F U N G I.
Pilze.
bekannt seynW. In einem von Winkler (») mitgetheilten Falle soll rlie Pflanze auch narkotisch ge-wirkt haben; doch scheint die Zuverlässigkeit der Beobachtung nicht über den Zweifel erhaben zuseyn (s. Note 9). Jene älteren Angaben aber von drastischer Wirkung möchten vielleicht auchnoch einer neueren Bestätigung bedürfen. Somit scheint uns die Pflanze bis jetzt nur stark ver-dächtigt, nicht bewiesen giftig, zu seyn. — Die Ziegen sollen sie fressen < l <».
• Sporangien einförmig, in gipfelstiindigen Kätzchen. (Lepidotis J». JJ.)
Mjycopodium via rat um.
Lycopodium clavainm ff-. — Zorn i. a. W. t. 54 (+). — Sturm Deutsch!. Fl., Kryptog. H. 5(t).— Schkuhr i. a. W. 1. 1.162 f. dcxtra(\). — Engl. Bot. t. 224 (t). — Mougeot et Westler stirp. crypt.n. 203(+). — llaync Arzneigew. VIII. t. 47(t). — Wallr. I. 33 (wo mehr Synon.). — Diisseld.off. Pill. Lief. 18 T. 11 (nat. Übers. T. 13) (t).
Das Kraut soll ähnlich wirken wie das der vorigen Art* 111 .
Fungi. Pilze* Schwämme.
Fungi ü.» Juss., Fr. et Aut.
Pflanzen ohne Bliithe, wahre Blätter, Stengel und Wurzeln' 12 '; mit sehr kleinen Keimkör-nern (Sporcie*- 13 '), welche sich, so weit es uns bekannt, beim Keimen zu einem Faden verlän-
(8) Winkler in Buchner Rcpcrt. f. d. Pharm. XIV (1823).311 JF.
(9) A. a. O. ,,In der Nachbarschaft von Inshruck hatte ein Bauersein Vieh mit dem Absude der genannten Pflanze gewaschen, um esvon Läusen zu reinigen. Die Magd nahm das Schäffel, worin der Ab-sud gestanden hatte, und weichte darin F.rbscn ein, welche nachherzu einer Suppe verkocht wurden. Alle, die von dieser Suppe assen,wurden krank, sie taumelten und mussten sich erbrechen. DerBauer allein erbrach sich nicht, er fehlte nur eine kramplhafte Zu-sammenzichung des Magens. Hr. Dr. M. inlnsbruck, welcher später-hin zu diesen Kranken gerufen wurde, brachte das Kraut in die Apo-theke des Hrn. Winkler, wo man es sogleich als Lycop. Selago er-kannte. Hr. Z. s Gehülfe bei Hrn. W., kostete davon, und da er baldeinen eignen unangenehmen Reiz im Schlünde empfand, so spuckteer den grüssten Theil desselben wieder aus ; indessen mochte er docheinen Theil des mit den auflöslichen Bestandteilen des Krautes ange-schwängerten Speichels hinunter geschluckt haben, denn kaum waren4 Minuten verflossen, als ihm schon ganz sonderbar zu «erden anfing ;er bekam Schwindel, fing an zu taumeln und nach einer halben Stundewar er gänzlich von Sinnen. Hr. Dr. El. gab ihm sogleich 2 GranBrechwcinstein, worauf zwar Brechen aber keine Besserung erfolgte.Es wurde nun auch Hr. Mcdicinalralh Dr. A. beigezogen, welcherdem Vergifteten verdünnten Kssig eingab. Nach einer halben Stundeendlich trat Besserung ein; der Kranke kam wieder zum Bcwusstscyn,er fühlte sich äusserst matt, wusste aber von Allein, was mit ihm vor-gegangen war, nichts mehr." — Da die Magd die Erbsen doch wahr-scheinlich nicht in dem schmutzigen Wasch»asser eingeweicht, son-dern das ,,Schälfei" zuvor gereinigt und dann frisches Wasser einge-gossen haben wird, so ist es wirklich auffallend, dass das (wenn auchhülzernc) Gefass so viel GifistolF aufgenommen haben sollte, dass esder zweifelsohne sehr beträchtlichen Ouantität Wassers noch eine sostark vergiftende Kralt ertheilen konnte. Auch die Erscheinungenbei dem Apothekergehulfen, der doch bloss gekostet hatte, sind so be-deutend, dass man sich darüber wundern und an die gleichzeitige
Wirkung einer andern Ursache denken kann; denn kaum möchtennach dem Kosten unserer stärksten bekannten Pflanzengifte so bedeu-tende Erscheinungen eintreten, da bekanntlich die (viel Wasser ent-haltenden) frischen Pflanzen lange nicht in so kleiner Gabe wirkenals die getrockneten. Diese Umstände und dass man nicht weiss, mitwas lür Botanikern man es zu thun hat (in der Original-Abhandlungist von „Moosen" die Hede!) erregen einiges Misstrauen gegen dieZuverlässigkeit der Beobachtung. Wäre Lycop. Selago wirklich einso starkes Gift, so, sollte man vermuthen, würden häufiger Vergü-tungen bei Vieh und Menschen dadurch vorkommen,
(10) Holmberger nach Schrk. a. a. o.
(11) Bischoff med. Bot. 479; N.u.E. 1.63.
(12) Blätter-, Stengel-und wurzel ahn liehe Thcile finden sichbei vielen Pilzen, namentlich bei vielen Hymenomyceten, und diewurzelähnlichen Theilc — die man wohl Schwammgewebe,S ch w a m m w c i s s (Gärtnerbenennung, obwohl sie nicht immerweiss sind), Carcilhit"», Cercidinm od. Myceliym(seltener Rhizopodium : Khlbg., Rhizothallus : Schultz) nennt —.ausserdem noch besonders ausgezeichnet bei manchen Gastromycc-ten ; aber nicht mit Unrecht betrachten die neueren Mycetologen beidiesen Pilzen den grösseren, in die Augen fallenden Theil nur als dieFrucht des weniger augenfälligen, im Boden verborgenen Thallus ;und dieser Ansicht gemäss sind die anscheinenden Blätter und Stengelnur Fruchttheile, die Wurzeln nur Thallus; auch zeigen alle dieseThcile nicht den bei höheren Pflanzen gewöhnlichen innern Bau.
(13) Man weiss nicht, ob man diese Keimkörncr als wahre Sa-men oder als Gemmen betrachten soll. Wenn man zu einem wahrenSamen vorangegangene Befruchtung verlangt, so sind sie es nicht.Verlangt man eine Tcsta und einen Embryo, so können wir diese, bisjetzt wenigstens, nicht oder nicht mit Bestimmtheit, zumal bei allen,nachweisen. Noch ein anderes Kritcrion, dass der Same nur die Art(Specics) mit deren unwandelbaren Charakteren, die Gemme dagegenauch zugleich das Individuum mit dessen Eigenthümlichkciter, fori-
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