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Malwina, oder merkwürdige Begebenheiten eines interessanten Mädchens
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Ersterer hatte wegen seines hohen Akterö schonlangst vergessen, was Liebe fty? letzterer warviel zu jung, um die Vortheile des Eigennutzeseinsehn zu können. Man mochte ihm daherdie bedeutendsten Parthien verschlagen, erblieb gleichgültig; Eleonore La Nivicre hatteihn zu sehr gefesselt. Dem Leser wird einekurze Schilderung vou ihr nicht unangenehmseyn. Es ist meine leibliche Mutter, könnteman mir es versenken, wenn ich gern dabeiverweile?

Eleonore La Niviere war braun und schön.Mit einer Mittelgröße verband sie den treulich-sten Wuchs. Eine wohlgewölbte hohe Stirn,schwarze und große Augen, ein kleiner beleb-ter Mund, eine vollkommne Reihe der feinstenund weißesien Zahne, ein freundliches Lächelnin den Gesichtszägen bestimmten die außer»Vorzüge eines Frauenzimmers, bei der die in-ner« Vortreflichkeiten bei weiten das Ueberge-wicht hatten. Die lebhafteste Fantasie standmit der Sanftmuth ihres Characters in derschönsten Vereinigung; alle ihre Handlungenoder Musterungen gaben Gelegenheit, sie zulieben und zu bewundern.