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III. 24. Demonstralionen in Prag.
auf die Worte „der gefürsteten Grafstadt Tyrol und Vorarlberg" alseines der Bestandtheile des Kaiserthums Oesterreich, so kam es, bei demstrammen Regiment das sie über ihren Häuptern sahen, zwar zu keinenöffentlichen Ausbrüchen ihrer Wnth; allein daß sie in der Tasche ihreFäuste ballten und mit verbissenem Ingrimm den Hoffnungen uachblickten,die sie seit Monaten auf die Erfüllung ihrer territorialen Wünsche gesetzthatten, war begreiflich genug.
In Galizien herrschte das Kriegsgesetz und die Landesbehörden fandenkeinen Anlaß in der Handhabung des Belagerungsstandes die Zügelschlaffer zu halten oder denselben wohl gar aufzuheben. In Lembergnöthigte die Nähe des ungarischen Kriegsschauplatzes den Behörden diegrößte Wachsamkeit auf, so daß von der Strenge der militairischen Maß-regeln in nichts nachgelassen werden durfte. Der Landes-Commandirendemachte dem Grafen Goluchowski, wie dieser am 10. an den GrafenStadion berichtete, sogar die vertrauliche Mittheilung: „wienach die jetzigenVerhältnisse in Ungarn, wo die Insurgenten sich den Gränzen dieserProvinz nähern und einen Einfall nach Galizien möglicherweise versuchenwerden, die Möglichkeit herbeiführen könnten daß er mit dem größtenTheile der hiesigen Garnison Lemberg verlasse und denselben entgegen-rücke". Der Statthalter verabredete mit Baron Hammerstein daß fürdiesen äußersten Fall jedenfalls 1200 Grenadiere, einige Reiterei undArtillerie als Garnison in Lemberg Zurückbleiben ^). In Krakau warenes fortwährend verdeckte Aufreizungen die ein scharfes Auge verlangte».Die Militair-Behörde witterte Umtriebe der noch immer nicht völlig ausdem Laude geschaffte» Emigranten und bedrohte jeden Fremden, der ohnegesetzlichen Aufcnthaltsschein betroffen würde, mit kriegsrechtlicher Be-handlung, jeden Hauseigenthümcr oder Unterstandgeber eines solchen mit100 fl. Conv.-M. Geldstrafe oder dreitägigem Arrest^). In einersolchen Lage wollten ihrerseits die Krakauer von einer Feier zu Ehrender kaiserlichen Octroyirung nichts wissen. Dagegen beabsichtigten einigeüberspannte Köpfe eine solche zur Erinnerung an den 17. März, denJahrestag der Freilassung der politischen Gefangenen, durchliefen amAbend die Stadt mit dem Rufe: „IluminnL^a, ilnrainao^s.!" undwarfen in Häusern, wo nicht sogleich Folge geleistet wurde, mit Steinendie Fenster ein, so daß die Organe des Stadtrathcs und des Sicherheits-ausschußes, denen es ernstlich um Aufrechthaltung der Ordnung zu thnnwar, alle Mühe aufwendeu mußten die Störefriede zu paaren zu treiben.