Die wälsch-tyrolische Frage noch einmal.
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Schoße, und namentlich den Deutsch-Tyrolcrn hatte man ja eine noch-malige Prüfung des am 25. Januar gefaßten Beschlußes in Aussichtgestellt. Tnrco legte dagegen Verwahrung ein, Pfrctschner Scholl Heinsprachen dafür. Lasser hob hervor daß jener Beschluß gewiß nicht diekaiserliche Sanction erhalten würde, und Kautschitsch befürwortete eineneuerliche Berathung um so mehr „als Vorwürfe laut geworden sind,der Constitutions-Ausschuß liebäugle mit Carlo Alberto". Bei der Be-rathung selbst fiel manches hitzige Wort. Tnrco meinte: Tyrol werdenichts dcstoweniger Tyrol bleiben, wenn es auch bei der einmal be-schlossenen administrativen Scheidung zwischen Nord und Süd sein Ver-bleiben habe. „Die Wälsch-Tyroler werden am Landtage in Innsbruckimmer in der Minorität sein, zwischen uns und den Nord-Tyrolern isteine große von beiden Thcilen gleich gefühlte Kluft; wir haben aber keinMittel uns gegen die Majorität der Nord-Tyroler am Landtag zu wehren.Wir würden schlechter daran sein als früher, wo uns gegen eine Ent-scheidung von Innsbruck der Recnrs nach Wien offen stand. Was sollaber geschehen wenn der Landtag ein gesetzgebender Körper ist! Ich sagenur, Gott beschütze mein Land vor einem solchen Unglücke. Warum be-harrt man bei dieser unnatürlichen Mariage, welche nur Bastarde hcr-vorbringcn kann?! Sie geben ein Land der Unterdrückung Preis wennSie uns nicht von Innsbruck trennen. Ich versichere, die Trennung vonInnsbruck ist nicht mehr blos die Hoffnung meiner Landsleute, dieserGedanke ist schon in unser Blut übergegangen: wie Hütten sich sonst inso kurzer Zeit für unser Begehren 50.000 Unterschriften gefunden, oben-drein trotz des Entgegenarbeitens der deutschen Beamten! Sollte übrigensdie Entscheidung nicht zu unfern Gunsten ausfaüen so werden wir nichtdrohen, nein, wir werden uns den Beschlüßen der Kammer und derRegierung fügen; wir wollen die treuesten Unterthanen von Oesterreichsein, auch wenn unsere Wünsche nicht befriedigt werden." Pfrctschnerleugnete die- von seinem gegnerischen Landsmann behauptete ehemaligeSonverainctät des Fürstbisthnms Trient; aber selbst diese vorausgesetztso rechne man jetzt „beiläufig 320.000 Seelen zu dem selbständig her-znstellenden Wälsch-Tyrol. Dadurch würden aber auch 120.000 Seelendes Rovercdaner Kreises, der nie zu Trient gehörte, als selbständig neugeschaffen und Trient cinverleibt; ich frage, wäre das recht?!" NachLasser's Ansicht lasse sich „nur jenen Landestheilen eine provinzialeSelbständigkeit zngestehen die bisher ein selbständiges Leben hatten. Auch