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4. Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 3 (1886) Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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Gott sei Dank daß wir etwas gewisses haben." 351

Stichelreden und pomphafte Phrasen aufgehetzt, lauten Unwillen erregthaben würden. Jeder wartete im Gedränge ruhig bis die Reihe an ihnkam eingelassen zu werden. Hin und wieder bildeten sich Gruppen umeinen solchen der seinen Fang bereits gemacht hatte und der nun, selbsterregt, der erregten Menge die Paragraphe vorlas, immer wieder vonlauten Bravos, von vielstimmigem Beifallsruf unterbrochen. Ein ziemlichbejahrter Mann, der sich unterfing die ausgetheilten Papiere einenreinenFlederwisch" zu nennen, mußte eilig das weite suchen und entkam seinenVerfolgern nur durch Benützung eines Durchhauses wo sic seine Spur-verloren. In wenig Stunden waren bei zweitausend Exemplare vergriffenund machten von Hand zu Hand die Runde durch alle Theilc der Stadt.

Das Stadt-Commando hatte umfassende Maßregeln ergriffen umvorfallende Ausschreitungen im Keim zu ersticken; allein es gab nicht dengeringsten Anlaß irgendwo einzngreifeu. Denn der vorherrschende Cha-rakter des Tages war frohes Behagen und munterer Ansblick in dieZukunft. Der Cours der füufpercentigen Metalligues ging von 83^,auf 845/z und 85 hinauf, und daran hatte allerdings dieEmancipationder Juden" großen Anthcil, umsomehr als, wie einige Schriftgelehrteherausfanden, der 4. März mit dem Tage zusamincufiel der ihren Vorältcrndie Befreiung aus der babylonischen oder assyrischen Gefangenschaft ge-bracht hatte. Einer ihrer Glaubensgenossen legte sogleich 600 fl. auf denAltar des Vaterlandes nieder. Aber auch von der übrigen Bevölkerung,aus der so mancher gerade an diesem Paragraph kein besonderes Ge-fallen finden mochte, war es nicht zu viel gesagt, daß eine gehobeneStimmung sic erfüllte, daß es ein halber Fest- und Feiertag war densic beging. Man hatte nun schon vielfach die Gelegenheit gehabt die ein-zelnen Bestimmungen der neuen Charte durchzusehen, zu besprechen, zuerwägen, und das Ergebnis siel in weit überwiegendem Maße günstigaus. Man fand die Ansprache des Kaisers eindringlich bestimmt, dieKundmachung des Ministeriums kernig und entschieden, die Verfassungs-Urkunde in fast allen Punkten befriedigend, in vielen auffallend frei-sinnig, und was die Hauptsache war, man hatte mit ihr sichern Bodenunter den Füßen, man war aus dein Zustande der Unruhe in denHafen des Friedens, in ein neues Stadium verfassungsmäßiger Freiheitgetreten. Je mehr man sich die Sache überlegte desto natürlicher fandmau sie. Habe es denn anders kommen können? Man habe es sich Vor-aussagen sollen! Vermöge jemand ein anderes Mittel zu bezeichnen dem