¶ Die edel magt Waria windelt ir kind inkleyne tuͤchlein vnd legt in in̄ die krippē auffdas her fur die tyerlein. wan̄ ſy het kein eygēſtat. vnd ſtund vnd knyet fur ir zartes kind. vn̄betet es an. vnd dancket gott dem vater dz erir ſeinen eingeborne ſun geben hett zu einemkind. wann ſie erkant das ir eingeborner ſunwas warer got vnd warer menſch. Sy wz dererſt menſch der die gotheyt in̄ der menſcheytanbetet. Sy wz auch da von ſeliger dz ſy gottin reyner ſel empfieng geyſtlichen. vn̄ in trugvnd in gebar. wen̄ ſie in nit inn irer ſele krefftempfangen het vnd getragen ſie wer ſein muter nye worden. Die heyligen engel ſungē. daWaria iren liebē ſun gebar on allen ſchmertzen. Got ſey ere in̄ der hoͤhe vnd auff der erdefrid den menſchen die eines gute willē ſeind.ir dienten auch die engel.¶ In der ſelben nacht da Maria irē ſun gebar da gieng der Reyſer Auguſtus auß. vnndſah einen ſcheynenden ſtern. der ſelb ſtern wzeiner iunckfrawen geleych. dy ſelb iunckfrawhet ein kind an irem arm. Da fraget der Reyſer groß meyſter was der ſtern bedeuttet dzkunden ſie im nit geſagen. da kam Sibilla dieweyſſagerin dar die ſprach zu im. Heynt innder nacht hat ein reyne magt ein kind geborndas iſt gottes ſun von hymelreych. vnnd daskind iſt ein kunig in̄ hymelreych vn̄ in erdtrichDa der keyſer dz hort da erſchrack er gar ſerewann er gebot vberal in ſeinem reych dz manbild nach im ſolt machen vnd in anbeten. Diebild hieß er alle nyderwerffen vnnd ſprach inſolt nyemant anbeten. man ſolt den anbeten.der von einer reynen magt geboren were. Dieallerkeuſcht iūckfraw Waria zoch ir kind ſelber vnd hub es auff vnd legt es nyd̓. vnd names zartlichen zu ir an ir arme vnd in ir ſchoß.vnd etzet es vnd trencket vnd ſeugt es mit ireheyligen bruͤſten die von hymel erfullet warē.vnd an dē achtetē tag ließ Maria ir kind beſchneyden nach der alten ee. vnd hieß es Ieſus als ſie der Engel geheyſſen het. Vnd andem dreytzehenden tag da kamē die heyligēdrey kunig von dem end der welt. vnd brachtyeglicher ein gab. Marie vnnd irem kind zueren vnd beteten es an.¶ Es wz eines mals ein iunger ritter d̓ kamin eines grafen hoff vn̄ wolt hubſchkeyt lernen. Nun het er ein ſchoͤne frawen d̓ ward d̓
ſolt er nit bey ir ſchlaffen vnd ſeinē willē nutir haben er muͤſt ſterben. Das leyden dorſt erd̓ frawē laug nit ſagen. da wz im als ernſt dzer irs eins mals ſaget. Da verſchmecht ſie invnd was ir gar vnwerd von im. da ward er ſerbetrubt vnd gieng zu ſeinem beychtiger vnndklagt im ſein leyden vnd die groſſen anfechtung die erhett. Da ſprach der beychtiger zuin. Gee in̄ das cloſter zu dē abbt der kan dirgar gut rat geben. vnd was er dir rett dz thu.ſo kumpſt du auß deinē leyden. des volget erim vnd kam zu dem abbt. vnd ſagt im ſein bekuͤmernuß. da ſprach der abbt. du ſolt alle tagvnſer lieben frawen hundert Aue maria ſprechen. ſo wirt dir die fraw oder ein anders dasdirlieber iſt. Da ſprach der ritter die Aue maria alle tag mit groſſem ernſt. da erſcheyn imvnſer liebe fraw an dem letzſten tag mit groſſer klarheyt. vnnd het einen geſtirnten mantelan der was vol guldiner ſtern vnnd ſprach zudem ritter. du haſt mich angerufft. nū bin ichkummen vnnd wil dir geben was du begerſt.darumb das du keuſch biſt geweſen. vnd ſihedie ſtern an dz ſeind dy Alue maria die du mirgeſprochen haſt. vnd du haſt recht gethan dzdu meinem freund dem Abbt geuolget haſt.Nun ſih mich an gar eben ob du mich woͤlleſt oder ein andere. da ſah ſie der Ritter gareben an. vnnd ward im ſein hertz entzundet.vn̄ gewan ein imbruͤnſtige lieb zu vnſer liebēfrawen vnd ſprach zu ir. O du wirdige mutergottes ich wil dich fur alle ding haben vnndals bald vergiēg im ſein aufechtūg. da ſprachvnſer liebe fraw zu im. du ſolt dein keuſch behalten ſo wil ich über ein iar wider zu dir kummen ſo ſtirbſt du. ſo wil ich dich den̄ zu dē ewgen freuden furen. damit verſchwandt vnſerliebe fraw. da frewet ſich d̓ ritter des troſteden im vnſer liebe fraw getan het. vn̄ dancketdem Abbt des giten rates den er im gethanhet. vnnd ſaget im wie es im mit vnſer liebenfrawen ergangen was. vnd bat in das er in ißden orden neme. das thet der abbt. da lebetRitter reyniglichen vnd ſeliglichen in dēden. vnd dienet vnſerm herren vnd vnſer lielfrawen mit groſßem fleyß. Vnnd da daskam da ward er ſiech vnd ſtarb ſeliglichē.volbracht vnſer liebe fraw ir geluͤbt. vnd fjn zu den erigen ftenden.