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von gewissen Veränderungen, welche sie theils spontan( 28 >, tlieils beim Zertheilen(2 9) oder beimKochend °> erleiden, davon ob gewisse Thiere sie fressen oder nicht, u. s. w.( 31 ) — Dieses Auf-suchen allgemeiner Kennzeichen beweist einerseits, dass man die Formenverschiedenheit auf demGebiete der essbaren, schädlichen und verdächtigen Pilze für weit geringer hielt als wir sie jetztkennen; hätte man früher die beträchtliche Zahl der hieher gehörigen Arten und selbst Gattungengekannt, man würde es sich gewiss nicht haben einfallen lassen, Schädliches und Unschädlichesdurch einige dürftige empirische Regeln unterscheiden zu wollen. Andererseits beweist jenes Auf-suchen aber auch, dass man selbst auf dem scheinbar geringen Gebiete es zu schwierig fand, dieeinzelnen Formen auf eine rationellere, mehr botanische Weise zu unterscheiden, und dass die mehrwissenschaftlichen Beobachter eben sowohl als die Köche sich die Unterscheidung möglichst leichtzu machen suchten. Die Erfahrung hat übrigens jetzt zur Genüge die gänzliche Unbrauchbarkeitaller derartigen Kriterien, welche man aufgefunden zu haben glaubte, dargethan, und es bleibt füralle Diejenigen, welche Pilze essen und sich nicht vergiften wollen, nichts Anderes übrig, als dieeinzelnen essbaren Arten speciell — entweder streng wissenschaftlich, botanisch, oder durchwohl gewählte empirische Kennzeichen — kennen zu lernen.
Seitdem man in der neueren Epoche der Mycetologiet 3 ' 2 ' zu einer leidlichen Kenntniss der Gat-tungen und Untergattungen der Pilze gelangt ist, haben verschiedene Botaniker versucht, die Wir-kung der grösseren, mehr oder weniger zum Genuss einladenden Pilze mit ihrer Stellung im Sy-stem zu parallelisiren. So besonders »e Candolle (Propr.), Fersoon (Truhe), Fries (S. in.),Kroinlthorz u. A. Dieses lobenswerthe Bestreben wird auch fernerhin zu verfolgen seyn, und eswird sich vermuthlich, je mehr w o h 1 b e g r ü n d e t e und genaue Erfahrun gen über die Wirkungder Pilze wir erhalten werden, in um so grösserem Umfange ein Parallelismus hei ausstellen. Hieund da werden freilich immer Abweichungen von diesem Parallelismus bleiben, so namentlich inder Untergattung Amanita und der Gattung Boletus, wo giftige Arten dicht neben essbaren stehen,und wo es wahrscheinlich nie gelingen wird, die Reihe der schädlichen von der der unschädlichendurch botanische Charaktere zu trennen. Aber bei den Phanerogamen muss man sich ja auch sol-che Anomalien gefallen lassen. — Wir werden die hieher gehörigen Erfahrungen und Meinungen,so weit sie in unser Thema einscldagen, bei den einzelnen Abtheilungen anführen ( 33 >.
Was uns hauptsächlich zu einer gediegenen Kenntniss der giftigen Pilze 4m Allgemeinen undEinzelnen fehlt, ist das Chemische. Unsere Kenntnisse in dieser Beziehung sind noch sehr fra-gmentarisch (vgl. S. 5), und Botanik und Medicin müssen gleich sehr die Ausfüllung dieser Lückewünschen.
Es sprechen viele Thatsachen (die wir bei den einzelnen Pilzen anfahren werden) dafür, dasses Pilze gebe, welche bald schädlich, bald unschädlich wirken. Aber ähnliche relative Verschie-denheiten, durch Standort, Vaterland, Jahreszeit, Witterung u. a. Einflüsse bedingt, finden sieh auchbei Phanerogamen, und wenn es nach einzelnen Thatsachen scheinen könnte, als sey das Va-
oder Jen Geschmack benutzen. Es ist nicht zu leugnen, dass nament-lich die beiden letzteren häufig hei unschädlichen Arten an-genehm oder doch indifferent, bei schädlichen unangenehm sind 5aber (um nur einige Beispiele anzuführen) Boletus luridus, Aga-ricus phallo'ides und muscarius einerseits, Agaricus meUeus, Hy-dnum repandum andererseits, sind Ausnahmen, welche den Werthder ganten Regel vernichten.
(28) Z. B. das Zerfliesscn des Pilzes im Alter.
(29) Z. B. das Farhewcchscln des Fleisches.
(30) So sollten z. B. die schädlichen dabei bald härter werden(aber dies findet — in Folge der Coagulation des F.iweissstoffs —bei fast aUen Fleischpilzen, besonders aber bei den Milchorn, statt),bald eine zur Probe mitgekochte Zwiebel oder einen silbernen Löffel»chwärzen p.p.
(31) Ausführliche Listen von dergl. Kriterien, nebst Anmerkungen,welche den Unwerth derselben darthun, finden sich bei Ascherson,KrOmbhOJtZ u, A. Ich halte es in wissenschaftlicher wie in prakti-scher Hinsicht iür gleich überflüssig, nochmals eine ähnliche zu geben.
(32) Welche wir von dem Erscheinen der Pcrsoonschen Syno-psis, 1801, datiren können.
(33) Mit TJcbcrgchung manches jetzt ganz Entbehrlichen. So gehtz. B. De Candoile an mehreren Stellen, wo er ganze Abteilungenschädlich oder verdächtig nennt, ofl'cnbar viel zu weit (was man ihmnach den damaligen, minder zahlreichen, minder noch als jetzt kri-tisch gesichteten Erfahrungen und in einem Werke, das sich über dasgesammte Pflanzenreich ausdehnt, nicht gerade zum \ orwurf ma-chen kann), nieser ausgezeichnete Forscher würde heute gewiss nichtmehr über die Lycoperda und die nächst verwandten Gattungen, überviele Polypori, über die Agaricus-Abtheilungcn Pleuropiix, Myceua,Cortinaria, Omphalla, u.s.w. so aburtheilcn wie damals (Propr. 322,329, 333) ; und wir dürfen mehrere von diesen Behauptungen um soeher übergehen, als an die Stelle der damals geltenden (Persoon-schen) Abteilungen andere, wenigstens anders begrenzte (Friesi-sche) getreten sind, welche die Beachtung jener fast ganz »erdrängihaben.