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4. Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 3 (1886) Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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III. 22. Auseinander!

Am 8. März sah es in der vor kurzem noch so belebten Reichs-tagsstadt schon bedeutend stiller aus. Was nicht abgereist war, rüstetezur Abfahrt. Nur das gewesene Präsidium und der Ordner Jelen hattennoch für mehrere Tage zu thun, um Papiere und Kanzlei-Requisiten fürden Transport nach Wien zu ordnen, die vom Reichstage benützten Räum-lichkeiten in den alten Stand setzen, die aus Prag entlehnten Sesselnzurückschaffen zu lassen u. dgl. Bon einfachen Abgeordneten machten nureinigePolen im Frack" keine Miene die Stadt zu verlassen. Auch Schu-selka zeigte sich überall; er schien ans ein politisches Marthrerthum ü In.Fischhof und Prato zu warten, das sich aber für ihn nicht einstellenwollte. Abends war abermals Thee in Stadion's Wohnränmen, undwieder war es Smolka mit welchem die Vertreter der Regierung zuunterhandeln hatten. Man wolle die gesuchten Reichstags-Protocolle, hießes jetzt, nicht der Vernichtung prcisgeben; man wolle sie genau so wiesie aufgesetzt worden drucken lassen, und jedes Mitglied des aufgelöstenReichstages solle nachträglich ein Exemplar davon erhalten. Dagegenkonnte der gewesene Reichstags-Präsident nichts einwenden; er bedang sichnur die Abfassung eines in zwei Exemplaren auszufertigenden Protocollesaus, in welchem jene Zusage förmlich auszusprechen wäre. Noch im Laufedesselben Abends wurde seinem Begehren entsprochen und es erging anihn das weitere Ersuchen sich, sobald die Uebergabsarbeiten in Kremsiervollendet sein würden, nach Wien zu begeben, wo gleichfalls zahlreicheReichstags-Acten zu ordnen und zu übergeben waren

Gegen 11 Uhr nachts erhielt Ministerial-Rath von Sachse eine tele-graphische Depesche des Grasen Stadion : es seien die Vertrauensmännerder Rechten und des Centrums nach Wien einzuladen, wo die Berathungenüber die Ausführung der Verfassung beginnen sollten. Es waren darunterPalack/ Pinkas Ullepitsch Petranovie Brauner, von welchen die meistenschon abgereist oder in der Abreise begriffen waren. Pinkas lehnte unbedingtab, er werde die Schwelle des Ministers nicht mehr betreten.Unser Man-dat", soll er erwidert haben,lautet auf Constituirung des Reiches; da Siedies allein gemacht haben, so können Sie auch das andere allein machen."

Für den 9. März war eine Cyrill- und Methud-Feier, ein Seiten-stück zu der griechischen Wasserweihe am Dreikönigstage, verabredet worden,zu welcher das Landvolk der Umgebung seine Vorbereitungen traf. Aneine Abhaltung dieses Festes war unter den geänderten Umständennicht zu denken. Im Kremsier war jetzt von Abgeordneten fast nichts