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1 (1834) Phanerogamen
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Schwarzer Nachtschatten.

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Grube (hylus) für den Eintritt des Nabelstranges. Ju/sere und innere Samenhaut vorbanden. Ehvei/s reich-lich. Embryo stark gekrümmt. Cotyledonenspalte lang. Das Keimen wie bei den eiweißhaltigen Samen.Cotyledonen lanzettförmig. Erste Wurzelblätter eirund, gegenüberstehend, ganzrandig; Die folgenden allmäligmehr gebuchtet.

Vaterland. Fast ganz Europa, ron der Pyrenäischen Halbinsel '), Frankreich s ), Sicilien »), Italien *)und Griechenland s ) an durch Deutschland Österreich und Ungarn 6 ), Holland '), England 8 ), und dann durchdie Skandinavische Halbinsel 9 ) bis gegen Lappland (wo es indessen anfängt zu fehlen), und auf der andernSeite des Bothnischen Meerbusens, sowohl im Europäischen als Asiatischen Rufsland I0 ), Japan JI ), Chinau. s. w. und aufserdem selbst Afrika l2 ) und vielleicht auch America. Standort. Auf nicht zu dürfti-gem Boden, in Gärten, bebaueten Feldern, an Misthaufen, Schutthaufen, neben den Wegen, auf Äckern u. s. w.Blühezeit. Junius bis zum Anfang des Winters. Fruchtreife. Vom August und September an.

Eigenschaften. Geschmack und Geruch der Blätter sind unangenehm, etwas narcotisch, zuweilenmoschusartig (s. S. 82.), und die Beeren haben einen faden, süfslichen, hintenher etwas tintenhaften Ge-schmack. Eine genaue Analyse des Gewächses ist noch nicht angestellt. Indessen hatDesfosses ' J ), Apo-theker zu Besancon in dem Safte der reifen Beeren ein neues Alcalo'id, das Solanin, mit überschüssiger Äp-felsäure [nach neuern Untersuchungen, wie es scheint, eigener Säure ' *)] verbunden entdeckt, welches als wei-fses, zuweilen perlfarbiges Pulver erscheint, keinen Geruch, aber einen bitterlichen, widrigen Geschmack hat,und in Wasser, Aether, Baumöl und Terpentinöl schwer, und in Alcohol leicht auflöslich ist. Bei einerTemperatur über 100° ist es flüssig und gesteht beim Gefrieren zu einer gelben, durchscheinenden Masse.

Wirkung. Die Naclirichten über die Wirksamkeit des Nachtschattens sind so widersprechend, dafsman zu glauben gezwungen ist, er sei unter Umständen sehr wirksam, ja sogar tödtlich, während sein Ge-nufs ein anderesmal ganz unschädlich ist. In vielen Gegenden soll man die Blätter in Wasser gekocht sogaressen und in andern sogar die Beeren ohne Schaden geniefsen (Richard T. I. S. 470.). Hayne (a. a.O. no. ii.J hält den nach Moschus riechenden zottigen Nachtschatten (unsere Variet. ß) für wirksamer alsden gemeinen. Indessen da der Moschusgeruch bei mehreren unserer Varietäten vorkommt, so berechtigt die-ses wohl nicht zur Annahme einer eigenthümlichen Wirksamkeit. Da dfcr Arzneigehrauch desselben veraltetist, so hat man von den Ärzten keine Mittheilungen über seine Wirkungen auf Kranke zu erwarten. Dafser zu den narcotischcn, sogar tödtlich wirkenden Mitteln gehört, beweist der von Gmelin *) angeführte

') Brotero I. 283. Synops. Stirp. Arragem. p. 27. Bentliam pT. d. Pyren. p. 123. La PeyrousePyren. p. 117. ») Duby Botan. gall. p. 338. Villars Dauphine 1. 337. 3 ) Presl Fl. Sic. p. 34.*) Mauri Prodr. p. 97. Pollini FL Veron. I. 257. 5 ) Smith Prodr. Fl. Graec. I. 155. 6 ) S. d. Syno-nym, so wie Besser Galic. p. 183. Lumnitzer Fl. Poson p. 92. Host Austr. p. 294. Böningh. Mo-nast. p. 64. Gmelin Fl. Bad. I. 519. r ) Lestiboud. Bot. Belg. I. 55. Fl. Dan. lab. 460. 8 J Engl.Bot. VIII. 566. Curt. Fl. Lond. Fase. 2. tob. 14. *) Wahleub. Fl. Suec. p. 142. Hartm. Scandin.p. 105. 10 ) Bieberstein Fl. Tauf. I. 165. ") Thunberg Fl. Japon. p. 92. IS > Forskähl Fl. Arab.p. 99. Exemplare von Ehrenberg aus Ägypten mitgebracht. l3 ) Journ. d. Pharm. Septbr. 1821., auch in Ber-lin. Jahrb. d. Pharm. XXIV. 1. 107. Bullet, d. I. societe med. d'emulation 1821. Orf ila Pols. T. IL p. 187.'*) Peschier im Journ. d. Chim. med. III. p. 289.

*) In der Flora Badens, p. 520. erzählt er nämlich, dafs ein Knabe aus Carlsruhe nacb dem Genüsse der Bee-ren -von schrecklichen Symptomen befallen sei, indem die Pupillen erweitert wurden und Brennen im Magen entstand,worauf der Kranke unter Delirien, Angst, Zittern der Glieder und kalten Schweifsen starb. Dafs Gmelin den Nacht-schatten verwechselt habe, ist wohl nicht anzunehmen. Wenn solche Fälle selten sind, so liegt es wohl daran, dafsdie Beeren durchaus keinen einladenden Geschmack haben. Wepfer's (de Cicut.J Fälle sind allerdings zweifelhafter.S. auch Rucker de effect. Solani in Commerc. Noric. 1731. p. 372. Dunal (hist. nat. med. et econom. des So-lanums, 1813. p. 70, 73, 99.) gab Meerschweinchen, Hunden und Hälinen 30 - 100 Beeren ohne ihnen zu schaden, unddas selbst ziemlich viel (?) ohne Nachtheil. Dagegen wird bei Puihn (dissert. de venen. vegetab. Erlang. 1784. 4.)gesagt, dafs 30 Beeren einen Hund tödteten und bei diesem noch unverdaut gefunden wurden.