394 Am Drey und zwantzigsten Sontag nach Pfingsten.
nenzuruffet llrov. 6. wre lang schlaf«fest du Fauler ? Wann willst du auf-stehen von deinem Schlaff ? Ja schlaf-fe noch ein wenig/ schlaff noch ein we,nlg/ schlage dle Händ m einander einwcmg/dastdu schlaffes?, so wird dieArmuth kommen wre ein Wanderer /und der Mangel wie ern gewapnererMann. Nichts desto minder findet manin diesem sittlichen G)chiaff rechte Giben-Schiaffer / dann manche schlaffen mitUnterlassung guter Werckcn nicht nur /le-ben Stund / sondern auch sieben Tag /Monathen , ja gar über sieben Jahr /ftynd faul und trag in Würckung ihresHeyls / legen sich nieder auf lauter böseMerck. GQtt der HERR erbarme sichüber ihre Seelen / und lasse sie nicht gardaunn einschlaffen! W>e seynd aber solchezu erwecken ? Das skate Schlaffen kommtviel her von zähen kalten Schlaim / vornschwehren / dicken / faulen Geblüth/ daherowird solchem nützlich seyn den Leib reinigen/das dicke Geblüth heraus lassen;aufsolcheMeiß wird der Mensch wieder munter / die'Schlaffrigkeit und Schwehre der Gliederveriiehret sich. Eben also im sittlichen Ver-stand wird derjenige ermunderc zu gutenWercken/ welcher sich reiniget von dem zä-hen groben Schleim der schwehrenSündenund Lasiern.
Daß aber unser innerlicher Menschseine dcn-ALNv-l habe / scheinet zu bezeugender H. ?aul. alllllekr-. c. I. pui-ALtionempoccarolum Cciens :Von Ebrisio zwarredend/ daß Er genrachr habe die Rei-nlglmg tknsecer Sünden / welche aberauch wir durch die Gnad Christi jetzund ma-chen können mit einer Reu - vollen Beichtund wahrer Büß / durch welche die G)eelgeremiAc wird von allem Schie m der La-stern/aus welchem nichts als Unpäßlichkei-ten und endlicher Tod zu erwarten.
Daß auch ein geisillcheAderlaß kön-ne geübt werden/wollte der heilige Davidanzeigen Psal. so. da er von Sünden woll-te gereimgc seyn / und büssend zu GOttgerussen: lliber» me lls sunZumibus Oeus,Oeu; Cluris msL! Erlöst mich von denDluc Schulden- Gss)rr/der du meinesHeyls GGrr bist ! reinige mich von dembösen Geblüt der Sünden ! an welchen vie-le sehr Lluc.reich seynd/ also daß der heili-ge Prophet Jsaias cap. i. wol von ihnensagt:kl3nu8 velirce 8anguine plense tunr.Euere Händ seynd voll Älurs: das ist:wie es Cornel. L Cap. auslegt: voll derSünden / welches durch die Lantzet einerhertzlichen Reu heraus gelassen wird. Aberdiß bitte ich/ wann euch dadurch einmal ge-holffen ist worden/ so leget euch darauf nichtwieder schlaffen. Dann gleichwie nach derleiblichen kurgarwn und Aderlaß das baldSchlaffen höchst schädlich ist / also ist es auchnach der geistlichen Aderlaß schädlich:
will sagen / wann einer durch Beicht undBüß von den Sünden sich geremiget undentbunden / geschwind aber darauf schlaf-fer/ sich wiederum durch Nachlässigkeit inSünden einlasset/und bald in vorige Bos-heiten gerathet / ach dieser setzet sich grosserGefahr aus/daß er kranck werde/von demSchlag göttlicher Ungnad getroffen werde/und gar sterbe. Dahero istGebör zu gebendem heiligen ^mbrvbo , der über jenes:Lkrillus morruusell lemcl i lehrreich war-net :Lave,ne cum morruus lueriz lemel,moriark worum:sgm non peccsrv mvri-eri8, toll veniL! Hüre dich / daß wanndu einmal gestorben bist/ mehr wieder-um sterbest: Dann jetzt wirst du nichrder Sünd , sondern der Verzeihungabsterben / welche dir nimmer wird zuTheil werden.
Also hat es erfahren kkwrao kxoll. r s.Dieser hat nach jeder Plag versprochen sichzu besseren / hats aber niemal gehalten / son-dern gleich nach erhaltener Vcfreyungist erwieder in die vorige Verstell ung gefallen,und darinn verharret / ist aber samt seinemKriegs-Heer in dem rothen Meer er-tränckt worden ohne Gnad.
Also hals erfahren jener unkeuscheMann / welchen 8. kranciscug durch daöH.Creutz-Zeichen von einer schwehren Kranck-hejt erlediget hat mit dieser BedmgnuS/ daßer von seinem unkeuschen Wandel abstehe/welches er zwar versprochen / doch nicht ge-halten hat / ist aber zur Straff von eineneinfallenden Haus erschlagen worden ohneGnad.
Also Habens erfahren sehr viel/welchenach der geistlichen Aderlaß gleich gcschlas-fen/ ihre Sünden zwar gebeichtet, doch ausNachlässigkeit bald in die vorige Missetha-ten zurück gefallen / baden sich aber dardmchverursacht den Schlag der Rach-nehmen-den HandGOcres / laut der Anösag desApostels all bjebr. lo.Dann sö wlr nrulb-williglich sündigen / nach dem wir dreErkannrnus der warhcrr empfange»haben / ist uns nun kein Opffec mehrvorhanden/ sondern ein erschröckli-ches warten de» (Verichrs und Rech/des Feuers / fo die Widerwärtigenverzehren wird.
Dannoch seynd deren gar viel / diegleich schlaffen nach dergeistlichenl'ur^anoaund Aderlaß : Dann eö beichten viel ihreSünden / lassen sich davon sblolviren/ her-nach vermeinen sie/esseye alles richtig/ esbrauche sonst nichts mehr/ gedencken an kei-nen Fleiß in Besserung ihres Lebensgeden-cken nicht an die gute Merck /mit denen steihre Sünden allhie sollten abbüßen / damitsie nicht dort so viel zu leyden hattenlleynd miGuten so nachlässig/ als sie zuvor gewesen/mjeder Versuchung William sie wieder in dieSünd / beleydigen darmit GOtt ohneSorg/ als hätten sie nie etwas Gates von