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1 (1834) Phanerogamen
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Gefleckter Schierling.

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welche beide besonders bei dem wilden hervortreien. Es sollen sich aber auch zuweilen Pflanzen finden,an denen man diese Eigenschaften nicht bemerkt. Schrader l ) fand in 100 Tb. Schierlingssaft: 0,15 Harz;12,73 Extiactivstoff; 3,52 Gummi; 0.31 Eiwcifsstoff; 0,80 grünes Salzmehl; dann Wasser mit essigs., äpfels.,phosphors. Kalk und andern Salzen. Bertrand a ) fand im ausgezogenen Safte: ein flüchtiges, durch Destil-lation zu erhallendes Ocl von beträchtlicher Schärfe und dem starken Geruch der Pflanze; ein nicht giftigesHarz; einen braunen Extractivstoff; Schleim; Eiweifsstoff. Nach Machy und Ebrhardt enthält der Schier-lingssafl auch Salpeter, doch konnte ihn Baume 3 ) nicht finden. Pcschier erhielt aus dem wässrigenAuszus des Schierlings durch Ammonium: kohlensauren und phosphorsauren Kalk, und einen harzigen Stoffvom Geschmack des Schierlings; auch fand er darin eine bis jetzt noch problematische Säure, Coniumsäure, diein sechsseitigen Prismen krystallisiren, mit Baryt ein auflösliches Salz geben und die Kalksalze zersetzen soll.Aus dem trocknen Extract erhielt er ein eigenes Alkaloid, Conicin *). Neuerdings haben besondersGisecke s ) und Brandes 6 ) den Schierling hinsichtlich des Alkalo'idgchaltes untersucht. Das Conicinbesitzt den Geruch und Geschmack des Schierlings in hohem Grade, und ist in Wasser, Alkohol und Aelherlöslich. Trommsdorff und Pf äff konnten kein Alkaloid entdecken, dagegen scheinen die Versuche deserstem die Eigentümlichkeit der Coniumsäure zu bestätigen.

Wirkung. Der Schierling in kleinen Gaben wirkt besonders auf das Lymphgefäfssystcm und be-fördert die Resorption. Die Thäligkeit der Haut vermehrt er gleichfalls. Die Thätigkeit des Nervensystems und desGefäfssystcms, besonders des arteriellen, stimmt er herab, während die Thätigkeit des venösen Systems erhöhtzu werden scheint. Kleine Gaben stören die Verdauung und befördern die Resorption und Exhalalion, brin-gen auch wohl einen eigenen, der Gutta rosacea ähnlichen Ausschlag hervor. Gröfsere Quantitäten erzeugenDurst und Trockenheit im Halse, Zusammenschnürungen im Schlünde, Ucbelkeiten, Erbrechen, Durchfall,Schwindel, Gefühl von Umnebelung, Schlummer, Zittern, Jucken der Haut in Verbindung mit heftigenSchweifsen, Hautausschläge, erysipelatöse Entzündungen, bläuliche Hautfarbe, leichte (wohl von Congestioncnabhängige) Auflreibung des Unterleibes, selbst Ekel und Erbrechen, einen langsamen, weichen Puls, langsameRespiration, Congeslionen. Noch stärkere Quantitäten erzeugen Ueberfüllung der Jugularvenen und dahereine bläuliche Gesichtsfarbe, Zittern und Zuckungen, Sinnesbetäubung, Rasereien, langsamen Puls, Lähmungen,Torpor, selbst auch Aphonie, Dysphagie, und unter Aussetzen der Respiration und des Pulses den Tod. Ineinzelnen Fällen treten auch Urinbeschwerden, blutiges Harnen, scharfer Ausflufs aus der Harnröhre undScheide, und Speichcltlufs als begleitende Symptome der Schicrlingsvergiftung auf. Die Leichenöffnungenbekunden Uebcifüllungen der Organe mit Venenblut, bläuliche Flecken an den Lungen, ohne dafs man aberam Magen und Darmkanal sehr nahmhafle Veränderungen und Zerstörungen wahrnähme. Vcrgiftungsfällean Menschen, die aber bei weitem nicht immer tödllich abliefen, sind eben nicht selten beobachtet. Nacheinigen Schriftstellern sollen aber nicht immer nachteilige Folgen nach seinem Genüsse entstehen, was theilswohl vom veränderten Standort, theils aber von dem Lebensalter der Pflanze herrühren mag, Umstände, dienoch künftig genauer ermittelt werden müssen. Oft mag freilich in den Fällen, wo man Schierling genossenzu haben glaubte, eine andere Pflanze genommen worden sein, da allerdings zur Unterscheidung des Schier-lings einige Kenntnifs erfordert wird. *). Hunden ist der Schierling, wie Orfila's Versuche zeigen, ebenso

') Schwei<*g. Journ. V, 19. 2 ) Recueil de mem. de med. T. IX. übers, iu Froricp Not. IL 22.5 ) Schwiegg. Journ. XXV1U. 105. *) Fechner Repert. I. 141., 1. 500., I. 472., IL 619., IL 667.; Trommsd.JV. / V. Sc. 1. 68. 5 ) Brandes Arch. Bd. XX. H. 2. S. 97. 6 ) Ebend. III. und Rastner Arch. IV. % J.248.

*) Wer stets festhält, dafs der Schierling runde, unbehaarte, hohle, haarlose Blattstiele und ganz haarlose Blätter,einen nur leicht gestreiften, meist purpurfarben gefleckten, haarlosen Stengel, den eigenen widerlichen Geruch, undtiruude Früchte mit gewellten oder gekerbten Rippen und in der Mitte gefurchter flacher Seite, hat, wird ihn leicht