298 in. 18 . Der Bischof vo» PrzemlM und der Abgeordnete für Tachau.
vereine», zu cvnsviidiren wünscht, sollte in einer solchen glücklichen Zeitnicht cininnl ein leiser Versuch gemacht werden die oft in Folge klein-licher Zwiste von uns geschiedenen Brüder mit uns wieder zu vereinigen,im Interesse des Ehristcnthums, des christlichen Staates?! (Bravo, bravo.)Diesen Versuch wird jene Synode zu machen haben. Sollte der Versuchauch nicht gleich gelingen, einmal wird cs gelingen und das große Wortunseres göttlichen Lehrmeisters in Erfüllung gehen: Es wird ein Hirt undeine Heerde sein." (Thcilwciser Beifall und Zeichen des MisfallenS.)
Nachdem Pcitlcr in einer wenig bedeutenden Rede für die Freiheitund Unabhängigkeit der Kirche, jedoch unter der Bedingung einer Reformderselben und der Wiederherstellung der alten Synodal-Vcrfassnng, undim Sinne des Wiscr'schen Eollectiv-Antragcs für die Erlassung eines or-ganischen Kirchcngesctzes durch den constituirendcn Reichstag gesprochen,wurde vom Präsidenten der Abgeordnete für Tachau auf die Tribünegerufen. Er erklärte nicht für und nicht gegen den Inhalt des Z. 15sprechen zu wollen, denn derselbe habe keinen Inhalt und „wo nichts isthat der Kaiser sein Recht verloren"; er gedenke darum „gegen die Jnhalt-losigkeit dcö Z. 15" zu sprechen. Er sei im allgemeinen nicht gegen eineVerweisung in den Grundrechten auf später zu erlassende Gesetze: „Jaich halte diejenigen Grundrechte für die besten, weil dauerhaftesten, welchedie wenigsten, nur allgemeinsten und unerschütterlichen Grundsätze ent-halten und das meiste der dem Wechsel der Umstände, der reifenden Er-fahrung unterliegenden Ausführung in besonderen Gesetzen überlassen.Allein die Anforderung stelle ich an Grundrechte, daß sie einen Grund-satz enthalten ans daß man wisse woran man ist." Das aber vermisseer im tz. 15, und cs wolle ihm scheinen als habe man Bedenken ge-tragen hier überhaupt einen Grundsatz auszusprcchcn. „Den Grundsatzden man folgerichtig hätte aussprcchcn mäßen, scheint cö wollte mannicht aufstellen, und den Grundsatz den man gern hätte aufstellcn möge»,scheute man sich ansznsprechen weil er folgewidrig war. Mit der Farbeheraus! Sind Sie für die Freiheit der Kirche, wollen Sie ihr diejenigeFreiheit, keine andere, gewähren als die jeder Staatsbürger genießt, dannsetzen Sic diesen Grundsatz an die Spitze des Paragraphen. Wollen Siedas nicht, dann mäßen Sic eben so aufrichtig sein das vffeu auszusprcchcn:wir werden ja dann sehen wie sich das anönchmen wird inmitten derSätze und Paragraphen die den österreichischen Staatsbürgern jede und allemit dem StaatSzweckc vereinbarliche Freiheit im Einzelnen, in Vereinen