102
Oenantiie Fistulosa.
wie dem meisten Hornvieh und Schweinen, ein Gift, dagegen sollen ihn die Ziegen, und namentlich dieSchaafe, ohne Nachlhcil fressen *).
Anwendung. Für die Heilkunde ist der Schierling, obgleich Manche sich gegen seine Anwendungaufgelehnt haben, nicht unwichtig. Man hat ihn mit Erfolg innerlich im Pulver zu 4— 6 Gr. und im Extracteu l —2 Gr. und mehr, und in Form des ausgeprefsten Saftes Theelöffel- bis Efslöffelweise gegen Skrofeln,Verhärtungen, Drüsengeschwülste, selbst bei Krebs, bei hartnäckiger Gicht und beim Stickhusten, und äufser-lich in Form von Umschlägen, Bädern, Pflastern und Kräuterkissen gegen ähnliche Uebel gebraucht.
Gegenmittel. Als solche gelten die bei der Behandlung der narkotischen Vergiftungen im Allge-meinen angeführten Mittel (s. S. 7.).
Erklärung der fünf und zwanzigsten Kupfertafel
Ein oberer Zweig, ein Wurzelblatt und eine Wurzel, in nat. Gr. — Fig. 1. Eine ausgebreiteteZwitter-, und 2. Eine ausgebreitete' weibliche Blume, vergröfsert. — 3. Ein unaufgesprungenes Slaubgcfäfsvon der hintern, und 4. von der vordem Seile, so wie 5. von der Seite gesehen, und 6. eines mit aufge-sprungenem Staubbeutel von der Seite gesehen. — 7. Ein Stempel mit der Honigdrüse. — 8. Derselbe derLänge nach durchschnitten. — 9. Die beiden Fruchtknoten (a. a.) der Länge nach durchschnitten, woran6chon der Embryo (b. b.) ausgebildet ist. — 10. Die beiden Achcnen noch am Sainenträgcr hängend (nat.Gr.). — 11. Der Samenträger mit einer Achene (vergr). — 12. Eine Achene besonders dargestellt, vonder Fugenseite. — 13. Dieselbe der Quere nach durchschnitten. — 14. 15. Zwei keimende Samen, wo dieCotyledonen noch in der nach der Länge gespaltenen Achene sitzen. — 16. Ein junges Pilänzcken mit denbeiden Cotyledonen. — 17. Ein Pflänzcken mit den Cotyledonen und den beiden ersten Blättern.
OENANTUE. Rebendolde.
(PENTANDRIA DIGYNIA.)
Frucht (Doppelachene) oval-länglich oder krciselförmig, mit dem bleibenden Kelche und den Grif-feln gekrönt. Achcnen ovallänglich, halbkreiselförmig, an der Spitze gezähnt. Scitenreifcn randständig.Fruchthalt er fehlend. {Hülle wenigblättrig oder fehlend. Blumen oft strahlend.)
OENANTUE FISTULOSA. Rührige Rebendolde.
Wasserfilipendel, Tropfvvurz, Wassersteinbrech, Drüswurz. — I/ölJ. Druivebloem. — Dan. Tand-steenbrek. — Engl. The watcr-drop-worl; wild parsley. — Iranz. Oenanthc; Filipcndule aquatique,Persil de marais.
Synon. Oenanthc fistulosa. Linn. Spec. plant, cd. 2. I. p. 365. — Willd. spec. plant. T. I.
P. II. p. 1440. — Spreng. Syst, vegetab. Vol. I. p. 889. — Römer et Schultes Syst. veg.
Vol. VI. p- 418. — Hayne und Dreves Bilderbuch Bd. III. tab. 26. — Roth Flor. Germ.
T. II. P. I. P- 326. — Roth Enum. P. I. sect. 1. p. 948. — Mert. und Koch Deutschi. Fl. Bd. II.
S. 413. — Gmclin Bad. I. p. 675. — Host Synopsis p. 159. — Pollich Palat. n. 390. — Schultes
Oestr. Fl. II. n. 1094. — Schkuhr Handb. I. p. 208. tab. 70. — Vest Manuale p. 811. — Fl. Dan.
tab. 846. — Oenanlhe. Rivin. Pentap. irreg. tab. 66. — Oenanthe aquatica repens. Camerar. Epit.
p, 611. — Oenanthe aquatica. Lobel Icon. I. pag. 731. fig. int.; Ejusd. hist. p. 421. — Oenanthe sive
von den andern einheimischen auf dem Lande wachsenden Dolden, wie Aethusa Cjnapium, Chcterophyllum sylvestr*Chaerophyllum bulbosum, Chaerophyllum temulum unterscheiden.
♦) TJcber d. Wirkung s. besonders Richter Arzneimittell. Bd. IL S.761. Gmelin Gesch. d. Pflanzeng. J.598.