zu erkennen), für einen Gattungscharakterwichtig genug und es vortheilhaft ist, von der übermässig grossenGattung Agaricus (der artenreichsten in der ganzen Pflanzenkunde)eine Anzahl Arten abzuzweigen. — nie Pcrsoonsrhcn Amanitenzerfallen in weisesann'ge mit einem Ring am Stiel (Tribus : Ama-nita Fr.) und braunsamige ohne King (Tribus: JoIvariaTl.).
(61) Er theüt danach, mit Zuhülfcnchmung einiger anderen Cha-raktere, die Gattung in 5 Reihen: Leucosporus (wozu auch diomit blassgelben Keiiukörnern gehören), Ilt/porr/iodius (U/ioelosporibei Wallr.), Cortinaria (Oclirospori Wallr.), Verminus (Erythro-spori Wallr.) und Pralella (mit braunpurpurneu oder schwärz-lichen Keimkörnern; — Phaeospori und IMelanospori B. CopriciWallr.), und 2 Ncbcngattungen (mit schwarzen Kcimk.):Coprinus und Gomphus. Da aber die Charakteristik jener O Rei-hen nicht recht stringent, auch für Anfänger schwierig und fürden Zweck des vorliegenden Werks entbehrlich ist, so übergehenwir sie im Folgenden, und charaktcrisiren bloss die, bei Friesden Reihen untergeordneten Tribus (Abtheilungen), auch dieNebengattungen Coprinus und Gompnns (denen wir kein Gattungs-recht zugestehen können) nur als Tribus.
(62) Fries nennt die Lamellen, welche sich im Alter weit dunk-ler färben, decolorantes oder ,/eco/oralae (Gegensatz davon: im-mnlahiles). Diese stark farbenändernden Lamellen finden sich inseiner Reihe Leucosporus in der Regel nicht (eine Ausnahme machtz.H.Ag.integer, mehrere Blücher p.p.), in den übrigen Reihenin der Regel immer; doch ist freilich der Unterschied so relativ,dass er den Anfänger oft uur in Verlegenheit setzt.