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2 (1838) Kryptogamen
Entstehung
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Pilz

c.

ken organischen Körpern, in der Dammerde u.s.w.; nie unter Wassert 20 ). Lebensdauer mei-stens kurz (doch scheint sie oft geringer als sie ist, denn bei vielen Pilzen treibt das Myceliumperennirend mehrere Jahre hinter einander neue Früchte). Grösse meistens gering: bisweilenmikroskopisch, selten über 1' hoch oder breit. Sie sind nur selten grün, und wo dies der Fallist, dürfte die grüne Farbe nie durch Chloroplryll (wie bei den Phanerogamen) bedingt scyn.< 21 >

Die chemischen Bestandteile der Pilze sind im Ganzen sehr abweichend von denen an-derer Pflanzen. Mehrere derselben zeichnen sich durch ihre, gewissen thierischen Stoffen ähn-liche Beschaffenheit aus; dahin gehören namentlich: wallrathartiges Fett, Osmazom, eine besonderestickstoffhaltige, in Alcohol auflösliche Materie und das ebenfalls stickstoffhaltige Fungin (ein fa-seriger, geschmackloser, der Pflanzenfaser analoger, chemisch indifferenter Stoff, der die Grundlage,namentlich der grösseren Pilze bildet), welche in den allermeisten untersuchten Pilzen gefundenworden sind. Ausserdem kommen noch in sehr vielen Pilzen vor: Eiweiss, Schwamm- (Pilz-) Zuk-ker (rein dem Mannit vollkommen identisch), Schwamm- (Pilz-) Säure, Harze, ein gefärbtes Fettoder Öl, flüchtige scharfe Stoffe, Salze p. p. Die stickstoffhaltige, an das Thierreich erinnernde,Beschaffenheit mehrerer Bestandteile ist die Ursache, dass namentlich die grösseren und fleischi-geren Pilze sehr nahrhaft sind, in der galvanischen Kette sich thierischen Organen ähnlich verhal-ten ( 22 ), gleich Thieren auch im Licht Sauerstoffgas verzehren und kohlensaures Gas aushauchen,und nach dem Tode meist rasch, mit einem an thierische Substanz erinnernden Gestank sich zer-setzen (in welchem Zustande sie auch häufig Insekten-Gattungen und Arten, denen, welche die Ex-eremente und Leichen der Thicre bewohnen, theils identisch, theils nahe verwandt, ernähren sol-len). Die giftigen Pilze scheinen theils durch noch wenig bekannte flüchtige scharfe Stoffe (sonamentlich Täublinge und Milcher), theils durch Iictellicr's Amanitin giftig zu wirken. DasAmanitin will Iictellier, den Kali- oder Natron-Salzen beigemengt, aus Agaricus phalloides undmuscarius erhalten haben; es soll in Wasser und Alcohol auflöslich, in Äther unauflöslich, unkry-stallisirbar, ohne Geschmack und Geruch seyn, mit Säuren krystallisirbare Salze bilden, weder vonSäuren, noch von den schwächeren Alkalien, noch von essigsaurem Blei, noch von einem Galläpfel-auszug niedergeschlagen werden, und( 23 ) hauptsächlich narkotisch, dem Opium ähnlich, wirken.

Dass viele Pilze eine wohlschmeckende und ergiebige Nahrung gewähren, war gewiss schonden ältesten Völkern bekannt. Die alten Griechen und Römer namentlich' 24 ) wussten den gastro-nomischen Wcrth vieler Pilze vollkommen zu schätzen, hatten aber eben dadurch auch Gelegenheit, diegiftige Wirkung anderer kennen zu lernen. Seit dem klassischen Alterthum bis auf die neueste Zeitherunter war man vielfach bemüht, allgemeine Kennzeichen aufzufinden, durch Avelche man gif-tige und unschädliche von einander unterscheiden könnte. Man entnahm solche Kennzeichen vondem Standorte der Pilze* 25 ), von gewissen Eigenthümlichkeiten der Form oder der Bekleidung( 26 >,von dem angenehmen oder unangenehmen Eindruck, welchen sie (roh) auf die Sinne machten ( 27 >,

nähme ist ohne Krage zu allgemein : denn wenn die Pilze Midi nur dazu wachsen scheinen, wo sich organische Substanz zersetzt, soentstehen sie doch in den bei weitem meisten Fällen nicht ausdieser sich zersetzenden Substanz, sondern aus Keimkörncrn ebenso wie die phancrogamischc Pflanze nicht aus der Erde, sondern ausdem Samenkorn entsteht; man könnte also die meisten Pilze höch-stens in demselben Sinne wie die Phanerogamen reproducirt nennen.

(20) Wohl aber wachsen manche Hyphoinycctcn auf Flüssig-keiten.

Es ist wohl nicht ganz richtig (und schon Fries spricht im S. o.f., 42-43, wiewohl nicht mit den besten Gründen, dagegen), wennmanche Autoren behaupten, dass die Pilze den Schatten, die Finster-nis», lieben; in der \\ ärmeren Jahreszeit wachsen sie freilich häufi-ger im Schatten, weil hier das Erdreich u.a. Standörter wenigerleicht austrocknen ; in der kalten Jahreszeit dagegen scheinen sie häu-figer und mannigfaltiger an sonnigen Standörtern hervorzubrechen;auch leiden bekanntlich die an sehr dunkeln Orten (Höhlen, Berg-werk», Keller p.p.) wachsenden Pilze häufig an llcmniiingsbildungenmancherlei Art, wodurch sie oft den am Lichte gewachsenen Indivi-

duen derselben Speer* ganz unähnlich werden.

(21) Die bis hicher gegebene Charakteristik der Pilze enthält weitmehr Negatives als Positives; aber es kann dies nicht wohl andersseyn bei einer Pflanzcn-Ablhcilung, welche an Mannigfaltigkeit we-sentlich verschiedener Gestalten die, wenn auch zusammengesetzte-ren und artenreicheren, Phancrogamc übertrifft. Maturphiloso-phische Definitionen dürfen wir wohl hier übergehen.

(22) V.Humboldt Versuche üb. d. gcr. Muskel- «. Nervenfaser1. 171 ff.

(23) Wie tetellier vorzuglieh dadurch erprobte, dass er diesenStoff, in ziemlich starken Gaben, Hunden u. a. Thieren ins Zellge-webe des Rückens injicirte.

(24) Vergl. Asch. 1; Krombh. I. 2, 3,4; R 0 q. 25.

(2.5) So sollten z. B. die aufoder nahe bei gewissen Bäumen wach-senden schädlich seyn.

(26) So sollte z.B. bald ein hohler, bald ein knolliger Stiel, eiuschuppiger oder warziger Hut p. p. einen schädlichen Pilz bezeichnen.

(27) itlanchc Wollten als Kritcrion die Farbe, Andere den Geruch