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III. 24. Demonstrationen in Prag.
edlen Kampf für die Volksfrciheit gefallen" ausgeschrieben hatte und diein der Teynkirche begangen werden sollte. Der Tag brach trüb undregnerisch an, aber niemand ließ sich von der Theilnahme an der Fest-lichkeit abhalten. Dumpf ertönten vor 10 Uhr die Glocken der altenTeynkirche als sich die Akademiker in geschlossenen Reihen aus dem Cle-menlinnm über den Marien-Platz in Bewegung setzten. „Es war einerschütternder Anblick als der unabsehbare Zug unserer Studenten undunseres Volkes düster und schweigsam an dem Rathhause vorüberging,über den verhängnisvollen Platz aus welchem so oft die Edelsten desLandes verblutet, vorbei an der Siegessäule welche das niedergeschmcttertePrag zum mehr als zweihundcrtsährigen Denkmal seiner tiefsten Schmacherrichten mußte, hin nach der alten Teynkirche." Im Mittelraume desGotteshauses, wo Nationalgnrde vom Eingang bis zum PresbyteriumSpalier machte, war ein einfacher Katafalk aufgerichtet, oben lag eingrüner mit weißen Bändern geschmückter Kranz „13. März", zu Füßenwaren Blumen gestreut, Lichter und Flambeaux beleuchteten und um-gaben ihn. Die Kirche war gedrängt voll, in der Mehrzahl natürlichvon Studenten; von den Professoren, obwohl man sie eingeladen hatte,war keiner erschienen. In der Menge sah man auch mehrere Svornoster,vier davon mit dem umgeschnallten Säbel. Selbst vor der Kirche bis indie Vorhöfe und Gassen hinaus stand zahlreiches Volk. Mitten durchdas Gewühl bahnte sich ein Mädchen den Weg zum Katafalk, zu dessenFüßen es, Thräueu im Antlitz, einen mit rothen Camelien geschmücktenKranz von Immergrün niederlcgte. k. Johann Arnold las die Todtenmesse,der akademische Gcsangsvcrcin trug ein Vocal-Rcguiem mit Einlagen vonMasek KolesovskF Wiesner vor. Zum Schlüße theilten sich die An-wesenden in die Blätter und Blüthen jenes Kranzes und schmückten ihreKopfbedeckung „mit den Zweigen der Hoffnung auf ein einstiges Wieder-sehen". Dann bewegte sich der Zug der Studenten zurück ins Clemcn-tinum, in dessen Hörsaal der „Physik" eine Trauerrede gehalten wurde.
Am selben Tage herrschte unter den Nationalen große Aufregung,weil es hieß die Auflösung der Slovanskri Lipa sei bereits bcschloßcu,der deutsche Verein werde nachfolgend"). Die Slovanskä Lipa trat zueiner Sitzung zusammen. Sie gab dem schmerzlichen Gefühle Ausdruckdaß auf die Hunderte und Hunderte von Vertrauens-Adressen an denReichstag, auf die tausende und tausende von Unterschriften mit einemGewaltakt gegen die Vertreter des Volkes geantwortet worden, und