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Anmerkungen.
Am 2. Januar war Franz Leopold Schöninger Hauptmann beim I. Bürger-Regimentzum Tode durch den Strang vernrtheilt, jedoch darnach zu dreijährigem Festungs-Arrestbegnadigt worden; nach den „Wiener Boten" I S. 74 s. hätte er nur „im Oktober einePistole mit sich hcrumgetragcu und sie einigen Leuten, die sich am Kampfe nicht betheiligenwollten, i» drohender Haltung gezeigt"; die ganze Landstraße sei darüber in Aufregung.
10) S. 10. Am 3. und 4. Februar wurde unerwartet das allgemeine Krankenhausvon Militair umstellt und in allen Räumen durchsucht; es fanden sich einige Säbel undPistolen, ein Carabiner und ein deutsches Schwert, jedoch an solchen Orten wohin dieseStücke abgcworfen worden waren. Nur eine Krankenwärterin wurde festgenommen dieden Säbel eines Anverwandten, wie man sich erzählte in einem Krankenbette, versteckthatte. — Im Hause Nr. 35 zu Floridsdorf wurde» bei dem Kaufmanne Pcregrin Christ,dessen Wohnung und Geschäftsräume die SicherheitSwachc nächtens überfiel, sechs Wafscn-stücke nebst mehreren Gcwchrbcstandthcilen, dann Pulver und Blei gefunden und derKaufmann nebst drei ander» Personen Anton Riß, Joseph MikAk und Franz Pseifscrcrgefänglich cingezogcn; der letztgenannte wurde am 15. Februar zu acht Monaten Stock-haus-Arrest verurtheilt.
11) S. 10. Die Maßregel wurde in der Geiucindcrathssitzung vom 5. Februarvom Bicc-Bürgermcister Bergmüllcr im Namen des Magistrats vorgeschlagcn und nachlängerer Debatte angenommen. In der inneren Stadt sollten die Revisions-Commissionenaus je einem magistratischen Beamten und dem betreffenden Hausherrn, sowie Gemeinde-räthcn und andern Vertrauensmännern die sich freiwillig anschlicßcn würde» bestehen;Bergmüller wollte auch Beiziehnng der Sicherhcitswachc, was aber von der Mehrheit derVersammlung nicht genehmigt wurde. Den einzelnen Wohnpartcien sollten gedruckte Be-stätigungen daß sic keine Waffen oder Munition besitzen, zur Unterschrift vorgclegt werden.Mit dieser letzteren Auskunft war der Civil- und Militair-Gonverneur nicht zufrieden, dieblose Namensfcrtignng der Parteien biete keine hinreichende Bürgschaft; die Aufgabe derRevisions-Commissionen sei vielmehr „eine alle Räumlichkeiten der Häuser umfassendeDurchsuchung" vorzunehmcn. Ebensowenig war Melden damit einverstanden daß der Ge-mcindcrath der Stadt Wien die Verantwortlichkeit rücksichtlich der Vorstädte auf die Grund-gcrichtc übcrwälztc. Zuschrift Wclden's vom 21., vorgetragen in der Gem.-R.-Sitznngv. 23. Februar; dann Bericht Dr. Klncky's in der Sitzung vom 2. März.
12) S. 10. Nach Eticnne Wien 10. März in Kcil's „Leuchtthurm" dir. IIS. 169 f. Hütte dieses Gebot einen andern Ursprung gehabt; nämlich den, daß „ein Wacht-posten am Criminal-Gebändc auf den Kutscher eines Wagens sein Gewehr abdrücktc, weildieser etwas zu nahe an dem Posten vorüber fuhr". Dieser Correspondent tischte übri-gens seinen Lesern die unglaublichsten Dinge auf. „Der friedliche Bürger der das Glacispassirt ist seines Lebens nicht sicher; es ist schon geschehen daß man Leute arretirte derenglänzende Stiefel im Widerschein einer Laterne die Patrouillen veranlaßten zu glaubenman trage Waffen bei sich. Jedermann wird nach 9 Uhr angehalten und vom Wirbelbis zur Zehe abgetastet, und wehe dem der sich widersctzt! Jeder Wafsenknccht hat dasRecht ohne weitere Veranlassung den Civilisten nicdcrzubreunen." Ebenda dir. 10 S. 156.S. auch Wien 28. Februar in Ko lisch „Wr. Boten" I. S. 286: „Geht man des Abendsoder Nachts über das Glacis vom Theater nach Hause so schreit jeden zweiten Schrittei» Soldat: ,Halllllt werr da?' Man antwortet sogleich: ,Gut Freund', und muß dieseLüge so oft wiederholen daß man sie am Ende selbst glaubt."
13) S. II. Der Fall in Ncu-Lerchenfeld betraf den Gemeinen PaLonrek im Wirths-hause zum rothcn Rössel; er hatte sich aus der WirthSstube entfernt um an der Plankejenseits der Gasse seine Nothdurft zu verrichten, als ihn, ohne daß ein Schuß zu hören