56
Gratiola Officinalis.
ansitzend, c. Die vordere Seite des noch unaufgesprungenen Staubkölbchens, mit dem obern Theil desStaubfadens, und d. die hintere Seite desselben (vergr.). e. Die vordere Seite des aufgesprungenen Staub-kölbchens (vergr.). f. Ein unaufgesprungenes Staubkölbchen der Quere nach durchscbnitcn. g. Der Befruch-tungsstaub vor der Befeuchtung, und h. nach der Befeuchtung mit Wasser (stark vergr.). — F. 7. Eine reife,aufgesprungene Kapsel. — F. 8. Dieselbe der Länge nach durchschnitten, so dafs man im Innern den Sa-menträger sieht, an welchem noch mehrere Samen sitzen. — Fig. 9. Mehrere einzelne Samen (nat. Gr.). —F. 10. Ein Same (stark vergr.). — F. 11. Derselbe der Länge nach, und F. 12. der Quere nach durch-schnitten. — F. 13. Das eben aus dem Samen hervorgetretene Wurzelende. — F. 14. Ein junges Pllänzchen,vor dem Abwerfen der Samenhaut, und F. 15. nach dem Abwerfeu derselben. — F. 16. Ein Pflänzchenmit den Cotyledonen und vier andern Blättern.
B. Dianthcrcac.Nur zwei fruchtbare Staubkölbchen.
GRATIOLA. Gnadenkraut.
(DIANDRIA MONOGYNIA.)
Kelch 5-blättrig. Blumenkrone röhrig, zweilippig: die obere Lippe breit, ausgerandet, zuriiek-gebogen, die untere 3-lappig. Staubgefäfse 4, nur zwei davon fruchtbare Staubkölbchen tragend.Kapsel eiförmig, zugespitzt.
GRATIOLA OFFICINALIS.
Officinelles Gnadenkraut, Gottesgnade, Gotteshilfe, Purgirkraut, Gnadenkraut, Gichtkraut, Niesekraut,Armenmannskraut, Erdgalle, Heckenysop, kleiner Bergsanikel, weifser oder wilder Aurin.
Franz. La gratiole. Ital. Graziola.
Synonym. Gratiola officinalis. Linn. Syst. veg. cd. III. p. 24. — Syst. plant, cd. Reich. P. Lp. 47. — Houtt. Linn. Pßanzs. B. V. S. 101. — Linn. Spcc. plant, ed. IVilld. T. I. p. 102. — RothFlor. Germ. T. I. p. 10. T. IL P. I. p. 25; Enum. P. I. S. Lp. 65. — Per so on Synops. P. I. p. 14.
— Spreng. Syst. reg. Vol. I. p. 39. — Hayne Arzn. B. 3. n. 13.,- Term. botan. t. 1. f. 47. —Blackwell T. 411. — Buill. h. t. 130. — Plcnk t. 363. — Schkuhr T. IL — Hoffm. Dcutschl.Flor. P. 1 .p. 8. — S chrad. Flor. Germ. T. I. p. 51. — Mert. u. Koch Deutschi. Fl. I. n. 60. — Bluff e tFingerh. Comp. T. I. p. 29. — Schult. Oestr. Fl. B. IL S. 32. — Gmel. Bad. n. 34. — BesserGalic. n. 35. — Pollini Veron. T. I. p. 23. — Pol lieh Palat. p. 20. — Scopol. Carn. I. p. 24. —Jacq. Austr. p.A. — Vahl Enum. I. p. 88. — Digit. minima Gratiola dieta. Segui. Veron. I. p. 255. —Gratiola centauroides. C. Bauh. pin. p. 279. — Zannich. ist.p. 134. t. 293. — Centauroide, ovvero Lim-nesio di Valerio cordo, Stanca cavalla. Pona m. b. p. 142. — Gratiola s. Gratia Dei. Buxb. Hai. p. 149.
— Gr. officinarum. Rupp. Jen. p. 234 — ßj alpina minor. Hall. enum. p. 618. n. 2. — J. Bauh. hist.III. p. 435.
Wesentlicher Charactcr. Blätter sitzend, lanzettförmig, drei- bis fünfnervig, an der unternHälfte ganzrandig, an der obern sägenartig. Kelch mit zwei linienförmigen Nebenblättern. Die beiden un-fruchtbaren Staubgefäfse fadenförmig, einfach. Blumenstiele fadenförmig, halb so lang als die Blätter.
Beschreibung. Wurzel wurzelstockig, mehrjährig. IVurzelstock fast wagerecht, gelenkig,sprossend, von der Dicke eines Rabenfcderkicls, die zahlreichen Jfurzclfascrn meist nur an den hier und damit kleinen, schwärzlichen Schuppen oder feinfaserigen Ringen besetzten Gelenken, aus denen auch die besebupp-ten, oft rosenrothen Knospen, oft zwei gegenüberstehend, und dann mit dem oberen abwechselnd kommen,hervortreibend. — Stengel einen halben bis anderthalb Fufs hoch: der unter der Erde befindliche Theil,in den Wurzelstock übergehend, grünlichweifs oder bräunlich-roth; der übrige am Grunde sticlrund, gelen-kig, aufsteigend, dann aufrecht, einfach, oder auch ästig, kahl, gelenkig, oben gelbgrün, und durch