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III. 21. Auflösung des coustituircudeu Reichstages.
Dann trat der Ernst der Thatsache vor ihre Seele: die Papiere die siein den Händen hielten waren — der Abschied. Es kam allen hart anund mehr als einem brachen die Thränen hervor als sic den GenossenHand und Mund reichten. Die Partei machte in dieser letzten Stundekeinen Unterschied mehr; von der Rechten und von der äußersten Linken,Deutsche und Böhmen oder Polen, selbst Nord- und Süd-Tyroler fieleneinander in die Arme und drückten sich in überwallender Rührung andie Brust. Die einen tauschten gegen einander Karten oder kleine An-denken ans, andere sammelten ans Bogen die Unterschriften ihrer Mit-kämpfer durch so lange Monate. Es waren ergreifende Auftritte diejedem der Theilnehmer mit tiefem Eindruck hasten blieben. Aus demVorstands-Bnrcan führte der Weg zur rcichstäglichen Cassa wo ihnen diefälligen Diäten und die gebärenden Reisegelder, von da zum reichs-täglichen Polizei-Amt wo ihnen die Passirschcine zur Abreise ansgcfolgtwurden. Zu einer andern Seite als ans der sie gekommen waren tratensic ins Freie; zurück durfte niemand.
In der Stadt wurde die Kunde nicht mit Freude — entging ihrja durch den plötzlichen Wegfall so vieler Zehrer ein reicher Gewinn! —aber ohne Aufregung hingcnommen. Die Nationalgarde, die um 8 Uhrauf ihren gewöhnlichen Sammelplatz Unberufen wurde, fand sich ordnungs-gemäß ein. Auch den Landlentcn, die an diesem Tage zum Wochenmarktzahlreich in die Stadt kamen, war keinerlei Unruhe anznmerken. Es warmehr Neugierde mit der man sich um Abdrücke der kaiserlichen Kund-machungen riß, deren Zahl im ersten Augenblick bei weitem nicht für dieFülle von Nachfragen hinreichte. In allen Häusern gab cs Vorberei-tungen zur Abfahrt, so daß bald alle verfügbaren Fuhrwerke in Anspruchgenommen waren und nicht wenige sich entschloßcn den Weg zur Eisen-bahn-Station zu Fuß znrückzulegen und sich das Gepäck auf einem Hand-Wägelchen nachbringen zu lassen. Ein großer Theil blieb den Tag übernoch an Ort und Stelle. In allen Gassen gab cs Abschiedsscenen ein-ander begegnender Abgeordneten. Auf dem Hanptplatzc standen ihrer vielein Gruppen umher, „gleich Ausgeschlossenen denen man die Thür vor-dem eigenen Haus zngeschlagen hat". Selbst vielen Männern vom Ccntrnm,dieser „Leibgarde Stndion's", war das Ereignis so überraschend gekommendaß sie sich nicht gleich darein zu finden wußten. „Dr. Sieber ansWarnsdorf", wie ein Augenzeuge beobachtet haben will, „war einer derwenigen die an der Sache nichts ansznsctzen hatten, und Herr Schopf