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P U N G I.
Ich führe nun im Folgenden alle, mit oder ohne genügenden Grund, von Schliffstellern ver-dächtigten deutschen Pilze einzeln auf, handle jedoch hauptsächlich nur diejenigen, welche man mitWahrscheinlichkeit für giftig halten darf, ausführlich ab. Man kann wohl sagen, dass im Allge-meinen zu viele Pilze der Giftigkeit beschuldigt worden sind. Nicht Alles, wonach einmal einMensch Indigestion, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Leibschneiden bekommen hat, ist deshalbschon ein förmliches Gift; sonst müsste man auch Schwarzbrod, Kartoffeln, Schweinelleisch u. dgl.in der Toxikologie abhandeln. Pilze sind überhaupt, auch die besten, etwas schwerverdaulich;ganz besonders aber verursachen sie leicht Indigestion, wenn sie sehr nass eingesammelt worden,oder wenn sie nicht mehr recht frisch sind; auch das Wiedererwärmen eines sonst ganz unschuldi-gen Pilzgeiichts soll bisweilen dieselbe Wirkung haben ( 50 ). Wenn man nun noch bedenkt, dass diePilze gewöhnlich sehr fett zugerichtet werden, und dass manche Personen sie mit einer gewissenScheu, bisweilen nur auf Zureden Anderer, gemessen, so darf man sich vielleicht wundern, dassnicht noch häufiger auf ihren Genuss leichte Zufälle entstehen, und ist nicht berechtigt, auf einzelneErfahrungen der Art gestützt, einen Pilz sogleich für giftig zu halten. Andererseits können freilichauch einzelne negative Erfahrungen einen sonst als giftig bekannten Pilz noch nicht purificiren; dennoft ist nur der individuellenC 51 ) Unkräftigkeit der Pilz-Exemplare, oder der individuellen, vielleichtnur vorübergehenden, Unempfänglichkeit des Menschen, oder der entgiftenden Zubereitung, oder dergeringen Quantität des Genossenen, das Ausbleiben der sonst gewöhnlichen schädlichen Wirkungzuzuschreiben. Nur wiederholte Erfahrungen entscheiden. — Nach diesen Prämissen glaube ich,dass meine grosse Liste weniger abschrecken als einladen werde zur Benutzung einer Klasse vonNahrungsmitteln, deren Wichtigkeit für manche Gegenden und Jähret 2 > noch nicht allgemein ge-nug gewürdigt ist.
Ordnung: Hymenomycetes. Bruthautpilze.
Synon. Hymenomycetes Vr.S.m.1.1. — Fungi s.s. (Champignons) Aut.
Wesentl. Char. Eine mehr oder weniger zusammenhängende Haut an der Aussenseite desPilzes (Bruthaut, hymeniuvi) trägt den Keimkörner-Apparat.
B es ehr. In der Regel ist der Pilz (oder richtiger: die Pilzfrucht) an einer Stelle oder fastganz zur Aufnahme des Hymenium ausgebreitet, oft auch (namentlich in der ersten Unterordnung),um die Oberfläche noch mein? zu vergrössern, in, verschieden gestaltete, Fortsätze (Blätter, Falten,Röhren, Stacheln p.p.) ausgedehnt, welche das Hymenium überzieht. Diese Fortsätze lassen sichbisweilen leicht, bisweilen schwer von der Frucht ablösen. (Sehr oft begreift man, Kürze halber,unter „Hymenium" die ganze Masse, welche aus diesen Fortsätzen sammt der sie überziehendenBruthaut besteht; ich habe, um jede Zweideutigkeit zu vermeiden, in meiner Abhandlung i.A. N.C.die Benennung Hymenialkörper dafür vorgeschlagen, und werde mich derselben auch im Fol-genden bedienen.)
Unterordnung: Agaticiili. Agariciiicn.
S. Ph. i. A. N. C.
Wesentlicher Charakter. Das Hymenium bedeckt mit stumpfen Hervorragungen, derenjede je 4 gestielte Keimkörner trägt t 53 '.
(oO) Ich habe es einigemal ungestraft versucht.
(51) Z.B. durch zu grosse Jugend oder zu hohes Alter bedingten.
(52) Vgl. Buu. via. 162; tenz 2; Krombh. I. 2.
(53) In den Figuren, welche ich zu der sogleich folgenden aus-führlicheren Beschreibung citirc, sind «tau 4 gestielter Keimkörncr
a., dass
oder 4 Stiele zum Theil nur 3 [so z. B. Taf. I. F. 2,)] oder 2 [soB. Taf. III. F. 19] zu sehen, i'ies rührt aber nur davon her, dabei der mikroskopischen Beobachtung Zufälligkeiten in der Stel-lung des Objccts gegen den Beschauer oft nur eine solche gerin-gere Zahl von Keimkörnern oder Stielen erscheinen lassen. — nieFiguren sind fast samnitlich hei einer Vergrößerung von 270, nur