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1 (1834) Phanerogamen
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Betäubend - entzündende Gifte.

lichblaues und geflecktes Ansehen. Das Herz wird meist mit schwärzlichem, flüssigem Blute angefüllt, unddie Haut stellenweis mit gröfseren mifsfarbigen, schwärzlichen und violetten Flecken bedeckt gefunden.

Die Behandlung richtet sich nach den schon mehrmals angegebenen Heilanzeigen. Die erste, näm-lich die die Entfernung des Giftes bezweckende, möchte wohl darauf zu beschränken seyn, dafs man durchEinbringung des Fingers in den Rachen, durch Kitzeln des Schlundes mit einer Federfahne, durch häufigesDarreichen von Wasser oder öliger Substanzen versuchen solle, Brechen zu erregen. Ein wirkliche* Brech-mittel dürfte nur in den erslcn Momenten der Vergiftung, wo noch nicht contraindicirendc Erscheinungen,namentlich entzündliche Symptome eingetreten sind, anzuwenden seyn. Am zweckmäfsigsten sind grofsc Ga-ben schnell wirkender Mittel, z. B. Zincum sulphuricum, oder Ipccacuanha, und zwar zur Vorsicht mit etwasStärkmehl. Heilversprechender als die erste Anzeige ist hier die Erfüllung der zweiten, d. h. die Un-schädlichmachung des Giftes und Einhüllung oder Neutralisirung seiner Schärfe. Hierzu ist besonders derhäufige Gebrauch des Wassers zu empfehlen, entweder des reinen, oder als Vehikel schleimhaltigcr Substanzen,z. B. von Hafergrütze, Graupen, Quitten, Eibisch, Malvcn, Gerste, arabischem Gummi, Traganth und Salep.Empfehlenswerth für diese Fälle sind auch frische, nicht ranzige Oclc, z. B. Baumöl, Mandelöl, Mohnöl u. s. f.,ferner milde Fette, z. B. ungesalzene Butter oder das Trinken von Seifenauflösung (Bocrhave), oder von Ho-nig mit Wasser. Auch Milch, Milchchocolate, Milchbrci, Milchsuppen u. s. w. sind später, wenn mankein Brechen mehr erwartet, nicht tadelnswcrth Treten, dieses Verfahrens ungeachtet, die nachtheiligenFolgen des verschluckten Giftes ein, so mufs man die so entstehenden Symptome zu beseitigen suchen undsomit gegen die Vergiftungskrankheit selbst (meist Magen- oder Darmentzündung) verfahren. Namentlich istalso die entzündungswidrige Behandlung in grüfserer oder geringerer Ausdehnung anzuwenden, z, B. Ader-lässe, Schröpfköpfe, Blntegel, kalte oder lauwanne Umschläge, nach dem Grade und dem Ort der Entzün-dung, innerlich kaltes Wasser oder, wenn die Entzündung weniger heftig ist, schleimige Getränke, eröffnendeKlystire, ölige Abführungen und Emulsionen, Blasenpilastcr, Scnfteigc und Fufsbäder. Bei heftigen Kräm-pfen können den Klystircn, oder allenfalls den Mcdicamcntcn, narkotische Substanzen beigefügt werden. Be-sonders sey man auf freien Stuhlgang bedacht. Doch hüte man sich vor dem Gebrauch von Salzenoder Säuren. Die Genesung des Kranken erfolgt unter dem Gebrauch von schleimigen, später stärken-den Mitteln.

BETÄUBEND - ENTZÜNDENDE GIFTE.

Mit dem NamenBetäubend-entzündende Gifte" bezeichnet man diejenigen, welche aufserden betäuben-den Eigenschaften in ihren Wirkungen auch Merkmale einer gegenwärtigen Schärfe zeigen, und wo diebetäubende Wirkung sich mit einem örtlichen Reiz und mit Entzündung äufsert. Man rechnet dazu alle die-jenigen Gifte des Gewächsreiches, die weder zur Klasse der rein-betäubenden, noch zu der der entzündendengezogen werden können. Streng genommen bildet also die Abtheilung der betäubend-entzündenden Giftegleichsam das Mittel oder Verbindungsglied zwischen den Rein-Betäubenden und Entzündenden Giften, wel-che beide letztere Klassen aber in ihren äufsersten Gliedern sehr ßtreng gesondert dastehen.