Vorwort.
Meine verehrten Freunde, die Herren Brandt und Ratzelmrg, durch vielfache Amts- und litera-rische Arbeiten zu sehr in Anspruch genommen, übertrugen mir im Frühjahre 1836 die Beendigungihrer Giftgewächse. So anmafsend und bedenklich es mir scheinen musste, in die Fufsftapfenzweier so ausgezeichneten Naturforscher treten zu wollen, so entsprach doch das Thema zu sehrmeiner Neigung, als dass ich den ehrenvollen Auftrag nicht gern hätte übernehmen sollen.
Der beschränkten Zeit ungeachtet war ich, da ich meistens mit unbeschränkter Müsse in einerpilzreichen Gegend (am Süd-Abhänge des Harzes) beobachtete, so glücklich, fast alles Wichtigein hinlänglich zahlreichen Exemplaren zu finden. Manches verdanke ich meinem talentvollenFreunde, dem Maler Herrn Eichler zu Nordhausen, welcher theils mit mir, theils allein, häufigPilze beobachtete und sammelte und mich überhaupt mit Rath und That vielfach imterstützte; man-che belehrende Nachweisung der Humanität dreier gefeierten Mycetologen, der Herren Klotzscli,von Schlechtendal und ganz besonders meines verehrten Freundes Herrn Wallrota. Ich habedeshalb auch von den Materialien, welche die Herren Brandt und »ataieHmrg bereits gesammelthatten und mir übergaben, mit Ausnahme dreier Figuren <*> keinen Gebrauch machen dürfen. Gleichdiesen 3 Figuren sind auch alle übrigen Abbildungen, welche ich gebe, Originale, und zwar die le-bensgrossen grösstentheils von Hrn. Eichler, der Rest derselben, so wie alle mikroskopischen,von mir gezeichnet.
Ich habe meine Arbeit der Brandt-Ratzeburgschcn möglichst ähnlich einzurichten gesucht, aberdie Verschiedenheit der Objecte machte einige Abweichungen nöthig. So lässt sich bei den Pilzen,welche fast ausschliesslich den Inhalt dieser Abtheilung ausmachen, meistens weit weniger leichtals bei den Phanerogamen darüber entscheiden, ob die Giftigkeit einer gewissen Species bewiesensey oder nicht. Ich fand es unmöglich, wenn ich mir nicht grosse Willkühr erlauben wollte, zwi-schen entschieden giftigen und nur verdächtigten eine bestimmte Grenze zu ziehen, und nahm des-halb alle deutschen Arten, welche ich irgendwo verdächtigt fand'**), auf, suchte jedoch dadurch,dass ich die mir minder wichtig scheinenden bloss beschrieb «der selbst bloss nannte, Umfang undPreis dieser Abtheilung massig zu halten. Die Acten über die Giftigkeit der einzelnen war ich
(*) Taf.I. F. 0,10: III. F. 8.
( ) Höchstens einige nur auf ein ,.fJ est suspeet d' elre e«j-
pecl** JuinausJaiWende, g anz unbegründete Verdächtigungen kri-tikloser und bereits der Vergessenheit übergebener Schriftstellerdes rorigen Jahrhunderts ausgenommen.