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1 (1834) Phanerogamen
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Rother Fingerhut.

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und den Samen fressen, berauscht werden, und Haushülmer nach dem anhaltenden Genüsse derselben dieFedern verlieren *).

Anwendung, Der Fingerhut hat im Arzneivorrath grofsen Werth, wo er (Herba Digitalis pur-pur eae. Fingerhutslcraut) in der letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts von Withcring ') eingeführt ist.Man schätzt ihn als eins der wichtigsten Mittel bei krankhaft erhöhter Thätigkeit des Gefäfssystems, ohnewahre Entzündung, bei Unthätigkeit des Drüsen- und Lymphsystems und der Schleimhäute, wo ein Mifs-verhältnifs zwischen Absonderung und Einsaugung ist (zwei interessante Fälle erzählt Wansbrough a )).Man hat ihn bei Fiebern, Entzündungen, Blutspeien, Lungenschwindsucht, organischen Fehlern des Herzens,Wassersucht, Scropheln u. s. w. angewendet, indessen mufs man immer dabei die wahre Natur der Krank-heit mit seinen eigenthümlichen Wirkungen vergleichen, weil man sonst die entgegengesetzten Wirkungenerfahren könnte. Contraindicirt wird er durch gastrische Unreinigkeiten, wahre Entzündung oder sehr tor-piden Zustand. Die zweckmäfsigste Form ist das Pulver (pulvis foliorum) zu 12 Gr. t. 3mal,und der Aufgufs (| Dr. auf 6 Unz. Wasser). Ebenfalls gebräuchlich sind die Tincturen (Tinct. Digit.Simplex u. aelherea), das Extruct und das Decoct. Die Tinctur wurde vonUwins ') in steigenden Gabengegen Gekrösschwindsucht mit grofsem Nutzen gebraucht. Die Fingerhut-Salbe (Unguentum Digit.purp.) wird wenig mehr angewendet. Die neuerlich erst empfohlenen Essig-Zubereitungen, wie Acetumund Oxysaccharum liquidum Digitalis hält man für sehr wirksam ").

Als Zierpflanze finden wir den rothen Fingerhut in allen Gärten. Wo er in Menge wild wächst,verdirbt er die Weide, denn das Vieh berührt ihn nicht.

Gegenmittel. Sogleich nach dem Genufs des Giftes sind Brechmittel am zweckmäfsigsten. Leertman es noch glücklich aus, und es entstehen später Congeslioncn nach dem Kopfe, so verordnet man einAderlafs. Ganz vorzüglich nützlich sind bei der frischen Vergiftung, nach dem Brechmittel, kleine und oftwiederholte Gaben' von Essig mit Wasser, später (nach 20 24 Stunden) würden sie die Entzündung ver-mehren. Die etwa eintretende Entzündung des Darmcanals behandelt man nach allgemeinen Regeln. Demul-cirende Getränke, besonders Milch, und erweichende Clystire sind nie zu versäumen. Die Aclteren rühmenMilch mit Foenu graecum gekocht, Opium und Vcsicantia s ).

Erklärung der zwölften Kupfertafel.

Das blühende Gewächs, am Stengel durchschnitten (nat. Gr.).-----F. 1. Eine Blumenknospe, um zu

zeigen, wie die Oberlippe die Unterlippe umfafst. F. 2. Die obere Hälfte der Blumenkrone mittlemKelche, um die Lage der noch nicht aufgesprungenen Staubgcfäfse und des Griffels zu zeigen. F. 3. TEinemitten durch die Unterlippe aufgeschnittene und ausgebreitete Blumenkrone, in welcher die Staubkölbchenbereits aufgesprungen sind. F. 4. Ein vom Kelch umgebener Fruchtknoten mit dem Griffel, aus einer ver-blühten Blume (nat. Gr.). F. 5. Der Fruchtknoten quer durchschnitten (vergr.). F. 6. Der Frnchtkno-ten aus einer blühenden Blume, der Länge nach durchschnitten (vergr.). a. Ein Eichen mit dem Nabel-strange besonders dargestellt (stark vergr.). b. Mehrere derselben, an einem Theil des Mutterkuchens noch

*) Mehrere ältere Erfahrungen über den Fingerhut s. Gmelin Gesch. d. Pflanzengifte S. 216.

Aui'ser Digitalis purpurea wachsen in Deutschland noch D. ambigua, D. lutea., D. grandiflora, D. ochro-leuca, D. purpurascens , und D. media, die nach einigen Schriftstellern, z. B. Buchner Toxicol. S. 267., ähnlicheWirkungen haben sollcu. Per leb (Anm. z. Ueberf. v. DC. über Arzneihräfte d. Pflanzen S. 272.) nennt von dendeutschen Arten D. lutea und ambigua. uud aufserdem die D. ferruginea als ähnlich wirkend. Digitalis ochro-leuca soll, wo man -weniger durch das narkotische Prinzip wirken will, sehr empfehlenswerth seyn, vergl. Kunzein Mich. med. Bot. I. .S 1 . 375. Brera zieht die D. laevigata Kitaibcl. selbst der D, purpurea vor.

') Abhdl. v. roth. Fing, aus ct. Engl, übers, v. Michaelis. Leipz. 1799.; s. auch Schicraann diss. de Die.purp. Gott. 17S7. 5 ) The Land. med. Repos. Ju.1. 1S21.; v. Fror. i\ot. I. 240. 3 ) HufeL Biblioth. XLU. 296.The Lond. med. and phys. Joura. ISIS. *)Nasse in Horn's Archiv, B. 2. 1824. S. 122; Martins, Harlefs u.m. a., auch s. die Dissertt. v. Duval (Leodü 1824), Donath (.Berol. 1826), Kaplinsky (.Berol. 1821) und Jessen(KU. 1820). 5 ) Gmelin a. a. O. S. 218.

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