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4. Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 3 (1886) Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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III. 20. Letzte Anstalten zur Octroyirung.

1. März. Am 3. wohnten, wie früher berichtet worden, drei der Ministerder Reichstagssitzung in Kremsier bei und fuhren von da nach Olmüz,wo in vollem Minister-Rath die letzte Besprechung der Proclamations-Entwürfe, der Modalitäten der Auslösung des Reichstages, der Kund-machung rc. stattfand. Am 4. März erfolgte die Unterschrift Sr. Majestätdes Kaisers, und diese Monatszahl drückte dem folgenschweren Werk ihrenStempel ans. Der Minister-Präsident sandte Tags darauf eine Abschriftdes kaiserlichen Manifestes und der von allen Ministern gezeichneten, vom6. datirten Proclamation an den Feldmarschall, während Stadion undBach nach Wien abgingen, wo jetzt die Pressen der Staatsdruckerei zuthuu bekamen; alles in größter Eile und dabei im strengsten Geheim-nis^). Gleicherweise in aller Stille wurde der Polizei-Obercommissärv. Fclscnthal, der unmittelbar nach Kremsier abzugehen hatte, zum Ministerdes Innern bcschieden, der ihm die Weisung gab: es solle, nachdem dieAuflösung des Reichstages ausgesprochen, im Laufe des Tages nicht dasmindeste Aufsehen gemacht, sondern jene die in Kremsier verbleibenwürden in der Nacht aufgehoben, jene welche die Eisenbahn benützenwürden, während der Fahrt verhaftet werden. Fclscnthal, der von Stadionmit den Worten entlassen wurde:Sic waren nicht bei mir!", trug dieUeberzeuguug mit sich daß es dem Grafen darum zu thuu war dieBeinzichtigten entschlüpfen zu lassen^).

Auch in Olmüz wurden Vorbereitungen für das bevorstehendeUnternehmen getroffen. Im Laufe des December hatte Radeckh denk. k. Major im General-Quarticrmeister-Stabe Grafen Johann Huhnneuerdings an das kaiserliche Hoflager geschickt der ihn in fortlaufenderKenntnis der Verhältnisse erhalten und für die Armee in Italienauf die höchsten Kreise einwirken sollte. Nun konnte es, wie die Dingeden Winter über sich entwickelt hatten, jeden Tagunten wieder los-gehen"; Huhn war vom Feldmarschall der Posten des Generalstabs-Chefsbei einem der Armee-Corps offen gehalten und der Graf strebte darumrechtzeitig im Haupt-Quartier einzutreffen; auf sein wiederholtes Anliegenhatte ihm aber Fürst Schwarzenberg in der letzten Zeit erwidert: er habenoch ein wichtiges Geschäft für ihn das er niemand anderem anvertranenkönne. Am Morgen des 6. nun wurde Huhn zum Miuister-Präsidcntenbcschieden, der ihm mitthcilte was bevorstand, und daß er ausersehen seidie Sache Hand in Hand mit dem Olmüzcr Kreishauptmann Grafen vonMercandin durchzuführen. Schwarzenberg hatte die Berliner und Branden-