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1 (1834) Phanerogamen
Entstehung
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168
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Taxus Baccata.

4 Jahren ein Knabe an den Folgen des Genusses dieser Früchte starb, leitet in diesem Falle den Tod vondem übermäfsigen Genüsse., also von einer Indigestion her. Ganz richtig legt er liier ein Gewicht aufdie Härte und Gröfsc der nufsartigen Samen, indem ja auch schon Kinder durch nnraüfsigen Gcnufs vonganzen Kirschen dem Tode nahe gebracht worden seien. Vögel fressen, nach ihm, sehr viel und sehr gernvon den Taxusfjiichlen, und die Mäuse *ind auf den Samenbeeten sowohl wie in den Samcnkammern sehrarg nach den Samen. Nach Schrank sollen sogar die Holzarbeiter um Traunstcin die Früchte zum Stillendes Durstes geniefsen. Das Holz soll ohne Schaden zu Weinfässern benutzt w«rdcn können ').

Anwendung. Ungeachtet seiner Giftigkeit hat der Baum doch auch wiederum «inen grofsen Nutzen.Zu arzneilichem Gebrauche hat man die Blätter angewendet, reicht sie indessen jetzt nur noch sei-ten. Von dem Pulver der Biälter giebt man bis höchstens 12 Drachmen, und von dem (viel wirksameren)Extrakt nnr 1 2 Gr. täglich mehrmals. Rheumatismen, Unregelmäfsigkcit der menses (daher auch vielleichtin gewissen Epilepsien), -und Hämorrho'idal-Stockungen sind die Hauptkrankheiten, bei denen es heilsamwirken kann. Bei der Hundswulh {gegen welche sonst das geraspelte Eibenholz mit Talg, oder ,(in Schlesien)die Abkochung der Blätter in Bier, ein Volksmillel war 2 )] und dem Vipernbifs ist nichts davon zu erwar-ten. Sonst hat sich dieses Gewächs noch in mehrerer Hinsicht empfohlen. Das schöne Grün, die Un-durchdringlicbkeit der dkhtsteheirden .Zweige (welche auch wegen ihrer Früchte Drosseln und andere Vögelanlocken), die verschiedene Form, welche der Baum durch den Schnitt und am Spalier annimmt, machtenihn früher zum Lieblingsbaum in Lustgärten. In mannigfaltigerer Anwendung als in Dessau nnd Wörlitzsieht man ihn vielleicht nirgends. Man zieht ihn daselbst nicht blofs aus den Samen ^welche 12 Jahre inder Erde liegen und bis zu dem Keimen viel begossen sein wpllen), sondern viel bequemer aus Stecklings*holz '). Herr Schock gewann auf diese Weise schon im dritten und vierten Jahr« grofse, schöne, buschige,zum Verpflanzen 6ich recht gut, eignende Exemplare. Ein anderer Vortheil, den der Baum gewährt, be-steht in der Härte, Festigkeit und schönen Textur des Holzes. Der Splint ist weifs und der Kern roth oderrolhbraun, auf den verschiedenen Schnittflächen nach der (auch ohne Firnifs zu erlangenden) Politur dieherrlichsten Flammen und Adern zeigend. Die Bewohner des Grindclwaldes und Haslilhales, so wie die Ein.wohner am Brienzer-See wissen hundert zierliche Kleinigkeiten, wie Gabeln, LöiTel, Falzbeine, selbst gröfsereTrinkgeschirre, daraus zu schnitzen, und den weifsen Splint auf dem Tolhen Holze so geschickt stehen zulassen, dafs man Onyx auf Chalcedon oder Arbeiten in Hirschhorn zu sehen glaubt. Mau erkennt das Holzleicht an der Enge der Jahrringe und dem Beichlham an unveränderten Spiralfasern im Innern, zwischendenen man die Punkte des Prosenchyms deutlich hindurch schimmern sieht. Schwarz gebeizt ist das Holzdem Ebenholz im Aufsern ganz gleich (daher auch wahrscheinlich der Namen Eben--oder Eibenbaum).Seiner aufserordentliehen Zähigkeit wegen wurden ehedem in Schottland Bogen daraus bereitet (daher auchBogenbaum). Das Holz., selbst aus dem Kern, ist wie Riemen so fest Die Stämme sind oft auffallendmaserig (wahrscheinlich hängt dies mit der Neigung, viele Knospen am Stamme zu bilden, wodurch dieseroft von oben bis unten bebuscht erscheint *), zusammen. Früher wurde es von Tischlern und Drechslern sehrgesucht, jetzt kennen es diese kaum mehr, da es immer seltener wird.

Gegenmittel sbad die bei narkotischen Vergiftungen überhaupt angezeigten.

Erklä-

.) Borkh. a. a. O, S. auch BuTHard's Henning in Orfi'Ia-'s Toxicologie (cd, Kühn, 1830) T. II. S. 1G6,wo auch Grognier's, die Giftigkeit der Früchte verneinende, Versuche stehen. 2 ) Borkhausen Forstbot. p. 777.5 ) Das war Gleditsch u. Du Roi schon bekannt»

*) Junge, abgehauene Bäume sehlagen am Stock wieder buschig s«s. Sechst. Forstbot. S. 537.