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III. 24. Demonstrationen in Prag.
Collegium Anzeige zu erstatten und es wurde deu Theilnchmern vonihren Führern eingeschärft von Anfang bis zu Ende die strengste Ordnungund Mäßigung cinzuhalten; dennoch war man seitens der Behördennicht ohne Besorgnis und hielt die gesammte Garnison in Bereitschaft.Der Zug, beiläufig 200 Fackeln, ging uni 9 Uhr abends vom Clcmen-tinum aus; die wegen ihrer nationalen Gesinnung bekannten 17. und18. Compagnien der Nationalgarde, Rott und Fingerhut, schlossen sichdemselben an. Als sich Ricger und Borrosch am Fenster zeigten ertöntenendlose Rufe. Zuerst sprach Rieger böhmisch, dann Borrosch deutsch. „Ichhabe immer die Ueberzeugung gehabt", sagte jener, „und hege sie jetztfester als je, die Reaction werde nicht siegen; die Haltung Prags indiesen Tagen ist der beste Bürge dafür." Borrosch sprach: „Nicht durchNationalitäten-Hader, sondern durch Einigkeit und Verbrüderung derNationen wird das große Werk des Jahrhunderts zu einem gedeihlichenEnde gebracht, und wie ich als Deutscher jetzt Rieger den Böhmen um-arme" — er that es bei diesen Worten wirklich - „so wünsche ich daßsich beide Nationalitäten Böhmens brüderlich an die Brust sinken undnur einem Gedanken, dem der Freiheit, Raum geben." Vivat, Släva,Hoch auf Rieger, auf Borrosch, ans die Linke des Reichstages unter-brachen beide Redner wiederholt; auch Rieger's Wort: „i^oclojms ss"wurde im Haufen vernommen. Borrosch ergriff nochmals das Wort:„Es gibt in Oesterreich einen Mann dessen Andenken in der Brust desVolkes nicht erlöschen darf, dieser Mann ist Ferdinand der Gütige!"Donnernder Zuruf. Nachdem der akademische Gesangverein drei Chörevorgetragen, hatte das Fest, das in bester Ordnung verlief, ein Ende.Die böhmischen Studenten begaben sich noch in die Girtlergasse woPalack/ wohnte, der sie mahnte in der Freiheit die Einigkeit zu wahren.„Ich weiß sehr wohl", fügte er bei, „daß die Auszeichnung die Sie mirbringen nicht meiner Person gilt, sondern meinen Bemühungen umVaterland und Freiheit. Ich hoffe daß uns die Freiheit zutheil werdenwird, und sie wird cs in der That werden, wenn Sie alle, meine Herren,und die ganze Nation sich dafür einsetzen"
Die Aufnahme der kaiserlichen Gaben in der Landeshauptstadt warmaßgebend für einen größer» Theil des Landes, namentlich die Städte.So machten in Schlan die Veranstalter einer Stadtbeleuchtung ent-schiedenes Fiasco, und konnten in Pilgram weder der Commandant derNationalgarde seine Mannschaft noch der Bürgermeister seine Ausschuß-