Druckschrift 
[Dominicale] (1721)
Entstehung
Seite
79
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Am Fest der Gnadenreichen Geburj^IEsu Christi. 7a

gleich worden; Dann der Mensch ist ja derVernunsst beraubt / welcher da will / wasibme höchst schädlich ist/ nichts ist aberzwi-fthen Himmel und Erden GOtt und demMenschen mehr zuwider als die Sünd /doch erwehlt sie der Mensch/also ist er un-vernünfftig und vihisch; dann es sagt derH.

Lernarclus lerm. cls cielici. verlc. ra-

rioneremsner in komine, guoci eli bellis-le: Nehme dem Menschen die Ver,nunffr hinweg/so bleibt ihm nicht« ü-brigals wasviehisA) ist ; Erfahren hatsolches mit Schaden Nabuchodonosor beyL)an. 4. den der allmächtige Gott gestrafft/und in einen wilden Ochsen verändert hat-te/ daß er mit den wilden Thieren hat Grasmuffen fressen; Was aber diesem Königleiblicher Weiß begegnet ist / das wider-fahrt geistlicher Weiß einem jeden Sün-der : dann die H. Vätter und Lehrer schrei-ben / daß GOtt diesen König seiner Ver-nunfft nur beraubet habe / so daß ihm alleindie Phantast,) blieben stye/dardurch er sicheinbildete/er seye ein wilder Ochs: in die-ser Armsteligkeit hat er 7. gantze Jahr zu-gebracht. Ach wie viel Sünder giebtsnoch aufder Welt/die sieben/zehen / zwan-tzig A ahr/ja die Zeit ihres Lebens gleichsamder^ernunfft beraubt / wie wilde Ochsenherum lauffen/die sich nicht wollen erken-nen noch besseren / mehr ein viehisches alsmenschliches Leben führen : sie hören öff-terS aus dem 118. Ps. k.onge peccsrori-bus Ilrlus: Das Heyl tst fern von denSündern . Das ist/ die Sünder haben kei-nen Theil am Himmelreich / auch ein einigeSünd/ so schwehr ist / verdiene die ewigeVerdammnuß / dannoch scheuen sie sichnicht/ 20. ras. und mehr Todsündenauf einander zu Haussen. Man hört öff-ters aus dem Buch d^um. c. i

guL per superbl!»m LÜgui6 commiierit,guoniarn aclverlus Oominum rebelliskuir, pcribir: Wann ein Gcel aus Hof-farr etwas begehec/diewril es frevent-lich dem HErrn zu wider gewesen ist /sollausgereurcr werden: Und dannochistdie leydige Hoffart jetzt fast allen gemein.Man höret öffters aus 8. ffemiAio: vsm-pri'8pgrvulis.ex'-r6ultl8 proprer csrnis vi-n'um pauci Hlvanrur: Auster den kleinenRindere werden aus denen erwachse-nen Leuten wenig stelln / wegen desL asters der Grübelt: Und dannoch wel-tzen sich sehr viel in diesem Unflath herum/wie die Schwein im Koth. Sie wissen

beynebens/ daßsie nur eine Seel haben/wann diese hin undverlohren ist einmal/so ist sie ewig verlohren. Sie wissenund Hörens / daß nur ein Himmel seye /wann sie diesen einmal verschertzen / soseyen sie ewig armstelig und unglückstelig /dannoch fahren sie gantz keck fort in ihrenSünd und Lastern / als wann kein GOttnoch Himmel wäre. O das seynd recht

wilde Ochsen / die keine Vernunfft haben!Doch/ O grosse Gürigkeit GOtteö l dochwendet sich noch die Lieb und Barmhertzig-keitIEsu Christi zu ihnen / das GöttlicheWort rufft ihnen aus dem Kripplein gantzfreundlich zu / sie sollen nur reunrüthrg zuihm kommen / er wolle sie mit Lieb aufneh-men/ und freundlich wahren.

Diese Freundlichkeit weiset uns ebendas / daß diß göttliche Kindiein in einerViehe-Krippe liegt/ dann also spricht der

H.Lbr^lippus ierm. cle L,s. Oeipars : InprLteplo snimslium proponebacur Ver-bum 8clLsrio, urpro inltirriro securren-tes bomines irrarionales lenlus rsrions-lis pgrricipes eKcerec : Deßwegen istVas Wort und ewige we»ßherr in dieRrippe gelegt worven/aufdaß/wanndie unvernlmffrige Menschen zurRrippe lausten / er sie eines vernünff-rigenSinns wieder eherlhastrig mach-te. bluAo Larä lup Uuc. spricht: kecli-navir eum in prXsepic» ur cibuir» jumen»rorum : Maria har ihn in das Grippe-lein gelegt/ als ein Gpeiß der Thieren/damit die viehische Menschen sollten hinzugehen/ dazum Kripplein/ dort zum Heil.Sacrament des Altars/ diese H. Speißgemessen/und dardurch das ewige Lebenerhalten; Dann also redete einstens 1 keo-6orus »6 ?.?. (!oncilii Lpkes In illo elkpoliru8« ur in ilis come6arur, 8c licleli-buz llLr Libum lgluci's: Christus rst in dieRrippen gelegt worden / auf daß erhernach aufdem Tisch deß hochwü -dtgsten Altars könre genossen werden /und Venen Gläubigen zu erner SpcEdeß Heyls seyn. Derowegen meinMensch / da du deinen JEsum in demKripplein da liegen siehest / so bilde dir ein /es wolle zu dir also sprechen: komme her duarmes Thierlein /du armer Sünder/ kom-me her / und förchte dich nicht so sehr/ dannich liege nicht da dich zu verdammen / son-dern für deine Sünden genug zu thun / unddich seelig zu machen : förchre dich nicht/komme nur her zum Kripplein / und beken-ne reumüthig deine Schuld/ so will ich dirGnad und Barmherzigkeit ertheilen / ichwill dich nicht straffen nach deinenVerdien-sien/ sondern mein gantzes Leiblein will ichdem bittersten Leyden übergeben / damit dunur nicht ewig leyden dörffst/ja meinFleischundBlut will ich dir imHochw.Sacramentzur Speiß und Tranck geben/allein laß dichdadurch bewegen / mich hinfüro zu lieben/und nimer so schwehr zu beleydigen. Die-ses behertziget wohl ihr Sünder und Sün-derinen/wieein freundliches gures Wortder himmlische Vatter zu uns armenTropffen habe ergehen lassen ! Lasseteuch doch die süsse liebreiche Wort euresgütigsten Heylands zu Hertzen gehen!sage mir nur nicht mein Mensch / du fin-dest nichts freundliches imKripplein/als ein

nacken-