Am Drey und zwanizigstm Sonntag nach Pfingsten. 59z
qen an ihrem Lob / dahero wann ein'Schmeichler »hreThalen lobet / lassen siesich'dardurch emschläffern / und stehenvom Bösen nicht ab / werden darinn ge-jiärcket : Solche aber seynd gleich einemLrocodill / welcher wann er bey einemFluß ruhet/ kommt das Königlein/ schlies-set in seinen offenen Rachen / dicket gantzsubtil! das in den Zähnen noch HangendeFleisch heraus/ weil dieses dem Crocodillwol thut/ wird er dardurch eingeschläffert/das Vögelein aber schliesset in seinen Leibhinein / und zerschneidet mit seinen zwey-schneidenden Federn dessen Eingeweid/undtödet ihn also. So / so seynd auch beschaffend>e Schmeichler / welche Vogel der Rö-ntgen mögen genennk werden / dann de-nen grossen Herren / denen Reichen sitzensie in das Maul/ kützlen sie mit Schmeich-lereyen / helffen ihnen darbey verzehrenwas sie haben/ und schlafferen sie mit ih-ren woithuenden Worten ein / also daßsie die Laster weder in andern straffen /noch sich verbessern.
Solche Schmeichler seynd auch gleichdem I^ercuno, von welchem die Poetendichten / daß er mit einer Schlaffruthen/mit einer annehmlichen Pfeiffen/den hun-dertaugigen Hirnen eingeschläfferthabe/ damit er ihm die emtzige Kühe/dieer gehütet/ abnehmen könnte. Dann al-so haken auch manche grosse Herren Au-gen genug / seynd wachbar genug über ih-re Heerd / jedoch werden sie durch die Pfeif-fen der süffen Schmeichel- Worten einge-jchläfferr von denen Schmeichlern / damitsie ihnen ein Kühe/ ein Ambt / ein 6sns-Kcium , einen Gewinn hie und da ab-nehmen mögen / obwohlen unwürdig.Aber GOtt verhüte es / daß solche/diesich also lassen emschläffern / in ihrenSünden - Schlaffmcht auch umkommen/von denen gesagt wird jenes Psal. 87.
8icur vulnerati cicrrmienres in lepulck-ris, gnorum non e? memor smp'lus, Lrlpsi Ue msnn cua repulli lunr r XVie dieErschlagene/die in Gräbern liegen/deren du nicht mehr gedenckest/ undsie von deiner Hand abgeworffen
Andere seynd/ die sich emschläffernlassen durch fleischliche Wollüsten / dieseseynd gleich den Elephanten / welcher/wann er in der Wüsten das Gesang derWeibsbilder höret / gehet er zu ihnen/ lecketihre Brüst/wird dardurch eingeschläffert/und von ihnen umgebracht / und seinBlut zur Purpur - Färb hinweg genom-men. Eben also werden die fleischlicheMenschen in der Wüsten dieser Welt vondem Gesang / Spielen und Liebkosen die-ser Weibsbildern betrogen / und an sichgezoaen / in ibrer Lieb dermaßen einge-schlaffert / daß sie wie Schlaffende anNichts gedenckm/ nicht an GOtt/ nicht an
die Höll / nicht an ihren guten Nahmen/nicht an die Schand / nicht an die F; ennd-schafft noch an die Feindschafft GOttes rc.Solche böse Weibs Bilder nehmen thuenihr Blut / ihren Schweiß / wolte GOttnicht auch die Seel binweg/dann sie brin-gen solche in die Sünd als einen sittlichenTod / dahero schreyet solchen zu der Pro-phet /^mos cup. 6. V« vobi8! qui 60»micis in leüis eburneis. 8cIgt'civius in lira-ris velirrs. wehr euch ! die ihr aufhelffenbeinenen Berrlein liegec / undeuch auf eueren Loccrr - Lerrlem er-quickend/ unkeusch lebet.
Andere lassen sich emschläffern durchBegierlichkeit zeitlicher Gütern / und dieseseynd die Geitzigen / denen die zeitlicheGüter ein Magen - Saamen seynd /welcher die Krasst hat schlafferig zu ma-chen : Dann in der Begierd zu haben er-lustigen sie sich also / daß sie darinn ein-schlaffen/ und hart mehr darvon zu erwe-cken seynd. Gegen solche verhallet sichder Trüffel wie das Meer-Kalb / wel-ches zwey Federn hat/ mit welchem es sichim Schwimmen durch die Meer - Wellenregieret. Welchem die rechte Feder un-ter dasHaupt gelegt wird/der wird von demstärcksten Schlaff überfallen/ wie plmiusbey ket-cknr. I. c. erwehnct. Also ge-braucht sich der Trüffel in diesem Welt-Meer zweyer Federn / deren die Rccbceist die Giückseeligkeit / die Lincke / dieWiderwärtigkeit : Welche die Rechtehaben/ und d>.e Glückseligkeit zeitlicher Gü-tern gemessen / diese werden leichtlich in derSund des Geitzes einschlaffen und zuGrundgehen/dann gleichwie derjenige so schlaffer/nicht an künfftige Ding gedencket/ sondernnach der Länge seinen Leib aus der Erdenausstrecket / also die Geitzigen gedenckennicht an die künfftige Güter des ParadeiseS/noch an die künfftige Pein der Hollen/son-dern mit Leib und See! legen sie sich völligauf die Erden / auf die irrdische Gütter/wec-den aber leichtlich also ihr ewiges Heyl ver-schläfst»/ wie der heilige David sagt Ps.7 s.
Oormierunr lvmnum luum ; 8c nibil in-veneeunromnes viel 6iviti3rl.im in mgni-bus luis. Sieh,'ben geschloffen ihrenSchlaff; und alle M änner der Reich-thum haben nichts gefunden rn ihrenHänden.
Andere schlaffen selbst ein durch dieNachlässigkeit / spricht pi'Ltavie-nlis I. c.Dann pigreäo immicric sopnrem. prov.iq. Faulheit machet schlaffen: DieNachlässigkeit ist dem Schlaff gleich ; wieder Scblaffende nichts würckct/ also thutder Faule und Nachlässige nichts Gutes:Aber gleichwie die Schlaffsucht den Todbringet / also tobtet auch die Trägheit denMenschen : Dahero will der weifst Mannsolche vor Schaden warnen/ und von einemso schädlichen Schlaff erwecken / da er ih-Ddd nen