VIII
Vorwort.
möglichst vollständig zu sammeln bemüht: es war dies der unerfreulichste Theil der Arbeit, wel-cher meine sämmtlichen toxikologischen und mycetologischen Vorgänger theils zurückgeschreckt,theils etwas abgespannt zu haben scheint. Leider konnte ich jedoch einige Quellenwerke in kei-ner Bibliothek auffinden und zum Theil auch durch den Buchhandel mir nicht verschaffen, sie alsonur nach den Relationen Anderer benutzen'*'.
Bei der Anordnung der Gattungen und Tribus, wie der höheren Abtheilungen, folgte ich demklassischen Syslcma mycolog. von Fries meistens selbst da, wo ich nicht ganz mit demselben ein-verstanden war; für eine Arbeit wie die vorliegende kommt es auf kleine Differenzen in diesen Kate-gorien nicht an, und die bekannteste Ordnung, die bekanntesten Benennungen sind die besten. — Aufdie Synonymik der Arten, welche bei den Giftpilzen unbeschreiblich schwierig und zugleich in einemweit höheren Grade als bei den giftigen Phanerogamen wichtig ist, insofern hier weit häufiger dieganze Feststellung des toxikologischen Thatbestandes auf ihr beruht, habe ich den möglichsten Fleissverwandt und, soweit es nur irgend möglich war, jedes Synonym an der Quelle genau verglichen,wo nicht, doch den Autor angegeben, auf dessen Autorität hin ich es aufgenommen, oder wenig-stens durch ein (f) mich ausser Verantwortlichkeit gesetzt. Bei den ausführlicher abgehandeltenArten habe ich immer eine vollständige Synonymik zu geben gesucht und nur die Synonyme derAutoren vor Kinne (dem Schöpfer der strengeren botanischen Terminologie) und Schäffer (demErsten, welcher farbige Abbildungen von zahlreichen Pilzen lieferte), falls sie nicht für einetoxikologische Discussion von Interesse waren, meistens absichtlich hinweggelassen, weil ich mich,durch Anderer Versuche mehr noch als durch eigene, überzeugt zu haben glaube, dass man nurselten Pilzsynonyme aus jener Zeit' mit einiger Sicherheit eruiren kann, ausser etwa bei solehenPilzen, welche so gemein, so leicht zu unterscheiden und so wohl bekannt sind, dass an der Syno-nymik jener früheren Zeit wieder gar nichts liegt. Bei den kürzer abgehandelten Arten beschränkteich mich darauf, diejenigen Synonyme aufzunehmen, welche sich in Fries's Syst. mycol. und Wall,roth's Flora cryptogam. Germaniae noch nicht finden, Hess jedoch hier absichtlich die zahlreichenSynonyme der Secretanschen MycograpJde Suisse meistens hinweg, weil ich es gar zu zeitraubendund für den Zweck meines Werkes nicht lohnend genug fand, mich auch für diese Arten in dielangen, nicht nach guter alter Weise das Wesentlichere hervorhebenden, nicht durch Abbildungenunterstützten, Beschreibungen dieses übermässig specificirenden Autors hineinzuarbeiten. Sollte ichmitunter auch noch andere hieher gehörige Synonyme übersehen haben, so möge es die Schwierig-keit, hier Alles zu kennen, entschuldigen. Zu jedem Synonym führe ich, um nicht gar zu vielenRaum zu absorbiren, immer nur den ersten Urheber an, ausgenommen diejenigen Nachfolger, wel-che (leidlich brauchbare) Abbildungen enthalten, und einige besonders wichtige, in Vieler Händen be-findliche Werke, wie z. B. Persoon's Synopsis fungorwn und die beiden oben genannten Werke.Ich ordne die Synonyme in der Regel mehr nach den Autoren als nach den Synonymen selbst: esgiebt dies theils überhaupt mehr eine eigentliche Geschichte der Synonyme, theils passt es besserfür ein toxikologisches Werk. — Dass ich die Synonymie der Gattungen nur unvollständig,die der höheren Abtheilungen fast gar nicht gebe, wird man der Tendenz meiner Arbeit gemässfinden. — Von den Benennungen neuerer Sprachen gebe ich meistens nur die, welche ich fürwirklich volksthümlich halten kann, denn blosse Übertragungen der lateinischen oder Benennungen,welche von Schriftstellern (wie z.B. Paulet, X<enz) vorgeschlagen worden, haben nur selten
(*) Am meisten vermisste ich Paulet's Traiti des champ., Viviani'» Fwrg-tü d'Ilalia und Vittadini's Fung-fä mangerecci,den 2ten Theil des Texte« der Bulliardschen Hisl, des champ., \