Violand — Kudlich — Füster — Goldmark. 335
Frankl befand sich bei den beiden Frenndcn. Fischhof erkärtc auf dasentschiedenste er werde nicht fliehen; es würde dies als Bekenntnis einerSchuld gelten deren er sich nicht bewust sei. Goldmark dagegen rüstetezur Abreise, nahm noch ein Frühstück das er in der ihm eigenen hastigenWeise fortwährend unterbrach um in leidenschaftlichen Worten die Vor-fälle des Morgens zu besprechen, zornig die Zukunft zu prophezeien, denMachthabern zu fluchen. Dann nahm er, von den Andern gedrängt,kurzen Abschied; eine theilnehmende Frau trug ihm, um ihn als unver-fänglichen Spaziergänger erscheinen zu lassen, die Reisetasche zum DorfeZdounek nach, wo ihn ein Wagen erwartete und bald aus dem Bereichder ersten Gefahr brachte.
Schwieriger ging cs mit Füster der in seinem Schrecken den Hcnker-tod vor sich sah und jedes Entschlußes unfähig war. Der starke hvchauf-rngcnde Mann saß, die Schweißtropfen von der Stirn wischend, fastregungslos da. Fischhof und Frankl redeten ihm zu sich aufznraffen;er versuchte es langsam um sich wieder auf das Sofa znrückfallen zulassen. Endlich gelang es ihm nnd er bat um Begleitung. Frankl reichteihm den Arm an welchem er schwer hing, und mühsam Schritt für Schrittging es ins Freie hinaus, einer Anstcigung der Landstraße entgegen,hinter welcher ein für die Weitcrfahrt bestellter Wagen den Fliehendenanfnehmen sollte. Füster hatte mit seinem Führer die letzten Häuser vonKrcmsier hinter sich als er mit dem Schmerzensrnf: „Ich kann nichtweiter!" im freien Felde nicdcrsank. Frankl ließ den an einein körper-lichen Gebrechen leidenden Mann eine Viertelstunde ruhen »nd half ihm dannneuerdings empor. „Wenn sie meiner habhaft werden", preßte ihm seineTodesangst aus, „so werden sie mich zu Pulver und Blei begnadigen.Ich schäme mich nicht der brutalen Gewalt gegenüber feig zu sein. Hatdoch Johannes Hus, als er das seiner harrende Schicksal erkannte, sichin einen mit Heu beladenen Wagen verkrochen!" Langsam ging es nunweiter. Da wies Füster, neuerdings heftig erbebend, auf einen in einigerEntfernung schreitenden Mann, den er für einen Wächter des Gesetzesmit anfgcpflanztcm Gewehre hielt. Frankl belehrte ihn, es sei ein Land-mann mit seinem Rechen der offenbar seiner Feldarbeit nachging, nndzwar in einer ihnen beiden sich nicht nähernden sondern entfernendenRichtung. Endlich hatten sic die Strecke, die in einer Viertelstunde leichtzu dnrchmcsscn war, nach andcrthalbstündigcr von Angst nnd Sorge immerwieder unterbrochenen Wanderung znrückgelcgt. Alan stand am Fuße