Galizien und Krakau — Die ungarischen Länder.
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Am 18. erschien eine amtliche Kundmachung, laut welcher jede Stadt-belenchtung bei schwerer Strafe verboten wurde.
Waltete in Galizien und Wladimirien der Belagernngszllstand, sowüthete in den ungarischen Ländern der Krieg, und unter Waffengeklirrschweigen nicht blos die Musen, es schweigt auch jede andere Politik alsdie des augenblicklichen Kampfes. In den von der eigentlichen Walstattentlegenen Gebieten gedachte man zwar das Ereignis von Kremsier nichtunbeachtet vorübergehen zu lassen, und vom Kriegs-Ministerium ergingnach Presburg im Geiste des Stadion'schen Erlasses die Weisung fürden 15. März eine Verfassungsfeicr anzuordnen. Als jedoch Kempenpflichtschuldigst in Ofen anfragte, inachte der Feldmarschall „mit Rücksichtauf die iu Ungarn noch nicht unterdrückte Revolution" diesen Befehlrückgängig und wurde in der That das Geschenk von Kremsier in keinemOrte Ungarns festlich begrüßt. Dafür benützte der Cooperator an derPfarrkirche zu Maria-Blut in der Ofener Christinenstadt Franz BaronHorcckF de Hora die Fastenzeit, um jeden Freitag Nachmittag seine Zu-hörer, die zahlreich seinen Predigten zuströmten so daß das Gotteshausnicht einmal alle fassen konnte, an die ernsten Zeichen der Zeit zu mahnenund dem wilden Toben des Aufstandes, des verheerenden Bürgerkriegesdie Lehren des Christenthums und das Beispiel des Welterlösers ent-gegenzuhalten. In seiner 4. Fastenrede am 18. März 1849 wählte er alsStoff, wie „das wüthende Volk einen Aufrührer und Mörder von Pilatusfreigesprochen wünschte, den unschuldigen Heiland aber mit Ungestüm zumTode verurtheilt begehrte"; er warf dabei einen Rückblick auf dasSchreckensjahr 1848, erinnerte in ergreifenden Worten an den verhäng-nisvollen 28. September und dessen blutiges Opfer, stellte die Revolutionals „eine der gröbsten Versündigungen gegen Gott und den Neben-menschen" dar, ging dann auf die vom Kaiser Franz Joseph großmüthigverliehene Constitution als den beglückenden Schluß einer verirrnngsvollenPeriode der Leiden und Drangsale über und schloß mit einem Gebete fürden jugendlichen Monarchen, für dessen erlauchten Vertreter „den greisenFeldhcrrn Fürsten zu Windisch-Grätz" und für das ungarische Vaterlandwelchem der Herr bald die Segnungen des Friedens und eines geordnetenund gesicherten Daseins verleihen wolle!*)
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*') Pester Ztg. Nr. 934 S. 5446; unterzeichnet: „Mehrere seiner andächtigenZuhörer".