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Agnes Bernauerin : Ein vaterländisches Trauerspiel
Entstehung
Seite
71
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Tuchs. Wiederholt euch selbst meinen Auftrag, unddenkt dabey, daß es um Ruhe des Staats, um Auf-rechthaltung der Gesetze, um Albreckrcns Herzogshut,um Ecnstc-.'.s Ehre, um Bayerns Thronfolge zu thunist; vergleicht euch mit diesen hohen Dingen, und ent-schließt euch dann. Ueber eine Weile komm ich wie'der. Bedenkt euch! (sie stehen auf)

Agucs. Und war' ich auch freu, so würde ich michnicht bedenken. Lieber todt, als Trennung, als Un-treue.

Tuchs. Hört! wenn ihr einander denn gar so un-begreiflich liebt, so ist's ja auch damit nicht aus: esist ja nur um den Titel einer Frau zu thun; ihr haltetja selbst nicht auf Namen und Titeln.

Agnes. Ich bin niedrig, aber über diesen Antraggcbohren. Auch Albrecht, mein Albrecht mußte meinGemahl seyn. Sein Herz wählte nickt so tief.

Tuchs. Ich kann euch nur sagen und rathen —bedenkt euch!

Agnes. Wenn ich dastehen sollte bis zum Gerichteder Welt; so würde ich's heiß fühlen, daß ich ihn über-schwenglich liebe, und sagen, daß ich seine Frau bin.

Tuchs. Es könnten Zeitpunkte kommen, wo ihr we-niger entschlossen sprächet.

Agnes. Spricht man noch darüber jenseits desTodes?

Tuchs. Agnes! Agnes! ihr stürzet in euer Verder-ben. Zch — bitte euch — seht euch vor!

Agnes. Martert nicht mein armes Herz; seineL 4 Spra-