Günstiger Ablauf der Recrutiruug.
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als Stärkung der Regierungsgewalt besorgten; die täglichen Transporte vonGefangenen, die durch Prag nach den böhmischen Festungen abgeführtwurden, nährten diese Stimmung; waren es zudem Fälle wie jener mitdem Lembergcr Dobrzaüski, mit dem Schriftsteller Kaminski, so stieg dieErbitterung auf's höchste. Als die Zeit der Trnppenaushebuug heran-rückte sprachen die Leute von nichts als von Widerstand und Krawallen,die einen im Tone der Befürchtung, die andern in jenem der Schaden-freude. Gerüchte von Verkündigung des Belagerungsstandes tauchtenwiederholt auf, besonders als man erfuhr es sei aus Budweis eine Batterienach Prag beordert worden und solle auf der Marien-Schanze aufgestelltwerden. Indessen lief alles wider Erwarten ruhig ab. In Prag um-standen am 5. März Gruppen von Neugierigen das Altstädter Rathhaus,zwei Bataillone Nationalgarde waren ausgerückt, 300 Mann im inner»Gebäude vertheilt, eine Abtheilnng hielt das „Brückl" besetzt; das Militairhatte in seinen Easernen Bereitschaft. Es geschah aber gar nichts; alleVorsichtsmaßregeln erwiesen sich als unnöthig. So war es auch allent-halben im Lande, Pribram und PiLely allein ausgenommen. Dort geriethder Bürgermeister in Lebensgefahr bis es der Geistesgegenwart und That-kraft des Bergoberamts-Verwalters Gubernial-Rathes Lill von Lilienbachgelang die Ruhe herzustelleu. In der Gegend von PiSely hatte sich unterden ärmeren Leuten das Gerücht verbreitet daß viele von den reicheren nochrüstigen Bauern auf Aurathen der Beamten ihre Höfe ihren Söhnen ver-schrieben hätten um dieselben von der Kriegspslicht zu befreien. Am Tage derLosung kamen nun Häusler und Juleute in Hellen Haufen mit Sensen undHeugabeln bewaffnet zum Wirtschaftsamt, so daß die Beamten ihr Heilin der Flucht suchten; später wird man wohl Ordnung geschaffen haben,da nichts weiter darüber verlautete. Auch in den andern Ländern liefdas Geschäft trotz aller seit Monaten gehegten Befürchtungen fast durch-aus ruhig ab. In Klagenfurt lobte man das Verhalten der losungs-pslichtigen Jugend. In Laibach fanden einige Stockungen statt, weil sichunter den Bürgern aus Besorgnis sich misliebig zu machen kein Ver-trauensmann finden wollte. Von Widersetzlichkeit war nur aus Werfenim Salzburgischcn etwas zu vernehmen, 5. März; der AmtsverweserGraf Mniszech verlegte die Verlosung auf den 10. und forderte denGemeindevorstand zu unweigerlichem Gehorsam auf.
Als Herd der Unzufriedenheit unter der böhmischen Bevölkerung galtnicht mit Unrecht die Slovanskä Lipa in deren Sitzungen so ziemlich alles