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Papaver Somniferu
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Vaterland. Der Mohn findet sich im nördlichen Afrika '), dem gröfsten Theile Asiens 5 ), seihst inJavan '), ferner im Peloponnes ") und im ganzen übrigen Europa 5 ), von Portugal 6 ) an bis in das nördlicheEuropäische Russland '), meist freilich eultivirt, aber auch oft verwildert, ursprünglich wild wohl im Orient.Standort Felder, Gürten, Äcker, Schutthaufen. — Blühezeit Junius und Julius.
Eigenschaften. Obgleich der Mohn als Küchengewächs der ölreichen Samen wegen gebaut, undauch ganz jung mit andern Pflanzen (Melde, Spinat, Beten) vermengt, in manchen Gegenden, besonders vonden unteren Volksklassen als Gemüse ohne allen Nachtheil verspeist wird, so mufs er doch liier eine SLellefinden; denn bei seinem weiteren Wachsthum, namentlich ganz besonders zur Zeit der Blüthe und ehe dieFrüchte reifen, entwickeln sich hauptsächlich wohl nur in dem Milchsafte, der wenn man die Mohnpllanzeverletzt oder abbricht in sehr reichlicher Menge hervortritt und anfangs weifs ist, später gelblich wird, end-lich aher in eine braune Masse verhärtet, eigentümliche, narkotische Stoffe in gröfserer Menge. Diese Stoffesind es auch, welche dem Mohn den eigenthümliccn, widerlichen, belaubenden Geruch gehen und in Ver-bindung mit andern Stoffen den bekannten ekelhaften bitlern Geschmack desselben hervorbringen. Die sämmt-lichen Bestandtüeile des Mohnes bilden im Verein mit einander den unter dem Namen Opium oder Mohn-saft bekannten Körper; welcher hauptsächlich in Persicn, Arabien, Kleinasien und Indien bereitet wird undin runden in Mohnblättern gehüllten Kuchen von |—2 Pfund Schwere zu uns kommt; aber auch im west-lichen und nördlichen Europa, wie die in England, Deutschland und selbst in Schweden gemachten Versu-che zeigen, gut und in Menge erhalten werden kann. — Die beste Sorte von Opium giebt der reine, erhär-tete Milchsaft, den man dadurch gewinnt, dafs man am Abend fünf oder sc^hs Tage hintereinander Ein-schnitte in die unreifen Mohnköpfe macht und am Morgen mit einem mit Sesamöl bestrichenen Messer denausgeschwitzten fest gewordenen Saft, abnimmt. Nach der gewöhnlichen Angabe soll aber diese Sorte nichtin den Handel kommen, während Geiger 8 ) aus chemischen Gründen glaubt, dafs sämmtliches Opium nurder erhärtete Milchsaft sei. Nach mehreren neuern Schriftstellern, soll aher das gewöhnlich in den Handelkommende Opium durch Auspressen, Eindicken und Eintrocknen des Saftes des ganzen Gewächses erhallen■werden, dem man um ihm eine gröfsere oder geringere Güte zu geben, eine gröfscre oder geringere Mengedes erhärteten Milchsaftes zugesetzt habe*). — Gutes, achtes Opium ist dicht, völlig undurchsichtig, erweichtsich zwischen den Fingern, zerbröckelt sich etwas beim Schneiden, glänzt etwas auf dem Bruche, ist aherübrigens ziemlich gleichförmig röthlichbraun und zeigt anfangs einen bitterlichen, ekelhaften, später aber einenscharfen, beifsenden, allmälig etwas brennenden Geschmack. Den Speichel macht es grünlich und schaumigund auf dem Papier hinlcrläfst es einen hellbraunen, unterbrochenen Strich. — In neueren Zeiten wurde dasOpium der Gegenstand sehr zahlreicher, chemischer Arbeiten, aus denen sich als Bestandteile desselben1) Morphium, 2) Narkotin oder Opian, 3) Mekon öder Mohnsäüse, 4) Extractivstoff. 5) Opiumbalsam, 6) fet-tes Oet, 7) Kautschuk, 8) klebcrartiger Stoff, 9) Harz, 10) Gummi und 11) flüchtiger Stoff ergaben. An-näherungsweise fand Merck 9 ) in zwei Pfunden des orientalischen Opiums: 16 Unzen Extractivstoff; i Unz.ineconsaurcs Morphium; 16 Unz. Narkotin; 1 Unze Säure; 4f .Unz. Pflanzenfaser; 2J Unz. fettes Oel und nar-kotischen Stoff und 3 Unzen wässriger Feuchtigkeit.
Wirkung. Kleine Gaben von Opium (etwa 1 — 2 Gran) wirken belebend, erheiternd, erwärmend,schmerz- und krampfstillcnd und vermehren die Thätigkeit der Haut. Es erfolgt aher darnach, besonders bei
») Desf. fl. all. I p. 407. — 5 ) DC. Syst. veg. II. p. 82. — 3 ) Thunberg Fi. jap. I. p. 222. — ») Sibth!fl. groec; Spring. Svsl. veg. Vol. II. /;< 570. — 5 ) DC. o. a. (}.: Hudson^, angl. -231.; D C. fl. frone, cd. 3.41.; Bluff, et Fingerli. germ. I p. 695. — 6 ) Broter. fl. his. II. p. 254. — 7 ) Sobolevsky Pcirop. p. 123. —8 ) Pharmacie II. 2. 1105. — ? ) Geigers Magaz. Bd. XV.: Brandes's Archiv Bd. XXIII. S. 56.
*) Dals der Klofee eingedickte Saft der Pflanze ohne beträchtlichen Zusatz von'Milchsaft ein Opium, und zwar eineschlechte Sorte (Mcconium) gebe, wird gegenwärtig bezweifelt.