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[Dominicale] (1721)
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392
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Am ^rey und Hwantzigsten Aonntag

naZ Wngstm.

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Oormit. ^lattd. c. 9.

Sie schlaffer.

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Mehr als sieben Schlaffer werden vsm schädlichen Günden-

Schlaffermunderet.

Nser Heyland wurde/laut des heutigen Evan-gelii / zu einem verstor-benen Töchterlein des- Fürstens derSynagogberuffen/und als er vonihr sagte: vorm>r:Gtenur: wurde er von den anwesen-den Pfeiffer» und Spielleuthen ausgelacht.Eben dieses würde mir auch widerfahren/wann ich jetzt nicht allein von einer Toch-ter/sondern auch von mancher Frau/nichtallein von einem Sohn / sondern auch vonmanchem Vatter/ nicht allein von einemJungen/sondern auch von manchem Altensaate: Er schlaffe jetzt. Sie mögen michauslachen oder nicht / so sage ich es doch:Es schlaffen jeyc viel : Daß ich in War-best mit dem Heil. ?-mlo i. Lor. 11. sagen

kan: lmer vos mulri inistmi öe imbecilles, Lr6ormiunr mulci : Unter euch seynd Viel«eanck und schwach/ und Viele schlaf,

Es giebt aber zweyerley Schlaff/ ei-ner des innern/ und einer des äußern Men-schens: Einer der See!/ und einer desLeibs / wie der H.^ug- spricht >n ?5.6r.Lornnum Lorporis omner cicbemus ksbek« ,sliLs cl,6cir Homo: Illucl sucem csvere 6«be-mus.ne ips-^nim» nostr, äormisr.mslurest«nim somnur. Den leiblichen

Schlaff müssen wir alle haben / sonstnimmt der Mensch ab an Rräffeen:Dieses müßen wir aber verhüten/daßnicht unsere Geel selbst auch schlaffe/der Seelen-Schlaff ist sehr übel.

80MNUS elt oblivilci l)«uw : t^use-

eungu« omm Hmms oblivitcitur Veum

s»um. äormir. Der Seelen-Schlaff istdie GOrres,Vergessenheit: Dann einjede Seel / welche ihren GOrr ver»gisst/schlaffer.

Von diesem Schlaff der Seelen re-de ich heut: Dann gleichwie durch dasverstorbene Mägdlein sittlicher Weiß ver-standen wird die menschliche Seel/ welchein der Sund durch die Einwilligung er-

sterben ist / also will ich es auch von derSeel verstanden haben / da ich spreche:Es schlaffen jeye viel. Dann sie schlaftfen in dem Guten / seynd faul und trag indemselbigen/ und gleichwie ein Schlaffen-der alle Ding vergißt / eben so vergessensolche so aar ihres GQttes. O das ist einböser schädlicher Schlaff! Dahero will ichmich heut bemühen / solche darvon aufzu-wecken/ darvon zu befreyen/ erweisende/zu welcher Zeit der G ü-ideu Schlaff derSeelen am schädlichsten seye. Unterdes-sen aber / da ich von diesem sittlichenschlaff rede/erwehren sie sich des natür-lichen Schlaffs/ und verleihen mir ein ge<dultwilliges Gehör / so fahre ich fort imNahmen des Allerhöchsten.

Es schreibt öskckorius v.sormile: NquLliim ciormilio 6ecest,nlls, Lc ist, est öor-mitio pecttki: Es ist ein verdammltcherSchlaff / und dieser ist der Sünden,Schlaff: Dann ein Schlaffender undein Sünder seynd einander gleich; sinte-mal wie ein Schlaffender beraubt ist desGebrauchs der äußerlichen Sinnen/ alsoder Sünder der innerlichen. Der Schlaftfende siehet nicht / der Sünder erkenntnicht seine Gefahr. Der Schlaffende hö-ret nicht leicht / ein Sünder gehorsamerschwerlich dem göttlichen Beruff. EinSchlaffender redet nicht/der Sünder be-kennt nicht reumütbig seine Missethaten.Ein Schlaffender fühlet nicht/ der Sün-der empfindet auch nichts wegen Hurtig-keit des Hertzens. Und diesen verdamm-lichen Schlaff verursachet die Sund/ wel-che ein rechterSchlaff-Trunck ist/von demTeuffel dargereicht: welche ein süße Milchder Jahel ist/ mit der Sisara eingeschlaftfert / und hernach getödtet ist worden:welche gleich dem Schlangen-Gisst ist/welches den Patienten einschläffert / undim Schlaff umbbringet.

Jedoch seynd deren gar viel / die sichdurch die Sund lassen einschläffern/ die er-ste seynd die Mächtige/ Rachgierige undHochmüthige/ welche einen Gefallen tra-gen