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III. 20. Vom 6. zum 7. März 1849.
Die Einberufenen der-Nacht von 6. zum 7. hatten dem GrafenStadion die Zusage, von dem um was es sich so eben gehandelt hattefürs erste nichts verlauten zu lassen, um so bereitwilliger gemacht alsihnen ja seinerseits das Versprechen gegeben war die in Wien und Olmüzbeschlossene Maßregel rückgängig zu machen. Auch scheint jene Zusage imallgemeinen gewissenhaft eingehalten worden zu seines), wenn es auchnicht ansbleiben konnte daß die nächtliche Vorladung einer so großenAnzahl von Abgeordneten in einer kleinen Stadt Aufsehen machte undzu allerhand Muthmaßnngen Anlaß gab. Eine dieser letzteren ging dahindaß wohl jetzt mit den gerichtlichen Schritten gegen gewisse AbgeordneteErnst gemacht werden solle und daß sich der Minister dafür seines An-hangs im Hause versichern wollte. Als dann um 6 Uhr morgens eineAbthcilnng Truppen unter Trommelschlag in die Stadt einmarschirtestieg eine andere Vermnthung auf: man wolle vielleicht, da in derletzten Zeit so viel von der unter den Hanaken wegen der Judenfrngezunehmenden Aufregung die Rede war, den Reichstag gegen Bedrohungensicherstellen.
Die Truppen, zwei Compagnien Mnzzucchelli-Jnfanterie aus Olmüz,nahmen ihren Marsch gerade zur erzbischöflichen Residenz wo Major Huhn,obwohl die Antwort aus Olmüz noch nicht eingetroffen war, ohne Verzugseine Anstalten traf. Das große Eingangsthor sollte mit einem Flügeloffen bleiben, dazu ein rückwärtiger Seitenausgang zu welchem man ausden Reichstags-Kanzleien gelangte. Huhn ließ die 23. Compagnie in dasInnere der Residenz marschiren, wo nur die Zugänge zum Präsidial-Bureau und von diesem zum reichstäglicheu Polizei-Amt und zur Reichs-tags-Casse offen blieben, alle anderen Gänge und Thüren aber, namentlichdie in den Sitzungssaal und in die verschiedenen Ausschußzimmer führenden,mit Posten von mehreren Mann besetzt wurden die den gemessenenAuftrag hatten unter keinen Umständen jemand Zutritt zu gestatten; derRest der Compagnie war im Hofe in Bereitschaft gehalten. Die 24. Com-pagnie beorderte Huhn in die Caserne aus welcher von 8 Uhr ab Streif-wachen durch die Gassen der Stadt entsendet werden sollten. Auch vordem städtischen Postamt wurde ein Posten aufgestellt. Alle diese Vor-kehrungen waren bereits getroffen, als gegen 7 Uhr das Olmüzer Tele-gramm einlangte.
Um dieselbe Zeit arbeitete Smolka, noch nicht angekleidet, bei Lampen-licht in Reichstagsangeicgenheiten; das letzte in seiner Eigenschaft als