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Miskolcz in der Kenntnis. Da er das Detail der Bewegungen erschöpft, so könnte ichdie Commcntarien mir ersparen; wenn die cigcnthümliche Lage und Stellung dctachirterTrnppen-Commandanten cS nicht manchmal nöthig machte, mit dem Chef des Gencral-stabes eine halbofficielle Corrcspondcnz zu unterhalten, um zu seiner Kenntnis zu bringen,was die gemessene Sprache dienstlicher Meldungen aufzunehmcn nicht gestattet.
Als ich zu Raab das Coininando des Comorner Beobachtungs-Corps übernahm,erlaubte ich mir schon damals Sr. Durchlaucht unfern hochverehrten Fcldmarschall zubitten, mich von allem was die größer» Operationen anginge in genauer Kenntnis zuerhalten, weil ich ohne diese meine Mission nicht zu erfüllen im Stande sei. Es geschahauch im Anfang, unterblieb aber später. Die isolirte ernste Lage in der ich gegenwärtigmich befinde ist aber ganz anderer Natur, wie die zu Comorn. Jetzt greift jeder Schrittvor oder rückwärts in die größeren Operationen ein. Dennoch befinde ich mich seit15. d. M. ohne alle Nachricht aus dem Hauptquartier, mit einem schwachennichts weniger als selbständigen Truppcncorps, von Haß und feindseligen Elementenumgeben, inmitten ausgedehnter Provinzen und einer fanatisch aufgeregten und aufge-wühlten Bevölkerung. Schlik der Nachricht geben könnte ertheilt statt dessen Rath,den ich wenig brauche, während das Vertrauen der eigenen Generale nichtdasselbe ist, was es sein würde wenn sie an der Spitze vollzähliger Bri-gaden ständen. Vogel läßt mich sitzen, wie man mir vorher gesagt, und schickt nichtEinen Mann. Wird cs der FM. dulden daß man uns mit Doppelzüngigkeit täuscht,und indem man uns mystificirt mit dem Dienste ein Spiel treibt, das ganze Divisionenins Verderben stürzen kann? Das schlimmste ist daß wir von Spähern umgeben sinddie dem Feinde jeden Schritt verrathcn, wir dagegen — aus Mangel eines gutorganisirten Kundschaftswesens — von seinen Bewegungen entweder gar nichtswissen oder alles viel zu spät erfahren. Schlik ist es ebenso ergangen. Also geliebterFrcnnd! Warum ich Dich vor all anderem ersuche: Gieb mir Nachricht! und er-halte mich von allem in der Kenntnis was die Operationen der Armeebetrifft, ohne welche ich blind im Dunkeln tappe und statt zu handelntütonnire. Das Zweite warum ich Dich bitte und bitten muß — sind Truppen. Nurein Corps von 10 Tausend Mann ist selbständig. Mit weniger ist man ohne Kraft,gleich unfähig zu manövriren und zu schlagen, weil man zu viel detachiren muß. Dennvon einer Division wie diese bringt man nach Abzug aller unentbehrlichsten Ent-sendungen so viel als gar nichts zum Gefechte. Wenn Schlik mit 13 Bataillons 14 Es-cadrons und 53 Geschützen das Feld nicht halten konnte, was soll dann ich mit 7machen von denen nur 3 zu 6 Compagnien sind? Meine 3^/2 Escadrons sind äußerstschwach und ich habe außer 9 Rakett-Gestellen blos 14 Scchspfünder-Kanonen. AlsStreifcorps sind wir viel zu stark und unbeweglich, zum Raufen viel zu schwach. „Ram-bcrg ist wie alle Generale" — höre ich dich sagen — „der bei der ersten SchwierigkeitNoth und Klagen ohne Endo findet." In Gottes Namen! Aber bin ich in meinenBergen stecken geblieben? oder getrost in die Ebene hinabgcstiegen? is tlm
guestion! Ich soll den Würget; verfolgen, sein Corps nicht aus den Augen lassen, ihnzwischen Schlik ins Gedränge bringen! Aber Schlik geht zum Teufel! läßt mich fitzenund sagt daß ich auf ihn nicht zählen könne. Das ist wenigstens ehrlich, wenn auchnicht crmuthigend! — während Görgcy mit Klapka und andern polnischen Spitzbubenvereinigt bei 20—25000 Mann stark ist, die von 5000 sich nicht schlagen lassen werden.Denn die Zeiten von Narva sind vorüber, und ich fühle kein Gelüste mich aus denSchwedenkönig Carl XII. zu spielen. Doch genug für hellte, wiewohl zum Besten desDienstes nicht leicht genug, noch weniger zu viel geschieht. Unverändert Dein Ramberg.