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bestand eine Keine von Castellen und Warten und auf derrechten fiheinseite eine ausgedehnte Grenzwehr. In der Nähe derBefestigungen entstanden bald auch bürgerliche An Siedlungen.Von ihrem Emporblühen zeugen die vielen Funde von Erzeugnissenrömischer Kunst und Gewerbthätigkeit. Als römische Siedlungendieser Art erscheinen: Colonia Traiana (Xanten), Burginatium (amFirne des Monreberges), Quadriburgium (Quaiburg), Arenatinm(Rindern), abgesehen von kleineren Wohnsitzen und einzelneuVillen. Im Ganzen brachte die römische Besiedlungsperiode denwichtigen Fortschritt, dass die bis dahin kaum bewohnte Rheinebenenunmehr in den Vordergrund tritt. Nach dem Sturze der Römer-herrsehaft am Rhein schweigt lange Zeit die historische Ueber-lieferung. Im M i t telalter finden wir an Stellt, der römischenCastelle und bürgerlichen Niederlassungen fränkische Burgen undDörfer. Eine Zusammenstellung' der. einzelnen Ortschaften unterAngabe des Jahres, in welchem sie zuerst urkundlich erwähntwerden, gewährt, wenn auch kein völlig sicheres, so doch annäherndrichtiges Bild ihres relativen Alters. Es ergiebt sich das Resultat,dass die ältesten Ansiedlungen des Mittelalters, von den ursprüng-lich römischen abgesehen, entweder auf der Hochfläche selbst, wieUedem, oder auf der Grenze zwischen Höhe und Niederung liegen,wie Lippeham, Birten, Donsbrüggen, Nütterden, Nieder -Elten undVoorthuisen. Die Besiedlung ging demnach von den Randhöhen ausund drang Schritt für Schritt in die Rheinebene vor, wo sich vorAllem die alluvialen Erhebungen mit alten Ortschaften, wieEmmerich, Wissel, Brienen, Zyffiich, Uplage, besetzt finden. Allediese bis gegen das Jahr 1000 genannten Orte liegen in der Nähedes damaligen Hauptstroms. Seit der Aenderung seines Bettesentstehen auch in der Nähe des neuen Stromes bald zahlreicheAnsiedlungen, so Bergswick, Rees, Bienen, Sulen (heute Praest),llönnepel, Schmidthausen. Manche Ortschaften haben sich ausEinzelhöfen entwickelt, so Emmerich, Nieder-Elten, Voorthuisen,Hönnepel, Sulen, Hassel, Riswick, Brienen, andere haben sich umKlöster und Stifter gebildet, wie Zyt'flich, Wissel und Wesel, wiederandere um Burgen, z. B. Cleve. Gegenüber der nllmäligen Ent-wicklung dieser Ansiedlungen, welche der Verfasser jedoch nichteingehender verfolgt, verdanken einzelne Ortschaften einer plan-mässigen Urbarmachung und Besiedlung derjenigen Landstreuken,die nicht von selbst zur Cultivirung einluden, ihre Entstehung,indem der Landesherr einer Genossenschaft meist adeliger Grund-besitzer ein sumpfiges Terrain, welches in Hufen von 30 Morgeneingetheilt und von Wegen und Entwässerungsgräben durchschnittenwar, gegen eine geringe jährliche Abgabe in Erbpacht verlieh, mitder Verpflichtung, auf jeder Hufe ein Haus zu errichten. Einenüolchen Ursprung haben Calcar, Cranenburg, Till und Uedemerbruch.Die Entwässerungsanlagen wurden durch hier angesiedelte Holländervorgenommen. Im Anfange des H.Jahrhunderts hatte die Besied-lung des Gebietes im Grossen und Ganzen die heutige Stufe erreicht.Von den ehemals 12 Städten dieses kleinen Territoriums, die daspolitische Interesse des Landesherr« in's Leben rief (Xanten,Sonsbeck, Uedem, Calcar, Grieth, GriethaUsen, Cleve, Cranenburg,Wesel, Rees, Emmerich und das nicht zum Horzogthum Clevegehörige Elten), haben es in neuerer Zeit nur wenige, Dank denVorzügen ihrer geographischen Lage, zu einigerBedeutung gebracht.Der dritte Theil der Abhandlung (S. 37—55) untersucht diegeographischen Bedingungen der Ansiedlungen und hat demgemässein nur mittelbares historisches Interesse. Nachdem im Allgemeinendie Niederlassungen in der Rheinebene, die Randortschaften unddie Ansiedlungen auf den Höhen in ihrer grösseren oder geringeren