Druckschrift 
Erster Theil (1786)
Entstehung
Seite
73
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

te. Kein Vorurthell der Stände und Lebens-arten blendete ihn dabey. War der Lieb-haber Louisens ein nüzlichcr Mann; konntesie an seiner Seite wahrhaft glücklich wer-den; erwählte sie ihn freywillig: so durfteer sicher auf seine Einstimmung rechnen.Ehrenfeld war nicht willens, die Wahl sei-ner Tochter zu bestimmen. Als Vater undMenschenkenner, wollte er ihr nur dabeyzur Seite seyn. An Louisen fand er Anla-gen zur großen Welt, und sah sie im Geisteschon in selbige einkreten. Caroline abervereitelte seine Aussichten. In ihren Augenwar ihr Mann die Seltenheit eines ganzenJahrhunderts; weil er sich nicht nur soplötzlich emporgeschwungen, sondern sich auchauf seiner Höhe, Troz alles Neides und al-ler Kabalen, die gegen ihn angelegt wor-den seyn mochten, so lange erhalten hätte.

Louise war so gut für die kleine als fürdie große Welt gemacht. Vermöge ihrernatürlichen Heiterkeit, hofte sie in jederSituation des Lebens, in die sie ihr Schick-sal führen würde, sich zu gefallen. Es ko-stete daher ihre Mutter nur wenig Mühe,sie dahin ;n bereden, daß sie die Hand je-des jungen Staatsmannes, der sich um siebewarb, unter allerley scheinbaren Vor-wänden ausschluge. Vater Ehrcnfeis brumm-E 5 te