Freudenbezeigungen in Olmüz.
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seine Stelle sollte ein Herr von Hagen treten. Es geschah dies, wie umden Boden rein zu machen für das, jeden möglichen Miston fernzuhaltenvon dem, was für den 7. erwartet wurde. Und in der That, hoffnungs-volle Freude durchdrang die Bevölkerung der mährischen Hauptstadt alsdahin die Kunde des Kremsierer Ereignisses gelangte, große Mauer-anschläge den Wortlaut des kaiserlichen Manifestes und der Proclamatiouder Minister brachten und Exemplare der Verfassungsurkunde von Handzu Hand gingen. Gegen Abend füllte sich der Ober-Ring mit einer immeranwachsenden Menge; eine aus unisormirteu Bürgern und Nationalgardezusammengesetzte Compagnie zog mit wehender Fahne und klingendemSpiel vor das Theater-Gebäude, vor welchem kurz nach 7 Uhr der Kaiservorfuhr; die Volks-Hymne erklang, tausende von Hochrufen erschüttertendie Lust. Ebenso stürmisch war der Empfang in dem in festlicher Be-leuchtung erglänzenden Innern des Schauspielhauses wo der Kaiser, sichtlichergriffen, an die Brüstung der Loge trat und freudestrahlenden Antlitzesmit ritterlichem Anstand sich dankend nach allen Seiten wandte und ver-neigte. Die dritte Huldigung ward ihm dann beim Austritt aus demTheater und auf der Nachhausefahrt zutheil.
Nicht so freudig und festlich ging es zur selben Zeit in Kremsierher, wo sich nun alles zum Abschied und Aufbruch rüstete. Der Abenddes 7. März vereinigte eine Anzahl von Abgeordneten verschiedener Na-tionalität und Partei in den Gasthausräumlichkeiten „zum Primas", woes an Toasten aus den constituireudeu Reichstag, auf das Elaborat desConstitutions-Ausschußes, auf den Berichterstatter des Z. 1, auf die Ab-sender der Vertrauens-Adressen an den Reichstag nicht fehlte.
Noch einen andern geselligen Kreis gab es zur selben Zeit in Kremsier.Der militairische Auflöser des Reichstages nämlich hatte den Salon desabwesenden Grasen Stadion eröffnet, die liebenswürdige Gemahlin BaronSternek's, eine Tochter des Mailänder General-Polizei-Directors BaronTorresani, machte die Honneurs, jeder der sich einfaud war willkommen.Darunter befand sich der Präsident des gewesenen Reichstages, und GrafMercandin benützte diese Gelegenheit von Smolka die Auslieferung ge-wisser noch ungedruckter Reichstags-Protocolle zu verlangen. „Was wollendie Herren damit machen?" „„Alle diese Sachen müßen vernichtet werden.'"'„Dann bedauere ich daß ich den Herren nicht dienen kann." „„Und warumnicht?"" „Weil ich vernommen habe daß gegen verschiedene Abgeordnete